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Grevesmühlen Sanierung des Amtsgebäudes wird teurer
Mecklenburg Grevesmühlen Sanierung des Amtsgebäudes wird teurer
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00:05 13.12.2017
Klütz

Die Sanierung des Verwaltungsgebäudes in Klütz stellt sich aufwendiger dar, als zunächst gedacht. Für das Brandschutzkonzept muss im Dachgeschoss ein neuer zweiter Rettungsweg geschaffen werden. Der vor etwa drei Jahren beim Umbau geschaffene Notausgang über ein Fenster zum Hof kann mit der Drehleiter der Klützer Feuerwehr nicht erreicht werden, wie sich in einem Test gezeigt hat. Dadurch werden die geplanten Kosten für den ersten Bauabschnitt voraussichtlich steigen.

Das Verwaltungsgebäude in Klütz soll saniert werden. Im gläsernen Verbindungsbau ist ein Aufzug geplant. Quelle: Foto: Malte Behnk

Bereits vor einem Jahr war im Amtsausschuss die Maßnahme beschlossen worden, die in mehreren Bauabschnitten etwa 2,2 Millionen Euro kosten soll. Für die Sanierung nach Kriterien der Barrierefreiheit und des Energieverbrauchs ist eine Förderung von 90 Prozent in Aussicht gestellt, der Eigenanteil würde über liquide Mittel des Amtes gedeckt.

Doch schon für den ersten Bauabschnitt wird nun deutlich, dass die veranschlagten 646000 Euro nicht ausreichen werden. Die Wismarer Planerin Sabine Thrun hatte ein Brandschutzkonzept erarbeitet.

Danach müssen in allen Etagen bodentiefe Fensteröffnungen geschaffen werden, durch die Personen im Brandfall gerettet werden können. Im Dachgeschoss muss solch eine Fensteröffnung an die seitliche Wand verlegt werden.

Für die energetische Sanierung des Gebäudes wurde unter anderem dessen Dichtigkeit geprüft. Die Prüfung ergab, dass durch geschlossene Fenster und Türen fast sechsmal so viel Luft entweicht, als bei einem Neubau vorgesehen. „Sie überschreiten damit die baurechtliche Zulässigkeit“, erklärte Planer Carsten Großmann aus Bad Doberan. Außerdem werde im Sommer die Raumtemperatur im Dachgeschoss oft überschritten.

Eine Erneuerung der Fenster und Türen sowie eine andere Verglasung des Glasverbindungsgebäudes und eine moderne Lüftungsanlage soll deutliche Verbesserungen bringen.

  Die Lüftungsanlage soll zudem Wärme aus der Luft abnehmen, die dann wieder für warmes Wasser oder zum Heizen benutzt werden könnte.

Unter anderem wird vom Gesetzgeber verlangt, dass bei der Sanierung von öffentlichen Gebäuden der Verbrauch fossiler Rohstoffe wie Öl oder Gas verringert wird. Das könne mit so einer modernen Belüftungsanlage mit Wärmetauschern und Wärmepumpen und Kombination mit Solarenergie erreicht werden, sagte Großmann.

Das Landesförderinstitut, von dem sich die Amtsverwaltung eine große Unterstützung erhofft, legt zudem großen Wert auf die Erreichbarkeit des öffentlichen Gebäudes. So muss der barrierefreie Haupteingang an der Rückseite des Amtsgebäudes angelegt werden.

An der Straßenseite habe der Eingangsbereich eine Steigung von acht Prozent, was zu steil ist. Daher wird von der Rückseite aus eine geschwungene Rampe geplant. Die lange Treppe soll erhalten bleiben.

Im Gebäude selber müssen für einen barrierefreien Zugang Türen verbreitert werden. Allerdings betrifft das nicht alle Räume. Einige Dienstzimmer sind so klein, dass mit den Möbeln kein Rollstuhl dort Platz finden würde. Im Erdgeschoss könnten drei, im Obergeschoss zwei Räume barrierefrei umgebaut werden.

Auch für den Bau eines notwendigen Aufzugs, der im gläsernen Verbindungsbau entstehen soll, wurden erste Gespräche geführt. Für ihn hat Planerin Sabine Thrun einen Bauantrag erarbeitet, der auch das Brandschutzkonzept enthält. Sobald er gestellt und genehmigt ist und Fördergeld genehmigt wurde, könnten erste Arbeiten beginnen.

Fakten zu Umbau und Sanierung

2,2 Millionen Euro soll die Sanierung des Verwaltungsgebäudes in Klütz kosten. Nach der erhofften 90-prozentigen Förderung soll der verbleibende Eigenanteil aus einer Rücklage der Amtsverwaltung gezahlt werden. Das ist Geld, das den amtsangehörigen Gemeinden gehört. Sie hatten es bereits zum Beispiel über die Amtsumlage gezahlt, es wurde aber nicht ausgegeben.

646000 Euro soll der erste Bauabschnitt kosten. Da für das neue Brandschutzkonzept zusätzliche Baumaßnahmen notwendig werden, muss neu kalkuliert werden.

Die Umsetzung der Barrierefreiheit, nicht nur für gehbehinderte Menschen, sondern auch für Seh- und Hörgeschädigte, ist eine Voraussetzung für Fördermittel.

1994 war das Amtsgebäude umgebaut und saniert worden. Dabei wurden offenbar Fehler gemacht. Unter anderem wurde ein zweiter Rettungsweg im Dachgeschoss geschaffen, der in der Praxis nicht nutzbar ist, wie sich jetzt zeigt.

Malte Behnk

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