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Anstich für Spargel aus Schattin

Schattin Anstich für Spargel aus Schattin

Ernte des Edelgemüses auf einem zehn Hektar großen Feld hat begonnen / Die Qualität ist derzeit gut

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Zeljko Lukic (44) und Zbigniew Mikos (43) stechen Spargel auf einem Feld bei Schattin. Sie arbeiten für Familie Aewerdieck.

Quelle: Fotos: Jürgen Lenz

Schattin. Es ist angestochen: Die Spargelernte in Schattin hat begonnen. „Es ist ein bisschen später als im letzten Jahr“, sagt Regina Aewerdieck vom familiengeführten Hof Falkenhusen. Ein ungewöhnlich milder Februar ließ die Bauern landauf landab auf einen frühen Erntebeginn hoffen. „Aber im März fehlten die schönen Tage“, erklärt Regina Aewerdieck am Rand des Spargelfeldes in Schattin. Das kühle Wetter hat aber auch etwas für sich: Der Spargel ist nicht zu schnell gewachsen. Die Qualität ist gut. Und der Preis? „Die erste Sortierung liegt derzeit bei zwölf Euro“, antwortet die Landwirtin. Andere Sortierungen sind bereits für zehn und sechs Euro pro Kilogramm zu haben. Verkauft wird der Spargel im Lebensmitteleinzelhandel in der Region und im Hofladen des Hofes Falkenhusen am Absalonshorster Weg in Lübeck, unweit des westlichen Ufers der Wakenitz.

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Ernte des Edelgemüses auf einem zehn Hektar großen Feld hat begonnen / Die Qualität ist derzeit gut

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Bei der Preisgestaltung spielt nach Regina Aewerdiecks Auskunft auch der Mindestlohn eine Rolle. Im vorigen Jahr mussten die Landwirte 7,40 Euro brutto pro Stunde zahlen, jetzt sind es 8 Euro.

Die zusätzlichen Kosten können die Bauern nicht allein bewältigen. Spargel ist eine Kultur, die mit besonders viel Handarbeit verbunden ist. Nach Einschätzung des Deutschen Bauernverbands kann der Anbau des traditionsreichen Gemüses nur dann im bisherigen Umfang erhalten bleiben, wenn die Verbraucher bereit sind, für den Genuss etwas mehr zu zahlen. Das werde sich in diesem Jahr zeigen.

Rund 20 Erntehelfer arbeiten für Familie Aewerdieck. Sie baut nicht nur bei Schattin Spargel an. „Wir haben am Hof Falkenhusen noch sechs Hektar, auf denen wir zum ersten Mal Bio-Spargel ernten“, ergänzt Regina Aewerdieck.

Die meisten Erntehelfer kommen aus Polen — ein fester Stamm, schon seit Jahren. Was ihnen die Arbeit einfacher macht, ist der lockere Boden, der für Schattin typisch ist. „Das Freistechen der Stangen ist dadurch leichter“, erklärt Regina Aewerdieck. Besser ist der sandige Boden auch für den Spargel. In lehmiger und steiniger Erde wächst er schief.

Bis zum 24. Juni, dem Johannistag, soll die Erntezeit dauern. Dann gilt das alte Sprichwort: „Kirschen rot, Spargel tot.“ Am 22. Mai lädt der Hof Falkenhusen von 10 bis 17 Uhr zum Hoffest ein.

Er bietet Spargelsuppe, Gegrilltes, Torten, Traktorfahrten für Kinder, Kunsthandwerkliches und Lifemusik.

Spargel in MV

239 Hektar groß ist die Fläche, auf der in Mecklenburg-Vorpommern Spargel angebaut wird. Im vorigen Jahr wurden nach Auskunft des Statistischen Landesamtes im Schnitt 3700 Kilogramm pro Hektar geerntet. Im Rekordjahr 2014 lag die Durchschnittsernte in Mecklenburg-Vorpommern bei 4000 Kilogramm Spargel je Hektar. Die Erträge sind je nach Wetter, Boden und Lage allerdings sehr unterschiedlich.

20 594 Hektar groß ist nach Auskunft des Deutschen Bauernverbandes die Fläche, auf der in Deutschland Spargel wächst. Sie habe sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. In Niedersachsen wächst Spargel auf 4443 Hektar, in Nordrhein-Westfalen auf 3453 Hektar, in Brandenburg auf 2861 Hektar, in Bayern auf 2670 Hektar, in Baden-Württemberg auf 2217 Hektar. 2015 ernteten die Spargelanbauer in Deutschland rund 113000 Tonnen. Das sind knapp anderthalb Kilogramm für jeden Bundesbürger. Für eine Ernteprognose 2016 ist es nach Auskunft des Bauernverbandes noch zu früh. jl

Schattin gestern und heute: Haus Aewerdieck

Familie Aewerdieck gehört ein geschichtsträchtiges Haus in Schattin. Ursprünglich befand sich an der Stelle ein reetgedecktes Anwesen. Es stand unter Denkmalschutz. Der Lübecker Denkmalrat führte das damalige „Haus Oldenburg“ als Musterbeispiel für niederdeutsche Hallenhäuser an. Der Hintergrund: Bis 1937 gehörte Schattin als Exklave in Mecklenburg zum Freistaat Lübeck. Durch ein Gewitter am 25. Juni 1933 brannte die Bauernstelle mit Wohnhaus und Ställen ab.

Über das Schicksal des Besitzers Heinrich Oldenburg heißt es im Buch „Familiengeschichte des Kirchspiels Herrnburg“ von Eberhard Specht: „Im Januar 1949 wurde er willkürlich verhaftet und ohne ordentliches Gerichtsverfahren in Untermaßfeld inhaftiert, wo er am 24. Mai 1950 an den Folgen von Folterungen starb.“ Der Hof wurde zum „Eigentum des Volkes“ erklärt und dem Volkseigenen Gut

(VEG) Schattin zugeschlagen. Nach der Wende erfolgte die Rückübertragung an eine Erbin, die zunächst verpachtete und dann an Johannes Aewerdieck verkaufte. jl

Von Jürgen Lenz

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