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Rütinger Brandserie: Angeklagter streitet alles ab

Rüting/Wismar Rütinger Brandserie: Angeklagter streitet alles ab

Gestern begann der Prozess gegen einen 20-jährigen Feuerwehrmann / Er soll in Rüting fünf Brände gelegt haben / Sein umfassendes Geständnis hat er widerrufen

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Toni K. (r.) in Begleitung eines Justizbeamten auf dem Weg ins Gerichtsgebäude. Der 20-Jährige sitzt seit dem 21. Juli in U-Haft.

Quelle: M. Prochnow

Rüting/Wismar. Der Prozess um die Brandserie in Rüting, die von Mai bis Juli 2016 die Menschen in der Region in Atem gehalten hat, muss neu aufgerollt werden. Beim Prozessauftakt gestern hat der Angeklagte Toni K. sein Geständnis widerrufen. Er sei von der Polizei bei der Vernehmung unter Druck gesetzt worden, sagte der 20-Jährige, der selbst zur Rütinger Feuerwehr gehörte. Er räumte lediglich ein, eine Hecke in Brand gesetzt zu haben. Mit den übrigen vier Fällen, bei denen unter anderem ein Carport, sieben Autos und 600 Strohballen vernichtet worden waren, habe er nichts zu tun.

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Gestern begann der Prozess gegen einen 20-jährigen Feuerwehrmann / Er soll in Rüting fünf Brände gelegt haben / Sein umfassendes Geständnis hat er widerrufen

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Der Vorsitzende Richter Martin Meermann hatte ursprünglich nur einen Verhandlungstag angesetzt. Denn unmittelbar nach seiner Festnahme am 21. Juli hatte der 20-Jährige ein umfassendes Geständnis abgelegt. „Ich wollte einfach meine Ruhe haben“, sagte K. gestern auf die Frage des Richters, wie diese Aussage damals zustande gekommen sei. „Ich war nervlich am Ende und habe mir dann einfach etwas ausgedacht.“

Martin Meermann machte keinen Hehl daraus, dass er dieser Version wenig Glauben schenkt. Denn die Aussagen, die Toni K. bei der Polizei gemacht hat, sind so konkret, dass er sie kaum erfunden haben kann. Dazu kommen zahlreiche Beweise, die die Ermittler vorgelegt haben.

K. war bereits unmittelbar nach Ausbruch der Brandserie in den Kreis der Verdächtigen geraten. Die Polizei hatte seine Handydaten überwacht, am Ende hatten die Fahnder sogar einen GPS-Sender an seinem Auto angebracht. „Nach Auswertung dieser Daten waren das Handy und das Auto bei den Bränden in der Nähe der Tatorte, bevor die Feuerwehr eintraf“, so Meermann. Auch unter den Feuerwehrleuten in Rüting und Testorf wunderte man sich. Toni K. sei immer einer der Ersten an den Einsatzorten gewesen. Der 20-Jährige hatte seine Laufbahn in Testorf begonnen, war später in die Rütinger Wehr gewechselt. Zahlreiche Mitglieder der Feuerwehr waren gestern zum Verhandlungsauftakt gekommen. Sie waren entsetzt über die Aussage ihres ehemaligen Kameraden, der plötzlich die Taten leugnet und sich lediglich zu einem kleinen Heckenbrand bekennt. Sie sind weiterhin fest davon überzeugt, dass Toni K. der Feuerteufel von Rüting ist.

Die Brandserie, die am 17. Mai mit dem Feuer in einer Strohmiete in Rüting begann und mit dem Brand einer Hecke am 18. Juli endete, hatte sogar bundesweit für Schlagzeilen gesorgt. Der Grund: Die Taten ereigneten sich immer montags gegen 23 Uhr. Wochenlang hatten die Ermittler den Täter gesucht, die Überwachung von Toni K. führte sie schließlich zum mutmaßlichen Täter, der am 21.

Juli in seinem Ausbildungsbetrieb festgenommen wurde. Als Grund für die Brände hatte er gegenüber der Polizei damals Frust in seinem Lehrbetrieb angegeben.

Davon war gestern keine Rede mehr. Als Richter Martin Meermann ihm die Auswertung der Ermittlungsergebnisse der Polizei vorhielt, bezeichnete er es als Zufall, dass sein Handy und sein Auto in der Nähe der Tatorte registriert worden seien.

Die Verhandlung wird Anfang Januar neu angesetzt. Bleibt Toni K. bei seiner Version, dass er nur in einem Fall der Täter sei, steht dem Gericht eine umfassende Zeugenbefragung bevor. Die Rütinger Feuerwehrleute haben bereits angekündigt, dass sie jederzeit zu einer Aussage bereit sind.

Michael Prochnow

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