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Euroimmun wächst auch in Selmsdorf

Selmsdorf Euroimmun wächst auch in Selmsdorf

Unternehmen schafft Arbeitsplätze in ehemaliger Produktionsstätte von Ladenbau Weimann

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Stefan Breitfeld (27) testet in Selmsdorf einen Analyseautomaten des Unternehmens Euroimmun. FOTOS JÜRGEN LENZ

Selmsdorf. Euroimmun boomt weiter. „Wir wachsen in diesem Jahr wieder um 20 Prozent“, sagt Axel Blankenburg, Finanzvorstand des weltweit erfolgreichen Produzenten von medizinischen Labordiagnostika und Analysegeräten. Allein in Deutschland hat das Unternehmen in den zurückliegenden zwölf Monaten 170 zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen – ein Teil davon in Selmsdorf, wo Euroimmun für weitere Jobs sorgen wird.

OZ-Bild

Unternehmen schafft Arbeitsplätze in ehemaliger Produktionsstätte von Ladenbau Weimann

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80 Frauen und Männer arbeiten derzeit in einer Betriebsstätte, die die Firma im Frühjahr 2015 kaufte. Es war das 1994 errichtete Produktions- und Verwaltungsgebäude des Lübecker Traditionsbetriebs Ladenbau Weimann, der 2014 nach 106 Jahren Firmengeschichte pleite ging. Damals verloren 85 Beschäftigte des Ladenbauers ihre Jobs. Im Laufe dieser Woche werden in dem Gebäude mehr Menschen Arbeit haben als vor dem Aus für Weimann. Zu den 80 vorhandenen Jobs von Euroimmun in Selmsdorf kommen nach Auskunft der Standortleiterin Ulrike Melchert nun zehn weitere hinzu.

„Wir haben hier in Selmsdorf Platz für rund 250 Mitarbeiter“, sagt Axel Blankenburg beim Betriebsrundgang. Die genau Zahl der zukünftigen Jobs in Selmsdorf lasse sich noch nicht genau beziffern. Der Grund: „Wir sind noch in der Planungsphase.“ Rund 4,5 Millionen Euro hat Euroimmun bereits in Selmsdorf inklusive Kauf der Betriebsstätte investiert. Der Finanzvorstand kündigt an: „Wir investieren weiter – in Abhängigkeit davon, dass wir genau wissen, welche Strukturen wir hier aufbauen.“

Am Standort Selmsdorf arbeiten bereits ein Teil der IT von Euroimmun, eine Lackiererei, eine Druckerei und eine Wäscherei. Ulrike Melchert erklärt: „Die gesamte Firmenwäsche wird hier gewaschen.“ Die Standortleiterin nennt ein Beispiel: „400 Kittel pro Woche.“

Euroimmun gelang es in Selmsdorf, Platznöte an anderen boomenden Standorten wie dem in Dassow aufzufangen. Den selben Zweck verfolgt das Unternehmen mit dem Kauf der früheren Produktionsstätte der HST Maschinenbau GmbH, die innerhalb des Dassower Gewerbegebietes „Holmer Berg“ in einen größeren Neubau umgezogen ist.

Die große ehemalige Produktionshalle von Weimann nutzt Euroimmun noch kaum. Das Unternehmen plant, hier künftig Analysegeräte zu montieren und zu versenden. Die bei Euroimmun erfolgreichen Bereiche Forschung, Entwicklung, Qualitätskontrolle und Service sollen hier ebenfalls eine große Rolle spielen.

Beim Rundgang durch die Betriebsstätte im Gewerbegebiet „An der Trave“ fällt auf: Hier arbeiten an Computern und Analysegeräten viele junge Menschen. Auch das ist typisch für Euroimmun. Das Unternehmen schafft eine gute Mischung: junge Mitarbeiter mit teils neuen Ideen und neuem Wissen plus ältere Mitarbeiter mit ihrem Reichtum an Erfahrung. Das Durchschnittsalter der Mitarbeiter von Euroimmun beträgt 37 Jahre. Fast 70 Prozent sind Frauen.

Der Selmsdorfer Bürgermeister Marcus Kreft (SPD) findet die Entwicklung von Euroimmun „super“. Er sagt aus Sicht seiner Gemeinde: „Die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen ist vorbildlich.“

Euroimmun informiere viel und: „Wenn Fragen sind, reagieren sie umgehend.“ Zudem unterstütze das Unternehmen ortsansässige Vereine und habe in diesem Jahr fürs Dorffest anlässlich „725 Jahre Selmsdorf“ gespendet.

„Die chinesische Kartellbehörde hat noch nicht zugestimmt“

Die Übernahme von Euroimmun durch den US-amerikanischen Konzern Perkin-Elmer kann noch nicht vollzogen werden. „Dieser Deal ist noch nicht abgeschlossen“, betont Finanzvorstand Axel Blankenburg.

Zwar hat das Bundeskartellamt im August grünes Licht gegeben, doch der Finanzvorstand von Euroimmun stellt klar: „Die chinesische Kartellbehörde hat noch nicht zugestimmt.“ Das sei das Einzige, das noch fehle.

China ist für Euroimmun der größte Absatzmarkt. Das Unternehmen erwirtschaftet dort bereits einen Jahresumsatz von 100 Millionen Euro. Ebenfalls großes Potenzial sieht die Firmenleitung in den USA. „Auch dort geht es jetzt ins Wachstum“, sagt Axel Blankenburg. Die Geschäftsfelder von Euroimmun sollen nach Auskunft des Unternehmens auch nach einem Verkauf an Perkin-Elmer beibehalten werden. jl

Jürgen Lenz

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