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Grevesmühlen Rückblick auf 20 Jahre: Schule feiert
Mecklenburg Grevesmühlen Rückblick auf 20 Jahre: Schule feiert
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00:00 15.09.2018
Die Grundschule in Herrnburg fügt sich gut in die Umgebung ein. Das Lübecker Architektenbüro Petersen Pörksen Partner hat den Bau geplant.
Herrnburg

Modern sieht die Grundschule in Herrnburg aus – außen und innen. Trotzdem hat hier bereits eine ganze Generation das Abc und Einmaleins gelernt. Gemessen an der Zahl der Schüler ist sie seit der Eröffnung im Jahr 1998 eine der größten Grundschulen in Nordwestmecklenburg. Am kommenden Sonnabend, dem 22. September, feiert sie ihr 20-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumsfest.

Bildungsstätte in Herrnburg lädt zu Jubiläumsfest ein – Sie ist eine der größten ihrer Art im Kreis

Ein 20 Jahre altes Foto zeigt Silva Hein bei der Einschulung: Das Mädchen aus Groß Neuleben steht mit ihrer Schultüte vor der neuen Grundschule im Gärtnereiweg. Silva Hein gehörte zu den ersten Kindern, die hier lernten. Die 27-Jährige erinnert sich: „Es war super. Ich bin total gerne zur Schule gegangen.“ Axel Friederitz war ihr erster Klassenlehrer, Steffi Holle erteilte ihr den Sportunterricht. Heute sind Silva Hein, Steffi Holle und Axel Friederitz Kollegen. Die Erstklässlerin von 1998 arbeitet seit 2017 als Grundschullehrerin in Herrnburg. Sie sagt: „Es ist hier ein schönes Arbeitsklima.“ Dann nennt Silva Hein einen weiteren Vorzug ihrer Arbeitsstätte: „Die Kinder können hier noch richtig Kind sein.“

Steffi Holle arbeitet seit zehn Jahren als Grundschulkoordinatorin in Herrnburg. Sie ist in dem Ort auch aufgewachsen. Rechnen, Lesen und Schreiben lernte sie in einer Schule in der Hauptstraße

– in dem Haus, in dem heute der Seniorenclub der Gemeinde Lüdersdorf untergebracht ist und der Singekreis „Harmonie“ jede Woche übt. Steffi Holle kann sich gut an die Eröffnung der neuen Grundschule vor 20 Jahren erinnern. Sie erzählt: „Es war ein großes, buntes Fest. Wir freuten uns.“ Vorbei war die Zeit, als die Grundschüler in Wahrsow teilweise in Containern unterrichtet wurden.

Die Grundschule in Herrnburg bot viel Platz für die Schüler. Sie war modern ausgestattet. Schule und Sporthalle sind nicht mehr einige hundert Meter entfernt wie in Wahrsow, sondern unter einem Dach.

„Es war alles neu“, erzählt Steffi Holle. „Wir konnten viele Ideen in den Tagesablauf einbringen.“

Silva Hein lobt noch heute die Gestaltung der Schule, die hellen Räume, das Gepflegte, das Einladende. Steffi Holle hebt noch etwas hervor: „Die Vielfalt der Angebote.“ Sie werden von vielen Schülern angenommen. Seit acht Jahren ist die Grundschule in Herrnburg eine Volle Halbtagsschule. Das bedeutet: Die Kinder können nicht nur täglich Hausaufgaben mit pädagogischer Begleitung erledigen, sondern von montags bis donnerstags unter zahlreichen Arbeitsgemeinschaften wählen. Zwischen 12.45 Uhr und 13.30 Uhr lädt die Schule ein zu Chor, Kunst, Flötengruppe, Häkel-AG, Holzwerkstatt, textilem Gestalten, Spiele-AG und vielem mehr.

242 Mädchen und Jungen besuchen die Grundschule in Herrnburg. Sie liegt damit in Nordwestmecklenburg auf Platz drei. Noch mehr Schüler haben nach Auskunft der Kreisverwaltung nur die Grundschule „Am Ploggensee“ (268) und die Grundschule in Neukloster (246). Auf den weiteren Plätzen folgen nach Auskunft des Kreises die Grundschule „Fritz Reuter“ in Grevesmühlen (237), die Grundschule in Boltenhagen (207) und die Grundschule Dorf Mecklenburg (172).

Die Grundschule in Herrnburg ist einer von zwei Schulstandorten der Regionalen Schule mit Grundschule Lüdersdorf. Jochen Tiedje leitet sie seit August 2017. Ihr alljährliches Schulfest feiert sie abwechselnd in Wahrsow und Herrnburg. Da passte es gut, dass 2017 das Jubiläum „Zehn Jahre Umbau und Neubau des Schulstandortes Wahrsow“ anstand und in diesem Jahr das 20-jährige Bestehen der Grundschule in Herrnburg zu feiern ist.

Zum Fest lädt die Regionale Schule mit Grundschule Lüdersdorf alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen am kommenden Sonnabend von 13 bis 16 Uhr ein. Nach einem Empfang der ehemaligen Kollegen werden der Chor und die Flötengruppe die Feier eröffnen. „Es wird eine Ausstellung zur Geschichte der Schule geben“, kündigt Steffi Holle an. Die Lehrerinnen Verena Böhm und Martina Büchler bereiten die Ausstellung mit Texten und Bildern vor. Sie wird im Klassenraum der 2a zu besuchen sein. Eingeladen sind die Besucher des Festes auch zu Spielen, zum Basteln, zu Sport, zum Kinderschminken, Torwandschießen und Bobbycarrennen. Getränke, Kuchen, Würstchen und Obst werden gereicht.

Unter den Gästen werden auch Kinder sein, die den Hort besuchen, den das Deutsche Rote Kreuz in Herrnburg betreibt. Für sie plant die Gemeinde Lüdersdorf einen zweistöckigen Anbau an die Schule. Für das Zwei-Millionen-Euro-Projekt sprechen sich alle Gemeindevertreter über die Grenzen von Parteien und Wählergemeinschaften hinweg aus. Sie hoffen auf Zuschüsse des Landes.

Bis zum Bau der Grundschule war es ein langer Weg. Die Idee entstand wenige Jahre nach dem Fall der Mauer, als die vor den Toren Lübecks gelegene Gemeinde Lüdersdorf für Häuslebauer interessant wurde. Die Gemeindevertreter bestätigten 1993 nach dem Beschluss, in Herrnburg ein Wohnbaugebiet zu erschließen, ihre Absicht zum Bau einer Schule. Ihnen war klar: Mit dem neuen Wohngebiet wird die Anzahl der Kinder sprunghaft ansteigen. Doch das Schulbauprojekt zog sich hin. Erst 1996 wurde der Bauantrag gestellt, Anfang Juni 1997 der Grundstein gelegt, Ende Oktober 1997 Richtfest gefeiert

– und am 22. August 1998 feierlich eröffnet. Die dreizügige Grundschule mit fast 1800 Quadratmetern Nutzfläche kostete knapp zehn Millionen Mark. 240 Schüler besuchten sie zu Beginn.

Heute unterrichten 13 Lehrer die Kinder in Herrnburg. Die Grundschulkoordinatorin erklärt: „Von der Regionalschule helfen uns drei Kollegen.“ Zum Kollegium in Herrnburg gehören auch die Sekretärin Doris Schween und der Hausmeister Henry Köster.

Jürgen Lenz

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