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Grevesmühlen Einmalig in Deutschland: 400 Jahre Familiengeschichte
Mecklenburg Grevesmühlen Einmalig in Deutschland: 400 Jahre Familiengeschichte
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00:00 13.03.2013
Eine B�ste erinnert vor dem Schulzenhof in Demern an den Heimatdichter und Politiker Rudolf Hartmann, der 1885 in dem Bauernhaus geboren wurde. Das Denkmal f�r den 1945 im Vernichtungslager Mauthausen Ermordeten stand urspr�nglich am Stadtpark in Sch�nber Quelle: Fotos: J�rgen Lenz
Schönberg

Mit dem Buch „Familiengeschichte des Kirchspiels Carlow-Demern“ von Eberhard Specht hat der Heimatbund für das Fürstentum Ratzeburg eine einzigartige Reihe fertiggestellt. „Mit dem vorliegenden Band ist die Familiengeschichte im Bereich des ehemaligen Fürstentums Ratzeburg fast vollständig in solcher Form ab dem 30-jährigen Krieg nachlesbar. Das ist in Deutschland einmalig“, schreibt Klaus-Peter Räsenhöft, Vorsitzender des Heimatbunds im Vorwort zum 428 Seiten starken Buch. Es informiert nicht nur über die heutigen Dörfer in den Bereichen Carlow und Demern, sondern auch über Orte und Örtlichkeiten, die im Laufe der Jahre verschwunden sind — wie das bei Klocksdorf am Röggeliner See gelegene Lassan, das im Mittelalter untergegangene Dependorf und die Teufelmühle bei Carlow.

Den Schwerpunkt bildet allerdings die reich bebilderte Geschichte der Bauernstellen, Schulen und Kirchen bis in die Gegenwart. Der Leser erfährt für jeden Hof, wer dort wann gelebt hat.

Unter den Bewohnern war auch Rudolf Hartmann, der 1885 auf der Schulzenstelle in Demern geboren wurde. Er saß von 1923 bis 1927 als Abgeordneter der Kommunistischen Partei im Landtag von Mecklenburg-Strelitz und war 1931 Delegierter auf dem Europäischen Bauernkongress. Zur Nazi-Zeit lebte er zunächst relativ zurückgezogen in Blüssen, wurde dann denunziert, inhaftiert und im März 1945 im Vernichtungslager Mauthausen ermordet. Vor seinem Geburtshaus in Demern erinnert eine Büste mit Gedenktafel an den Politiker und Heimatdichter.

Auch das ist im Buch „Familiengeschichte des Kirchspiels Carlow-Demern“ nachzulesen. Es vollendet eine Buchreihe, die 1900 mit der Erstausgabe der „30 Dörfer des Fürstentums Ratzeburg“ begann.

1926 folgte eine ergänzte Variante, 1996 eine nochmals erweiterte Ausgabe, 2006 die „Familiengeschichte des Kirchspiels Schlagsdorf“, 2009 die „Familiengeschichte des Kirchspiels Selmsdorf“ und 2011 die „Familiengeschichte des Kirchspiels Herrnburg“.

„Wir haben jetzt alle Orte beackert, die in unserem Bereich liegen“, sagt Klaus-Peter Räsenhöft. „Unser Bereich“ bedeutet in diesem Fall: alle Orte in Mecklenburg, die zum Fürstentum Ratzeburg gehörten. Dessen Hauptort war lange Zeit Schönberg. In der Buchreihe nicht erfasst sind die Exklaven des Fürstentums im heutigen Kreis Herzogtum Lauenburg, darunter Ziethen und Bäk.

Der Autor, Eberhard Specht, wohnt in Speyer. Er stammt aus dem Gebiet des früheren Fürstentums Ratzeburg.

Literaturhinweis: Erhard Specht: Familiengeschichte des Kirchspiels Carlow-Demern, 47,50 Euro, ISBN 978-3-9805722-9-3

Jürgen Lenz

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