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Grevesmühlen Feuerwehren gefragter denn je
Mecklenburg Grevesmühlen Feuerwehren gefragter denn je
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02:24 25.03.2014
Waldemar Rädisch erhält für 50-jährige Mitgliedschaft das Ehrenzeichen am Bande. Mit ihm freuen sich der Lüdersdorfer Bürgermeister Erhard Huzel (l.) und Gemeindewehrführer Michael Schinke. Quelle: Fotos: Oldörp/Dolata
Lüdersdorf

Die Feuerwehren in der Gemeinde Lüdersdorf müssen immer häufiger ausrücken. Das machte der stellvertretende Gemeindeführer Florian Mekelburg in seinem Bericht auf der Jahreshauptversammlung deutlich. So musste die Gemeindewehr, die aus fünf Ortswehren besteht, 2013 zu 65 Einsätzen ausrücken. Das ist laut Aussage von Mekelburg eine Steigerung von über 50

Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Da waren es 43 Einsätze.“

Am häufigsten mussten Lüdersdorfs Feuerwehren im vergangenen Jahr zu Hilfeleistungen wie zum Beispiel Sturmschäden oder Verkehrsunfälle ausrücken — insgesamt 40 Mal. Wegen eines Brandes ging der Pieper der Brandschützer 18 Mal. Sieben Mal wurden die Feuerwehrleute zwar alarmiert, allerdings ohne triftigen Grund. Diese Einsätze stellten sich als Fehlalarm heraus.

Besonders gefordert war die Gemeindewehr Anfang Mai, als in Herrnburg mehrere Gartenschuppen in Flammen standen. Besonders gefährlich: Direkt neben dem Schuppen steht ein Wohnhaus, das geschützt werden musste. „Hier hat das Zusammenspiel aller fünf Ortswehren hervorragend funktioniert“, lobte Mekelburg den beherzten Einsatz. Dadurch habe das Feuer schnell gelöscht und größerer Schaden abgewendet werden können. Einen wahren Einsatzmarathon mussten die Feuerwehrleute Ende Oktober bewältigen. Das Orkantief „Christian“ trieb in der Gemeinde „sein Unwesen“ und die ehrenamtlichen Helfer in Atem. 65 Bäume fielen dem Sturm zum Opfer. Zuviel Arbeit für die Herrnburger Wehr, die um Verstärkung aus anderen Ortsteilen bat. Bis 23 Uhr waren die Feuerwehrleute aus der Gemeinde Lüdersdorf im Einsatz.

Lobend erwähnte der stellvertretende Gemeindewehrführer auch den Einsatz Anfang Dezember bei der Firma Lieken. Hier hatte die Brandmeldeanlage ausgelöst. Nichts Besonderes eigentlich, denn das passiert nach Aussage von Gemeindewehrführer Michael Schinke häufiger. Diesmal war es jedoch kein Fehlalarm, diesmal brannte es in der Umkleidekabine. Dank der schnellen Hilfe der Lüdersdorfer Wehren konnte ein größerer Schaden verhindert werden, so Florian Mekelburg. „Bei all diesen Einsätzen zeigte sich, dass der Ausbildungsstand in der Gemeindewehr ein sehr guter ist.“

Mit Einsätzen, Ausbildung und Übungen zusammen haben die 98 aktiven Feuerwehrleute in der Gemeinde Lüdersdorf im vergangenen Jahr über 11 600 Stunden für den Brandschutz investiert.

Für die Zukunft, erklärte der stellvertretende Feuerwehrchef der Gemeinde Lüdersdorf, wünsche er sich, dass die Zusammenarbeit innerhalb der Gemeindewehr „weiterhin so gut und eng“ bleibt und dass die Gemeindevertreter „uns etwas mehr Interesse entgegenbringen.“ Zumindest bei der Jahreshauptversammlung war das der Fall, worüber sich auch Bürgermeister Erhard Huzel (CDU) freute. Er sagte: „Wenn wir jetzt eine Gemeindevertretersitzung hätten, wären wir beschlussfähig.“ Huzel nutzte die Gelegenheit, um sich bei den Brandschützern für ihr ehrenamtliches Engagement zu bedanken. Auch die Nachwuchsarbeit hob er hervor. Zurzeit gehören 43 Jungen und Mädchen den drei Jugendwehren in der Gemeinde an.

