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Gemeinsam gärtnern: Freude auf‘m Feld

Groß Rünz Gemeinsam gärtnern: Freude auf‘m Feld

Familien, Paare und Singles aus Nordwestmecklenburg, Lübeck und Ratzeburg säen, hegen und ernten zusammen

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Geerdet: Mitglieder des Vereins „Eschenhof — Gemeinsam Gärtnern“ graben den Boden in einem Folientunnel um. Fotos (2): Jürgen Lenz

Groß Rünz. 30 Familien, Paare und Singles aus den unterschiedlichsten Berufen gärtnern zusammen auf drei Hektar Land, haben Spaß dabei, entwickeln sich zu einer guten Gemeinschaft, nehmen von der Ernte so viel sie mögen und niemand fühlt sich dabei übervorteilt. Kann das funktionieren? In Groß Rünz scheint es zu glücken. In dem kleinen Ortsteil der 980-Einwohner zählenden Gemeinde Königsfeld haben sich Frauen und Männer aus Nordwestmecklenburg, Lübeck und Ratzeburg zum Verein „Eschenhof — Gemeinsam Gärtnern“ zusammengeschlossen. Er ist in der Region einzigartig.

OZ-Bild

Familien, Paare und Singles aus Nordwestmecklenburg, Lübeck und Ratzeburg säen, hegen und ernten zusammen

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„Wir machen es alle ehrenamtlich — aus Freude am Tun und am Zusammensein“, sagt Nicole Bowe, Vorsitzende des Vereins, der im Frühjahr 2015 aus einer Interessengemeinschaft hervorgegangen ist.

Und wie funktioniert das mit dem Verteilen der Ernte? „Es regelt sich alles organisch, keiner kommt zu kurz“, antwortet Nicole Bowe. Tatsächlich ist bei den harkenden, grabenden, wässernden und säenden Mitgliedern von „Gemeinsam Gärtnern“ ein starker Gemeinschaftsgeist zu spüren. Die stellvertretende Vorsitzende Andrea Keil sagt es so: „Das Wir-Gefühl ist hier bestens umgesetzt.“

Andrea Keil wohnt in Lübeck, arbeitet als Texterin und Autorin — eine geistige Tätigkeit vor allem. Über das gemeinsame Gärtnern sagt die 48-Jährige: „Es ist eine ganz, ganz erfüllende Tätigkeit.“ Die Stadtbewohnerin spricht das an, was die 44-jährige Nicole Bowe, die als Grafikerin und Illustratorin arbeitet, so benennt: „Hier kann man sich im wahrsten Sinne des Wortes erden.“

Das gemeinsame Gärtnern ist für viele Mitglieder des Vereins Ausgleich und Ergänzung. „Es sind alle Berufe dabei“, erläutert Nicole Bowe. Als Beispiele nennt sie einen Arzt, eine Physiotherapeutin, einen Handwerker, einen Computerfachmann. Es sei ein großes Netzwerk gewachsen, in dem alles da sei — ein Vorteil für diejenigen, die hinzukommen und beispielsweise einen guten Elektriker suchen, denn: „Man lernt hier sofort viele Leute aus unterschiedlichsten Bereichen kennen.“

Das Wir-Gefühl im Verein „Gemeinsam Gärtnern“ zeigt sich auch so: Die Mitglieder teilen sich Arbeit und Kosten. Die Vorsitzende erklärt: „Es sind vielfältige Aufgaben. Jeder soll mit einbezogen werden.“ Alle würden alles machen. Es gebe aber Schwerpunkte.

Eine Frau vom Fach steht den Hobbygärtnerinnen und -gärtnern mit Rat und Tat zur Seite: Marie Runge aus Stove. Sie hat eine biologisch-dynamische Ausbildung absolviert. Die 32-Jährige betont: „Wir sind hier aber kein Demeterhof.“ Das bedeutet: Der Verein erfüllt nicht alle Richtlinien des Markenzeichens Demeter, unter dem nach anthroposophischen Prinzipien biologisch-dynamisch erzeugte Produkte vermarktet werden. Das gepachtete Gelände ist jedoch Teil eines früheren Demeterhofes. Die Gartengemeinschaft baut dort Gemüse, Kartoffeln, Obst und Kräuter ökologisch an. Sie bevorzugt traditionelle Methoden, trägt ein Biosiegel und ist Partner des Biosphärenreservats Schaalsee.

Zweimal wöchentlich treffen sich Vereinsmitglieder zum Gärtnern. „Unterschiedlichstes Alter ist dabei — vom Baby bis zum Rentner“, sagt Nicole Bowe. Es gebe auch Wochenendgartentreffen und Einkochaktionen. Geplant sind Seminare und Workshops.

Manchmal kochen und essen die Vereinsmitglieder zusammen, was sie geerntet haben. Auch das hält, wie sich gezeigt hat, die Gruppe zusammen.

Verein will wachsen

Weitere Mitglieder sind im Verein „Eschenhof — Gemeinsam Gärtnern“ willkommen. „Wer Lust hat, im Einklang mit der Natur nachhaltig angebautes Gemüse zu erzeugen und mit netten Menschen eine Menge Freude auf dem Feld zu haben, ist bei uns richtig“, erklärt die Gärtnergemeinschaft. Wer neugierig auf frisches Gemüse sei, der genieße es bei ihr mit jedem Bissen.

Einzutreten sei jederzeit möglich, aber jetzt im Frühjahr besonders sinnvoll und erwünscht. „Es ist wichtig, dass man den ganzen Kreislauf von Anfang an mitbekommt“, erläutert die Vorsitzende Nicole Bowe.

Kontakt: ☎ 038873/336748, E-Mail eschenhof@gmx.net

Von Jürgen Lenz

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