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Rollstuhlfahrer: Bank nicht barrierefrei

Boltenhagen Rollstuhlfahrer: Bank nicht barrierefrei

Sparkasse: Das Problem ist in den meisten Fällen der Denkmalschutz.

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Hindernisreich: eine Fahrt mit einem Rollstuhl.

Quelle: OZ

Boltenhagen. Es kostet Kraft bis Patrick M. (Name geändert) und sein Freund sich mit den Rollstühlen die steile Zufahrt heraufgekämpft haben. Doch als sie vor der Tür der Sparkassenfiliale in der Boltenhagener Ostseeallee stehen, gibt es das nächste Problem. Die Tür lässt sich nur per Hand öffnen, die Rollstuhlfahrer holen sich Hilfe. Die brauchen sie auch am EC-Automaten, denn von ihren Rollstühlen aus sind die Tasten und der Bildschirm nur schwer zu erreichen beziehungsweise zu lesen. „Es ist leider keine Ausnahme, solche Probleme gibt es überall“, sagt Patrick M. „Barrierefreiheit ist ein schönes Wort, aber mehr auch nicht.“ Denn die Boltenhagener Sparkassenfiliale ist trotz der Schwierigkeiten für Rollstuhlfahrer noch eine vergleichsweise kleine Hürde.

„Die Tür der Sparkasse am Wismarer Markt ist gelinde ausgedrückt eine Katastrophe“, sagt Mario Löscher vom Vorstandsstab der Sparkasse Mecklenburg-Nordwest, er ist unter anderem für die baulichen Maßnahmen verantwortlich. „Das Problem ist in den meisten Fällen der Denkmalschutz“, erklärt Mario Löscher. In Wismar beispielsweise gibt es eine automatische Tür, allerdings befindet sich direkt am Eingang eine schwere Holztür, die sich nur mit der Hand öffnen lässt. Rollstuhlfahrer oder Mütter mit Kinderwagen haben ohne Hilfe keine Chance, die Filiale zu betreten. Ähnlich, wenngleich nicht ganz zu schlimm, ist die Situation in Boltenhagen. „Wenn es nicht unsere eigene Immobilie ist, dann müssen wir uns mit dem begnügen, was der Vermieter vorsieht.“ Im Ostseebad sei das leider eine Tür ohne Automatik. Erschwerend kommt hinzu, dass ein Großteil der Filialen vor knapp 20 Jahren gebaut worden ist. „Nach heutigen Maßstäben, auch was die Barrierefreiheit betrifft, sind die Zugänge nicht mehr zeitgemäß.“ In den neuen Einrichtungen wie beispielsweise in Dorf Mecklenburg wird hingegen mehr Wert auf solche Dinge gelegt.

Bauliche Maßnahmen an den Gebäuden umzusetzen und auch auf die Belange von jungen Müttern und Behinderten Rücksicht zu nehmen, ist laut Mario Löscher, das erklärte Ziel der Sparkasse. „Nur gibt es einige Hürden, an denen auch wir scheitern.“ So hatte das Institut beispielsweise in Schönberg mehrere Anträge gestellt, um eine Rampe zu installieren, die allesamt vom Bauamt abgelehnt wurden. „Da sind uns dann die Hände gebunden.“ Löscher verweist auf die Hilfe, die es während der Öffnungszeiten gibt. „Solange die Filialen besetzt sind, wird sich immer ein Mitarbeiter um die Kunden kümmern, es gibt immer eine Möglichkeit.“ Nur außerhalb der Öffnungszeiten, da werde es natürlich schwierig.

 

Michael Prochnow

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