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Schicksal ist nicht planbar, die Vorsorge schon

Wismar Schicksal ist nicht planbar, die Vorsorge schon

100 OZ-Leser informierten sich gestern Abend in Wismar über die Themen Patientenverfügung, Vollmacht und Pflege / Experten beantworteten Fragen

Wismar. Was passiert mit mir, wenn ich nach einem Unfall im Koma liege? Wer kümmert sich um mich, wenn ich selbst nicht mehr darüber bestimmen kann? „Ehegatten, Eltern oder die volljährigen Kinder sind nicht automatisch die Angehörigen, die einen dann vertreten können“, erklärte Markus Juhls, Sprecher der AOK Nordost, gestern Abend beim OZ-Leserforum „Achtung, vorsorgen!“. 100 Interessierte sind der Einladung in die Hochschule Wismar gefolgt, um sich von Experten dieses wichtige Thema erklären zu lassen.

Außerdem konnten die Besucher im Anschluss an die Vorträge ihre persönlichen Fragen stellen und Ratschläge von den Referenten sammeln.

„Das Schicksal ist nicht planbar, die Vorsorge allerdings schon“, betonte Juhls. „Und damit sollte man schon in jungen Jahren beginnen. Unfälle passieren nicht nur älteren Menschen.“ Es sei nie zu früh, eine Vorsorgevollmacht abzuschließen“, wurde Juhls nicht müde zu erwähnen. „Und ganz wichtig: So etwas muss in den guten Tagen geregelt werden.“

Markus Juhls empfiehlt: „Holen Sie sich Unterstützung!“ So beispielsweise in einem der 14 Pflegestützpunkte, die es in Mecklenburg-Vorpommern gibt. Die Beratung ist kostenlos und unabhängig von den Pflege- oder Krankenkassen. Stefanie Herrmann und Marlind Schöne arbeiten im Pflegestützpunkt in Wismar. Die beiden wissen aus der Praxis: „Unsere erste Frage lautet fast immer, ob es eine Vorsorgevollmacht gibt“, erklärte Sozialarbeiterin Stefanie Herrmann. „Denn nur mit solch einer können wir individuell helfen und die Angehörigen bei dem oft schwierigen Weg begleiten.“ Liege eine Vollmacht nicht vor, können die Ansprechpartner in den Pflegestützpunkten lediglich allgemeine Informationen geben. Ebenfalls wichtig: „Ihre Vorsorgevollmacht muss zugänglich und griffbereit sein!“, erklärte Juhls den Zuhörern. „Es bringt Ihnen nichts, wenn keiner von diesem Dokument weiß beziehungsweise wo es im Ernstfall zu finden ist.“ Eine Vollmacht könne durchaus handschriftlich sein. „Wer Hilfe beim Schreiben braucht, für den gibt es Broschüren mit vorgefertigten Textbausteinen.“ Nicht unbedingt die individuellste Lösung, doch immerhin eine Grundlage.

Vorsorgevollmacht, Patientenverfügung, Betreuungsverfügung — das klingt schon komplex. Zahlreiche Fragen haben die Besucher deshalb mitgebracht. „Ich finde besonders das Erbrecht kompliziert“, sagte Wolfgang Kröger aus Klütz. „Meine Frau und ich, wir haben zwar schon einiges aufgesetzt. Nun wollen wir wissen, ob wir rechtlich damit auf der richtigen Seite sind.“ Man höre in den Medien immer wieder etwas zu diesem Themenkomplex. „Für mich ist aber nicht immer verständlich, wie in einigen Fällen vom Gericht entschieden wird“, so die Einschätzung des 74-Jährigen.

Liselotte Meier und ihr Ehemann Heinz haben sich ebenfalls bereits mit Vorsorgevollmacht und Co. beschäftigt. „Wir wollen nun schauen, was wir noch machen können“, sagt die 80-Jährige. „Es hat sich ja in den letzten Jahren sehr viel geändert.“ Die beiden wissen: „Wir kümmern uns lieber rechtzeitig darum, bevor man später vom Gericht irgendeinen Vormund vorgesetzt bekommt.“

Ein weiterer Referent gestern Abend war Notar Martin Arnold. Er erklärte den Zuhörern unter anderem, wann ein Besuch beim Notar sinnvoll ist. „Nicht jede Vollmacht muss zwingend notariell beglaubigt werden“, erläuterte Arnold. „Doch in bestimmen Bereichen haben Sie Vorteile dadurch.“

Pflegestützpunkt Nordwestmecklenburg: Börzower Weg 3 in Grevesmühlen, ☎ 0 38 41/30 40 50 80

oder 50 81

Von Vanessa Kopp

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