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Grevesmühlen Sagenhaft: Grevesmühlen bastelt am Krähen-Konzept
Mecklenburg Grevesmühlen Sagenhaft: Grevesmühlen bastelt am Krähen-Konzept
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00:05 30.01.2018
Freundlich und schlau: Die Krähe ist das sagenhafte Wahrzeichen der Stadt Grevesmühlen. Das soll noch besser vermarktet werden. Quelle: Fotos: Jana Franke, Cornelia Roxin (1)

Was fällt Ihnen spontan zu Berlin ein? Wahrscheinlich der Fernsehturm! Zu Hamburg die Reeperbahn. Frankfurt am Main hat die Skyline, Dresden den Zwinger, Wismar die Wasserkunst. Grevesmühlen soll in Zukunft neben den Piraten noch mehr mit der Krähe in Verbindung gebracht werden. CDU- und SPD-Politiker fordern von der Stadtverwaltung eine bessere Vermarktung. Nun wurde ein Konzept erarbeitet.

Wahrzeichen soll mehr in den Mittelpunkt rücken / Viele Aktionen geplant

Die Krähe Paul und der Kontrollflug

* Diese Geschichte schrieb Max

Berendes als Grundschüler

Neue Ideen entwickelt

Das sieht unter anderem eine Lichtinstallation vor. Die Stadtwerke hatten zur Kulturnacht im vergangenen Jahr Krähen an der Rathauswand flattern lassen. „Die technischen Voraussetzungen liegen vor, das dauerhaft anzubieten“, erläutert Dorina Reschke vom Stadtmarketing. Die Stadt müsste für Materialien einmalig 6513,39 Euro in die Hand nehmen.

Gedanken hat sich Dorina Reschke auch über eine Neuauflage des Kochbuchs „Kreihnsdörper Lieblingsrezepte“ gemacht. „Die erste Auflage von 2006 wurde sehr gut angenommen“, weiß sie. Das Vorhaben für das neue Buch: Kreihnsdörper senden ihre Lieblingsrezepte ein, eine Jury wählt die besten aus, die schließlich in Buchform veröffentlicht werden. „Die anfallenden Kosten von etwa 3000 Euro können durch den Verkaufserlös des Buches refinanziert werden“, rechnet Dorina Reschke vor.

Ähnlich ist es mit der Broschüre „Sagen und Märchen rund um Grevesmühlen“ gedacht. Der 52-seitige Erlebnisführer mit zehn Wanderrouten erscheint bis zum Jahresende. „Er wird eine Kombination aus der bisherigen Radbroschüre, dem Faltblatt zur Sagen- und Märchenstraße und dem Heft über die Märchen und Sagen aus Grevesmühlen“, verrät sie.

In der Entwicklung ist zudem ein interaktives Spiel, das Nutzer der Internetseite www.sagen-und-maerchenstrasse-mv.de ausprobieren können. Und: „Kreihnsdörp – alles aus einem Nest“ soll auf einer Einkaufstasche prangen, die Kunden in Geschäften bekommen. Dann gibt es noch die Idee eines Krähentalers und der Weiterentwicklung des gastronomischen Angebots. Dann können wir Krähensuppe, Krähenfutter oder ähnliches essen.

Was gibt es bereits?

An einigen Plätzen der Stadt hat sich die Krähe als Figur bereits niedergelassen: an der Grundschule „Fritz Reuter“, auf dem Blumenwagen an der B 105, den Unternehmer anlässlich des 65.

Geburtstages des ehemaligen Bürgermeisters Jürgen Ditz aufstellten, am Kunstwerk vor dem ehemaligen Finanzamt in der Goethestraße. Außerdem gibt es den Krähenbrunnen am ehemaligen Markant und die Graffiti-Zeichnung von Daniel Wrede an der Tiefgarage des Rathauses, die das sagenhafte Krähentor zeigt, das ein Fuhrwagen im 13. Jahrhundert nicht passieren konnte, weil Wiesenbäume davor quer lagen. Erst nach dem Hinweis einer Krähe, den Stamm zu drehen („Scharp vör“), soll der Fuhrwagen in die Stadt gerollt sein. Auch im kulturellen Bereich spielt die Krähe eine Rolle:

Adventsmarkt, Seniorenverein, Karnevalverein, Rassegeflügel-Ausstellung, Kleintiermarkt – alle tragen den Namen Kreihnsdörp vorweg. Im Sport gibt es den Kreihencup, die Turnkrähe, die Freizeitkicker Kreihnsdörp und das Maskottchen des Vereins „Blau Weiß“. Die Krähe kann sogar vernascht werden – als „Krähenhappen“ und „Krähenpunsch“. Beides kreierte die heimische Bäckerei Freytag.

Wettbewerb zur Krähensage

Der schwarze Vogel ist auch in der Schule unterwegs. Die Stadt ruft die Drittklässler der beiden Grundschulen jedes Jahr zum Schreib- und Lesewettbewerb zum Thema „Krähensage“ auf. Für die fünf besten Aufsätze gibt es Preise. Einen staubte Max Berendes vor vier Jahren ab – als Erstplatzierter im Jahr 2013. „Früher habe ich mir gern Geschichten ausgedacht und Aufsätze geschrieben“, erzählt der heute 13-Jährige aus Gostorf. Deutsch gehört heute nicht mehr zu seinen Lieblingsfächern, gibt er zu. Nicht zuletzt, weil der Schüler an einer Le

se-Rechtschreibschwäche leidet. „Umso mehr habe ich mich damals gefreut, dass ich Erster wurde.“

In seiner Geschichte erwähnt er die Skaterbahn am Ploggensee. „Die bin ich als Kind oft rauf- und runtergelaufen“, erinnert er sich. Am meisten hat ihn damals geärgert, dass der Spielplatz vor der Kita „Am Lustgarten“, Anfang der 1990er Jahre von der damaligen Bundesjugendministerin Angela Merkel eingeweiht, entfernt wurde. „Dort habe ich oft gespielt“, sagt Max. Auch das hat er in seiner prämierten Geschichte aufgenommen, die mit dem Satz endet, dass seine fiktiven Krähen zum Bürgermeister flattern, um ihm Ideen für einen neuen Spielplatz zu überbringen. Ob Max zu diesem Zeitpunkt schon an solch einen tollen wie auf der Bürgerwiese dachte? Er lacht. „Nein, aber der ist wirklich toll geworden“, lobt der Siebtklässler.

Jana Franke

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