Jugendarbeit ist auch wichtig für die Freiwillige Feuerwehr Harkensee. Das wurde auf der Jahreshauptversammlung einmal mehr deutlich. Wehrführer Marco Schmidt sprach von Verbesserungen im Jahr 2013, die man 2014 fortsetzen wolle. Neun Kinder und Jugendliche umfasst die Jugendabteilung Harkensees zurzeit, darunter sind zwei, die 2013 dazukamen. Mit Schona-Marie Hüttmann las eines der Mitglieder den Jahresbericht vor. Ausgearbeitet wurde er von Jugendwart Enrico Straub.

„Das Binden von Knoten klappt schon ganz gut“, las Schona-Marie Hüttmann vor. Zudem seien die Veranstaltungen für Mitglieder in 2013 wirklich gut angekommen, wie sie betonte und mit dem Kinoabend, dem Tag im Hansapark und dem Zeltlager auch einige Beispiele nannte. „Die Vorbereitungen für das Zeltlager in diesem Jahr laufen auf Hochtouren“, sagte Wehrführer Marco Schmidt.

Ebenfalls für 2014 geplant: die Zusammenarbeit mit dem Nachbarwehren wie Pötenitz weiter zu festigen. 2013 klappte sie schon gut. „Der Einsatz in Johannstorf ist ein gutes Beispiel dafür“, sagte Marco Schmidt. 14 Einsätze galt es für die Brandschützer aus Harkensee in 2013 zu meistern, darunter sechs technische Hilfeleistungen. Nicht nur eine Baumkrone galt es zu sichern, sondern auch Insekten zu bekämpfen. Zu zehn Einsätzen fuhr man bereits mit dem 2013 angeschafften Fahrzeug. „Wie befürchtet bietet es jedoch nicht genug Platz für alle Kameraden, sodass wir darüber hinaus auf einen Mannschaftstransporter hoffen“, erklärte Marco Schmidt. Die aktuelle Lösung: Die Kameraden der Pötenitzer Wehr fahren in Harkensee vorbei und nehmen einige Feuerwehrleute mit.

Till Schroeter und Tim-Philipp Gehder könnten demnächst unter ihnen sein. Die Feuerwehrmannanwärter werden aus der Jugend- in die Einsatzabteilung übernommen. Toni Bagdan war 20 Jahre lang Mitglied und wurde nun dafür geehrt.

Große Kommunen unterhalten mehrere Ortswehren
Pflichtaufgabe der Kommunen in Mecklenburg-Vorpommern ist, den Brandschutz und die Technische Hilfeleistung in ihrem gesamten Gebiet sicherzustellen. Zu diesem Zweck existieren in der 54,24 Quadratkilometer großen Gemeinde Lüdersdorf die Ortswehren Herrnburg, Lüdersdorf, Neuleben/Boitin-Resdorf, Palingen und Schattin, in der 66,54 Quadratkilometer großen Stadt Dassow die Ortswehren Dassow, Harkensee und Pötenitz. Die Freiwillige Feuerwehr Pötenitz löst sich im Sommer dieses Jahres auf. Ihre Mitglieder schließen sich der Ortswehr Dassow an. Die Ortswehren sind in beiden Kommunen in einer Gemeindewehr organisiert.



Die Vorstände der Gemeindefeuerwehren bestehen in Mecklenburg-Vorpommern aus den Wehrführern und stellvertretenden Wehrführern der Ortswehren, dem Gemeindewehrführer und dem stellvertretenden Gemeindewehrführer. jl



Steffen Oldörp und Dana Dolata

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