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Grevesmühlen Deutsch oder Denglisch — Das ist in Dassow die Frage
Mecklenburg Grevesmühlen Deutsch oder Denglisch — Das ist in Dassow die Frage
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00:00 03.04.2014
Thorwald Suhr aus Johannstorf liefert in Dassow vergnügliche Sprachkritik. Quelle: Dana Dolata

Zum Thema „Was wird aus der deutschen Sprache?“ hat Thorwald Suhr aus Johannstorf einen Vortrag beim „Prominentenfrühstück“ der Dassower Familienbegegnungsstätte gehalten.

Thorwald Suhr vertritt die Ansicht, dass man, so wie es Galilei, Luther und der gegen Goliath kämpfende David taten, auch einmal etwas aushalten muss, ist man anderer Ansicht als die meisten.

Den Vortrag hielt der aus Hamburg stammende ehemalige Gymnasiallehrer für Latein, Geografie und Ethik, weil er „eine gewisse Fachkenntnis hat und schon viel herumgekommen ist.“ Er spricht diverse Sprachen, war mehrmals in den USA und in Brasilien. Mehrere Jahre hat er zudem in Griechenland verbracht. Im Verein Deutsche Sprache mit aktuell etwa 36 000 Mitgliedern ist er ebenfalls präsent. „Aber wir sind zu wenige, um etwas zu ändern. Sie alle müssten mitmachen“, machte Suhr in Dassow klar. Er nimmt an, dass die letzten 14 Jahre lediglich der Anfang waren — und dass die nächsten 40 zeigen werden, was mit der Sprache wird, in der es vor Ausdrücken aus dem Englischen nur so wimmelt.

Das fiel auch Zuhörer Dr. Peter Klopf (82) aus Wismar auf. Er hat sich mit dem Stift alles auf einen Block geschrieben, was ihm in der Stadt aufgefallen ist an verenglischter Sprache. „Coffee to go“

steht ganz oben auf seinem Zettel. „Ich bin fürchterlich verärgert“, sagt Dr. Klopf.

„Er spricht mir aus der Seele“, lobt Hans Erpenschied (62) aus Dassow die Punkte, die Thorwald Suhr anspricht. Er findet es einfach schade um die Sprache. Suhr selbst sieht das naturgemäß

ähnlich. Er rezitierte an diesem Morgen nicht nur eifrig Rilke, sondern auch Limericks und freute sich über die Wirkung bei den Zuhörern. Auch eine Erklärung für das weit verbreitete Denglisch hat er. „Es klingt imposant und modern“, sagt Suhr — und wäre genau deswegen ein echter Betrug für ihn. Es mache eben mehr aus den Dingen, als sie sind. Suhr findet das fürchterlich peinlich. Klug für ihn: Wer es auch in Deutsch auszudrücken vermag. Er weiß: In anderen Ländern ist es nicht so, da wird nicht so sehr verenglischt. „Die Amerikaner und Engländer lachen sich kribbelig, wenn du im Flugzeug ,Handy‘ sagst“, erläutert Thorwald Suhr, da es unterwürfig klänge. „Handy, übrigens, ist eine Erfindung der Deutschen“, sagt er. Mobiltelefon klänge doch auch schön.



Dana Dolata

Eigentlich sollen sie andere abschleppen, doch jetzt ist in Wismar ein Abschleppwagen möglicherweise selbst auf den Haken genommen worden.

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