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Eine Balletttänzerin in Mecklenburg

Schönberg Eine Balletttänzerin in Mecklenburg

Die Palucca-Schülerin Andrea Daniel lebt unweit von Rehna. Sie gibt in Schönberg und Schlagsdorf Unterricht.

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Den rechten Fu� vor, die Arme elegant in die H�he: Kinder lernen bei Andrea Daniel Grundformen des klassischen Balletts. Zu ihren Tanzsch�lerinnen in Sch�nberg geh�rt auch die siebenj�hrige Jolina (3. v. l.).

Quelle: Jürgen Lenz

Schönberg. Sie hat bei der legendären Gret Palucca gelernt, an zahlreichen Theatern getanzt, Stücke inszeniert: Andrea Daniel, 1958 in Schwerin geboren, aufgewachsen in Rostock. Weimar, Erfurt, Halle und Cottbus sind einige von vielen Stationen ihres Werdegangs. „Ich hatte ein sehr bewegtes Leben“, sagt die Tänzerin und Choreografin während des Gesprächs in Schönberg. Dort und im nahe gelegenen Schlagsdorf hat sie nun begonnen, ihr Wissen und Können an Kinder weiterzugeben.

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Sonja (8), Frida (8) und Emilia (5, v. l.) heben im Ballettunterricht ab, den Andrea Daniel gibt. Die 1958 geborene Schülerin der Tanzlegende Gret Palucca sagt: „Es kommt mir immer auf die Freude an.“

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Sie selbst war zehn Jahre alt, als sie ins Internat der Palucca-Tanzschule in Dresden kam. „Das Tanzen war schön. Es hat mich durch harte Internatszeiten gebracht. Im Tanz war alles gut“, denkt Andrea Daniel heute zurück. Gerne erinnert sie sich an Gret Palucca, eine der international führenden Ausdruckstänzerinnen, deren Unterricht sich von dem vieler anderer Ballettlehrerinnen dadurch unterschied, dass nicht der körperliche Drill im Vordergrund stand, sondern die künstlerisch-geistige Erziehung. „Ich hatte von Anfang an einen guten Draht zu ihr“, erzählt Andrea Daniel. Das Improvisieren war während der siebenjährigen Ausbildung das Schönste für die junge Elevin. „Der Unterricht war aber auch harte Arbeit.“ Sie lernte die klassischen Techniken des Balletttanzes. Ein übertriebenes Körperideal sei aber nicht zu erfüllen gewesen, erzählt sie. „Beim Tanzen ist der Körper das Instrument. Wenn man ihn beherrscht, kann man ihn wieder loslassen“, sagt Andrea Daniel heute. Hat ihr der Tanz auch etwas fürs Leben abseits der Bühnen gegeben? Sie antwortet: „Alles! Er gehört einfach zu mir dazu.“

Eine gesunde und qualitativ hochwertige Ausbildung will die Tanzpädagogin den Kindern bieten. Sie sagt, es sei ihr auch wichtig, den vier bis acht Jahre alten Tanzschülern Freude an der Bewegung und am Können zu vermitteln. Dabei sei ein richtiges Training die Grundlage für Spaß und Erfolg. „Besonders unsere Kleinen lieben es, sich zu verschiedenen Rhythmen und Melodien zu bewegen und ihre Stimmungen körperlich auszudrücken“, erläutert Andrea Daniel. Altersgemäß gefördert würden auch Beweglichkeit, Koordination und Konzentration, das Musikalische und das Künstlerische. Disziplin gehöre dazu. „Ich denke, dass man das heute gut gebrauchen kann — aber nicht zu extrem, sondern in einem gesunden Maß.“ Ihren Unterricht erteilt sie dienstags ab 14.30 Uhr in Schönberg und mittwochs ab 15 Uhr in Schlagsdorf. Nutzt Andrea Daniel dabei die Erfahrungen aus ihrer Dresdner Zeit? „Die guten Sachen mache ich, die schlechten nicht.“ Sie freue sich immer wieder auf den Unterricht. Das sieht man ihr an. Und die Schüler freuen sich auch. Das sieht man ihnen ebenfalls an.

Mit welchem Satz würde sie beschreiben, was Tanz für sie ist? Andrea Daniel schmunzelt, überlegt eine Weile. Dann sagt sie: „Singen mit dem Körper.“ Die Musik sei ihre allergrößte Liebe. Wie fühlt sie sich heute, wenn sie die Ballettmusik hört, zu der sie bis Anfang der 90er Jahre auf den Bühnen tanzte? „Gut“, antwortet sie. Am liebsten höre sie Klassik. „Das hat mich geprägt.“ Sie möge aber auch viele Rock- und Poplieder.

Familiäre Wurzeln verbinden Andrea Daniel bis heute mit Mecklenburg. Mutter, Schwester, Tochter und zwei Enkelinnen wohnen in der Gegend, sie selbst in einem Dorf unweit von Rehna. „Ich fühle mich hier zu Hause, aber ein Teil von mir ist immer in Thüringen und Sachsen“, sagt die 54-Jährige. Wird sie irgendwann wieder wegziehen? „Nein. Nun bin ich endgültig zurückgekommen. Hier bleibe ich jetzt.“

Kontakt: www.andreadaniel.de,

☎ 01 52/54 23 22 90.

Traditionsreiche Schule
1925 gründet die Tänzerin und Tanzpädagogin Gret Palucca in Dresden ihre eigene Schule.

1936 wird Gret Palucca nicht mehr erlaubt, Freien Tanz zu lehren. Drei Jahre später wird ihre Schule geschlossen.

1945 eröffnet Paluccas Tanzschule wieder. Sie wird 1949 verstaatlicht. 1957 errichten Arbeiter einen Neubau für die Palucca-Schule, die nun vom klassischen Tanz russischer Prägung dominiert wird. Gret Palucca erteilt das Fach „Neuer Künstlericher Tanz“.

1990 beginnt die Rückbesinnung der Palucca-Schule auf ihre Wurzeln. Sie lehrt zeitgenössischen Tanz, Improvisation und klassischen Tanz. Seit 1999 ist sie die einzige eigenständige deutsche Hochschule für Tanz. jl

Jürgen Lenz

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