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Grevesmühlen Schafft der FC Anker gegen den HSV die Sensation?
Mecklenburg Grevesmühlen Schafft der FC Anker gegen den HSV die Sensation?
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00:05 20.05.2016
HSV-Trainer Bruno Labbadia feuerte am vergangenen Sonnabend im heimischen Volksparkstadion sein Team gegen den FC Augsburg an. Am Sonntag ist er zu Gast im Kurt-Bürger-Stadion. Quelle: Ln Imago Sportfotodienst

Schafft der Oberligist FC Anker Wismar am Sonntag gegen den Bundesligisten Hamburger SV eine Sensation und gewinnt das Freundschaftsspiel oder gehen die Schützlinge von Anker-Trainer Christiano Dinalo Adigo sang- und klanglos unter? Diese Frage stellen sich viele Ankerfans, die am 25. Juli 2009 im Wismarer Kurt-Bürger-Stadion dabei waren, als der FC Anker, damals noch in der Verbandsliga, den Bundesligisten Hannover 96 sensationell mit 2:1-Toren besiegte. „Ich kriege noch heute Gänsehaut, wenn ich daran zurückdenke“, sagt Marcel Heine. Er war damals der Torschütze zum 1:0. „Ich bekam den Ball von André Hildebrandt maßgeschneidert auf meinen Kopf und konnte den Ball ins Gehäuse der Hannoveraner versenken. Die Freude war natürlich riesengroß, denn, wem gelingt schon ein Tor gegen einen Bundesligisten?“, meint Heine. Der Wismarer Stürmer gehört zwar nicht mehr zum Oberligateam, dennoch geht der 28-Jährige noch in der zweiten Anker-Mannschaft in der Landesliga Nord auf Torejagd.

Ich freue mich sehr, dass ich meine Fußballkarriere gegen den Hamburger SV beenden kann.“Fabian Bröcker (FC Anker), Mannschaftskapitän des Oberligateams

Vor 2200 Zuschauern lieferten die Wismarer dem haushohen Favoriten Hannover 96 einen beherzten Kampf. Von einem Klassenunterschied war teilweise in diesem Spiel nichts zu sehen. Nach einer weiteren Pleite im DFB-Pokal eine Woche später bei Eintracht Trier musste sogar der damalige Trainer Dieter Hecking (heute Cheftrainer beim VfL Wolfsburg) seinen Hut nehmen. Nach der Niederlage in Wismar saßen der Präsident Martin Kind und der Manager Jörg Schmadtke wie versteinert auf der Tribüne im Wismarer Kurt-Bürger-Stadion. „Unfassbar“, meinte Kind. Denn beide hatten mit einem zweistelligen Ergebnis für ihre Mannschaft gerechnet.

Dass sich der FC Anker seit seiner Vereinsgründung bisher gegen Bundesligisten immer tapfer geschlagen hat, beweisen die erzielten Ergebnisse. Am 21. Februar 1998 unterlagen die Wismarer gegen den FC Hansa Rostock nur mit 0:3. Mehr als drei Tore schaffte am 15. Mai 1998, also nur drei Monate später, auch nicht der SV Werder Bremen. Die Wismarer verloren ebenfalls mit 0:3. Das erste Tor gegen einen Bundesligisten gelang dem FC Anker Wismar dann wieder drei Monate später gegen den Hamburger SV. Beim 1:5 schoss das Ehrentor für die Wismarer in der 47. Minute Stürmer Lars Sperling. 45 Minuten konnten die Gastgeber dann in der zweiten Halbzeit das Tor gegen die Mannschaft vom damaligen Trainer Frank Pagelsdorf „sauber halten“. Allerdings chancenlos war der FC Anker in der zweiten Begegnung gegen Hannover 96. In der ersten Runde im DFB-Pokalspiel am 25. Juli 2009 gingen die Wismarer vor 6000 Zuschauern auf der Lübecker Lohmühle mit 0:6 sang- und klanglos unter. Der damalige Trainer Mirko Slomka hatte sein Team akribisch vorbereitet und wollte sich gegen den FC Anker keine Blöße geben.

Nun blicken die Fans des FC Anker und des Hamburger SV gespannt auf das Freundschaftsspiel am Sonntag im Kurt-Bürger-Stadion. Um 16 Uhr wird diese Begegnung angepfiffen. Eintrittskarten gibt es im OZ-Service-Center in der Mecklenburger Straße 28, aber auch in der Geschäftsstelle des FC Anker im Kurt-Bürger-Stadion und am Spieltag auch an der Stadionkasse. Anker-Mannschaftskapitän Fabian Bröcker freut sich besonders auf dieses Spiel. Denn der 33-Jährige gehörte einst zum Kader des Bundesligisten HSV, absolvierte in der zweiten Mannschaft einige Spiele, ehe er dann über die Stationen Aue, Elversberg und Braunschweig 2008 zum FC Anker kam. Er befindet sich auf „Abschiedstour“. Nach Abschluss der Oberligasaison hängt Bröcker seine Fußballschuhe an den berühmten Nagel. „Ich freue mich sehr, dass ich meine Faußballkarriere gegen den Hamburger SV beenden kann, denn dort habe ich im Nachwuchs meine Ausbildung erhalten“, sagt Bröcker.

Peter Preuß

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