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Der Unbeugsame und sein Lebenswerk

Schönberg Der Unbeugsame und sein Lebenswerk

Trotz Mahnungen und Kontopfändung: Günther Würtz bleibt eisern bei seiner Methode der Abwassernutzung.

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Günther Würtz hat Schrifttafeln an sein Haus montiert, mit denen er über seine Vorschläge informiert, wie Natur und Mensch vor einer fortwährenden Zerstörung bewahrt werden können. Von Behörden fühlt sich der 77-Jährige wie ein Umweltverbrecher behandelt.

Quelle: Jürgen Lenz

Schönberg. Ihm wurden Ordnungsgelder von mehreren Tausend Euro angedroht, ihm wurde eine Zwangsvollstreckung von Widerspruchsgebühren angekündigt, ihm wurden Mahnungen zugeschickt, ihm wurde durch eine Vollstreckungsbehörde monatelang das Konto gepfändet. „Die Sache ist eine Leidensgeschichte“, sagt Günther Würtz. „Die Sache“, das ist ein Forschungsprogramm des Schönbergers:

die Nutzung häuslichen Abwassers durch Baumkulturen. 1993 begann Günther Würtz mit dieser Methode. Der 77-Jährige sagt: „Behandelt werde ich deswegen von den Behörden wie ein Umweltverbrecher.“

Gebrochen wurde sein eiserner Wille nicht. Günther Würtz bleibt entschlossen, unnachgiebig. „Sonst würde ich mein Lebenswerk begraben“, sagt er. Dann fügt er hinzu: „Ich muss das alles durchfechten und ausbaden.“ Gespräche mit Landräten und dem früheren Umweltminister Wolfgang Methling haben daran bis heute nichts geändert.

Was treibt Günther Würtz seit 22 Jahren an? Was hat den freundlichen, liebenswürdigen Mann in der Sache so unbeugsam werden lassen? „Ich sehe es als meine Pflicht an, weil ich Hunger, Not und Tod schon als Kind kennengelernt habe“, antwortet Günther Würtz. Er mache es doch nicht für sich.

Günther Würtz wuchs zur Zeit des Zweiten Weltkriegs und in der Nachkriegszeit auf. Hunger und Not sieht er heute im Fernsehen und sagt, Methoden zur Verbesserung des Bodens, wie er sie praktiziert, seien ein Mittel dagegen, weil sie, wie er betont, zur Verbesserung des Bodens beitragen und letztlich der Klimaerwärmung entgegenwirken würden. Daran denkt Günther Würtz auch, wenn er die Bilder von Menschen sieht, die ihr Leben riskieren, um aus Afrika nach Europa zu fliehen. Der 77-Jährige sagt: „Sie würden in ihrer Heimat bleiben, wenn sie dort ihre Lebensgrundlagen hätten.“

Einem hohen Ethos fühlt sich Günther Würtz verpflichtet. In der gesetzlichen Pflicht, das häusliche Abwasser der Abwasserbeseitigung zu überlassen, sieht er dagegen „das gesetzliche Verbot zur Kreislaufwirtschaft und der Nachhaltigkeit.“ Es sei „eine Kriegserklärung an die Natur“. Günther Würtz versteht das wie eine Kriegserklärung an sich selbst. Den Freund von Natur und Umwelt empört der Gedanke, wie ein Umweltverbrecher behandelt zu werden. Den Vorwurf, seine Abwassernutzung entspreche nicht den Gesetzen, kontert er mit dem Gedanken: „Wer nicht nach den lebenserhaltenden Naturgesetzen lebt, hat keine Ahnung von der Schöpfung.“ Jedes Gesetz müsse dem Allgemeinwohl dienen — und daraufhin überprüft werden dürfen. Zornig und enttäuscht klingt Günther Würtz, als er nach 22 Jahren Kampf sagt: „Wir sind nicht mehr in einem Rechtsstaat, wenn man ein Gesetz nicht mehr nach seinen Wirkungen hinterfragen kann.“ Für den Schönberger steht fest: „Ich mache es bis zum Lebensende.“

Wer nicht nach den lebens-
erhaltenden Naturgesetzen lebt, hat keine Ahnung von der Schöpfung.“Günther Würtz (77)

 



Jürgen Lenz

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