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Grevesmühlen Teddys mit Namen
Mecklenburg Grevesmühlen Teddys mit Namen
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13:15 10.04.2018
Simone Grams, ehemalige Textiltechnikerin, hat aus der Not eine Tugend gemacht. Als sie arbeitslos wurde, hat sie das Sticken mit Maschine erlernt. Seit Anfang April leitet sie die kleine „Stickerei Grams“ am Grevesmühlener Markt, wo alle möglichen Dinge mit sehr persönlichen Motiven bestickt werden können. Quelle: Annett Meinke
Grevesmühlen

Sticken - klingt ein bisschen altmodisch. So nach vergangenem Jahrhundert, nach Nähunterricht und anderen für die meisten Menschen der heutigen Zeit irgendwie zu langsamen und damit langweiligen Dingen. Von denen mancher glaubte, sie seien längst im Orkus der Zeit verschwunden.

Tatsächlich aber punktet Besticktes gerade wieder. Und dabei muss es nicht einmal langsam zugehen - wenn eine Stickmaschine mit Computer die ganze Sache übernimmt. So eine Maschine gehört Simone Grams, die seit Anfang April eine kleine Stickerei ganz in der Nähe des Grevesmühlener Marktplatzes betreibt, in der August-Bebel-Straße 14.

Simone Grams hat einstmals den Beruf der Posamentiererin gelernt – oder, wie der Beruf in der DDR lapidar hieß: Facharbeiter für Textiltechnik. Die Grevesmühlenerin, die als Kind, die Kurt-Bürger-POS besuchte – die heutige Wasserturmschule – arbeitete in der in Grevesmühlen ansässigen PGH, die Lampenschirme herstellte.

Mit der Wende 1989 kam bald die Arbeitslosigkeit – wie bei so vielen Menschen in der Region, die in Betrieben arbeiteten, die es bald nach der deutschen Einheit nicht mehr geben sollte. Simone Grams hatte das Glück in dem Grevesmühlener Beschäftigungsverein „Kleidung e.V.“ über eine Arbeitsbeschaffungsmaßnahme einsteigen zu können. Den leitete damals Elsbeth Böse.

„Da gab es so eine alte Stickmaschine“, erzählt Simone Grams, „an der habe ich dann erst einml das Sticken gelernt.“ Keine wirklich leichte Arbeit, sagt sie. „Man muss sich konzentrieren, die Maschine wurde mit den Beinen angetrieben, und man musste mit der Hand den Stoff gut führen.“ Dennoch fand sie Geschmack am Sticken.

Eben jene Projektleiterin dieses Vereins war es, die Simone Grams später ermutigte, sich mit Stickereien selbstständig zu machen. Simone Grams mietete sich einen kleinen Laden im Badstüberbruch im Jahr 2005 und begann zunächst einmal mit „Fahnenstickerei“. Vereine kamen zu ihr, die sich Fahnen und Wimpel besticken ließen. Irgendwann wollte Simone Grams aber anderes sticken. Sie wollte sich ausprobieren, mit anderen Materialien.

Nach reiflichem Überlegen, entschied sie, sich von ihrer alten Stickmaschine zu trennen und sich neuen Zeiten zu öffnen. Sie kaufte sich kurzerhand einen Stick-Computer. Und der kann jede Menge. Zum Beispiel komplizierte Firmenlogos auf T-Shirts oder Pullover sticken, oder auf Jacken, Handtücher und anderes. Diese mit einem Computer gekoppelte Maschine kann aber genauso auch kuschlige Teddybären und andere Seelengefährten für Kinder ganz individuell besticken.

Das Besondere an diesen Kuscheltieren, erzählt Simone Grams stolz, ist, dass man das Innenleben der Figuren in Form eines Kissens problemlos herauslösen und die Hülle samt Stickerei waschen kann. Sie bestickt auch Strampler, Babyhandtücher und Babydecken, Schnuffeltücher, Hemdchen, Höschen, Betttücher. Der Fantasie sind kaum Grenzen gesetzt.

Diego, mit vollem Namen „Diego von der Orchidee“, ist immer mit dabei. Der elf Jahre alte Parson Russell Terrier ist Simone Grams „Maskottchen“ – und für einen Terrier ziemlich entspannt. Im Badstüberbruch hat er immer auf der Fensterband gelegen, jetzt liegt er im hinteren Bereich des Ladens, dort wo die Stickmaschiene arbeitet. Was den gelassenen Hund nicht stört, der gern in seinem Körbchen liegt und ruht – und in der Regel nicht sonderlich auf Eintretende reagiert. „Es sei denn, es kommt ein Hund mit“, sagt Simone Grams lachend. „Aber mit den meisten versteht er sich. Weil er eben so untypisch ruhig für einen Terrier ist.“ Dennoch will sie demnächst ein Gitter anbringen, damit Diego gar nicht erst in den vorderen Ladenbereich gelangt. „Sicher ist sicher“, meint Simone Grams.

Die meisten ihrer Kunden, erzählt sie, kommen über Mund-zu-Mund-Propaganda. „Jemand hört von uns oder sieht Arbeiten und kommt vorbei.“ Es sind nicht nur Geschäftskunden, die größere Stückzahlen ordern, auch immer mehr Leute, die ein pesönliches Geschenk suchen. Eltern, denen es nicht reicht, nur einen niedlichen Strampler zur Geburt des Kindes paratliegen zu haben – sondern einen, mit dem Namen ihres Sprößlings darauf. „Motive, die man sticken kann, gibt es viele“, sagt sie. Viele Muster hat sie, auch ausgefallene Wünsche, nimmt sie entgegen.

Meinke Annett

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