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Endet die Zugehörigkeit der Domgemeinde zu Mecklenburg?

Ratzeburg/Schönberg Endet die Zugehörigkeit der Domgemeinde zu Mecklenburg?

Die Kirchengemeinde in Schönbergs Partnerstadt Ratzeburg soll ihren historischen Sonderstatus verlieren / Propst betont ihre Rolle als Ort zum Zusammenwachsen

Ratzeburg/Schönberg. Die Domhalbinsel in Ratzeburg und das Schönberger Land: Seit Jahrhunderten sind sie verbunden. Schönberg war viele Jahre Hauptort und Bischofssitz des Bistums und Fürstentums Ratzeburg, sogar nach der Teilung Deutschlands 1945 gehörte die Ratzeburger Domgemeinde kirchlich weiter zu Mecklenburg und seit 25 Jahren pflegen Schönberg und die Domstadt eine Städtepartnerschaft. Doch nun soll sich etwas ändern: Die Ratzeburger Domgemeinde soll im Jahr 2017 ihren historischen Sonderstatus „Reichsunmittelbarkeit“ verlieren und dann zum evangelischen Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg gehören. Das will die Landessynode der Nordkirche während ihrer Sitzung vom 29. September bis 1. Oktober beschließen. Bislang gehört die Domgemeinde zu keinem Kirchenkreis und ist direkt der Landeskirche Mecklenburg zugeordnet.

Mit einer solchen Entscheidung würde nach mehr als 300 Jahren die Zugehörigkeit zu Mecklenburg enden. Seit 1648 gehörte der Domhof territorial zum Fürstentum Ratzeburg, das nach 1701 an Mecklenburg Strelitz fiel. Die Stadt Ratzeburg wiederum gehörte weiter zum Herzogtum Sachsen-Lauenburg.

Der Dom und seine Gemeinde waren später Teil der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Mecklenburgs. Nach Gründung der DDR war die Kirchenverwaltung jedoch nicht in der Lage, sich um die Gemeinde zu kümmern. 1954 schuf sie den Verwaltungsbezirk Ratzeburg und übertrug die Verantwortung auf die Landeskirche Schleswig-Holstein. 1980 wurde die Domgemeinde schließlich der Nordelbischen Kirche zugeordnet, ihr Rechtsstatus aber nicht geändert. Auch nach der Wiedervereinigung änderte sich das nicht. Die Ratzeburger Domgemeinde war Ausdruck der Verbundenheit der Kirchenkreise.

In der Herbstsynode soll beschlossen werden, dass der Ratzeburger Dom künftig zum Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg gehören soll – das Ende des „Status Quo“? „Momentan sind wir im Beratungsstatus“, sagt Frauke Eiben, Pröpstin im Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg. „Der Dom braucht eine neue Heimat. Wir haben ihm freundlich signalisiert, dass wir uns freuen würden“, sagt Eiben. Dompropst Gert-Axel Reuß bestätigt die Verhandlungen „mit dem Ziel einer zukünftigen Zugehörigkeit der Gemeinde zu diesem Kirchenkreis“.

2012 fusionierten die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche, die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Mecklenburgs und die Pommersche Evangelische Kirche zur Nordkirche. Mehr als eine Übergangsregelung für den Dom gab es aber auch danach nicht.

Gert-Axel Reuß versteht die Domgemeinde als Brücke. Er wünscht sich, dass alles bleibt, wie es ist. „Der Domkirchengemeinderat ist der Meinung, dass eine Fortführung der bisherigen Praxis entsprechend des zwischen der Mecklenburgischen Landeskirche und der Nordelbischen Kirche vereinbarten Rechtsverhältnisses die beste Möglichkeit ist, als Gemeinde an diesem besonderen Ort zum Zusammenwachsen der Nordkirche beizutragen.“ Diese Aufgabe versteht Reuß als Teil ihrer Identität.

„Wir stellen uns darauf ein, dass die Synode die Neuordnung beschließen wird“, sagt Gert-Axel Reuß. Eine Entscheidung, zukünftig zum Kirchenkreis Lübeck-Lauenburg zu gehören, sei keineswegs ein Bekenntnis gegen den Kirchenkreis Mecklenburg.

ps/jl

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