Volltextsuche über das Angebot:

21 ° / 17 ° wolkig

Navigation:
Gesperrter Wanderweg: Lebensgefahr am Gleis

St. Gertrud Gesperrter Wanderweg: Lebensgefahr am Gleis

Spaziergänger sollen einen Weg in Eichholz nicht mehr nutzen / Die Züge rauschen dort dicht vorbei / Ein Heft empfahl den Pfad

Voriger Artikel
Schützlinge der Kita „Regenbogen“ feiern Schiffstaufe
Nächster Artikel
Polizei gibt Unterricht in Bahnsicherheit

Seit Jahrzehnten nutzen Spaziergänger den Pfad direkt neben dem Gleis nach Herrnburg. Nun haben die Behörden interveniert.

Quelle: Fotos: P. Hellerling

St. Gertrud. In Eichholz haben Züge der Bahn in den vergangenen Monaten mehrfach Vollbremsungen hinlegen müssen. Der Grund: Personen waren zu dicht an den Gleisen der Strecke Lübeck— Herrnburg unterwegs. Es waren im Herbst 2015 sogar so viele Störungen, dass die Bahn die Bundespolizei einschaltete. „Die Lokführer haben sich massiv erschrocken“, sagt Gerhard Stelke von der zuständigen Inspektion in Kiel. Spaziergänger, Radfahrer und sogar Reiter nutzen den kleinen Weg, der nur einen Meter neben den Schienen verläuft. An einer Stelle sei zudem das Schotterbett „stark beschädigt, weil es die Pferde als Abkürzung nutzen“, so Stelke. Da es sich offiziell um Bahngelände handelt, müsste eine Strafe von 25 Euro für das illegale Betreten folgen.

OZ-Bild

Spaziergänger sollen einen Weg in Eichholz nicht mehr nutzen / Die Züge rauschen dort dicht vorbei / Ein Heft empfahl den Pfad

Zur Bildergalerie

Eigentlich. Denn die Beamten fanden heraus: Die Freizeitler trifft keine Schuld. Bundespolizist Stelke: „Der Weg ist seitens der Hansestadt Lübeck ganz offiziell als Wander- und Radweg ausgewiesen gewesen.“ Und tatsächlich: In der dritten Ausgabe der Broschüre „Lübeck natürlich!“ von 2008 listet die Arbeitsgemeinschaft Umweltschutz Lübeck und Umgebung eine Wandertour auf, die genau entlang der Bahngleise nach Herrnburg führt.

Die Bundespolizei wies die Stadt schließlich Ende 2015 auf den Missstand hin. „Selbstverständlich haben wir sofort reagiert, nachdem die Gefährdung und Problematik bekannt war“, bestätigt Stadtsprecherin Nicole Dorel. Auf der Internetseite von „Lübeck natürlich!“ steht inzwischen der Hinweis, dass der Bahndamm zwischen Eichholz und Herrnburg „aus Sicherheitsgründen nicht betreten oder mit dem Fahrrad befahren werden“ darf. Die herunterladbare Version der Broschüre wurde ebenfalls entsprechend mit einer Warnung versehen. Darüber hinaus hat die Bahn an der Trasse sechs Hinweisschilder aufgestellt.

Allerdings halten sich auch jetzt noch immer nicht alle an das strikte Verbot. „Ich gehe hier regelmäßig mit meinen Hunden spazieren“, sagt eine Fußgängerin, die anonym bleiben möchte. Sie berichtet zudem davon, dass viele Sportler den Weg zum Laufen nutzen oder Anwohner als Abkürzung zum Bahnhof Herrnburg. Die Lübeckerin kann die Verbotsgründe aber nachvollziehen, weil der Abstand zwischen Weg und Gleisen wirklich sehr gering sei. „Wenn die Bahn kommt, gehe ich einen Schritt zur Seite.“

Die große Frage ist jedoch, wie der Pfad überhaupt seinen Weg in einen offiziellen Wanderführer fand. Stadtsprecherin Dorel: „Wahrscheinlich wurde der Weg über die Jahre einfach seitens der Bevölkerung aus Gewohnheit genutzt.“ Irgendwann sei es eine vermeintlich bekannte Route geworden. Das vermutet auch die Bahn. Der Weg sei einst ein weiteres Gleis gewesen, das kurz nach dem Zweiten Weltkrieg entfernt wurde.

Bundespolizist Stelke warnt: „Moderne Züge sind sehr leise, außerdem verkehren auf der Strecke auch Güterzüge außerhalb des Fahrplans“, sagt er, „die genauen Zeiten kennt keiner.“ Eisenbahnen haben einen extrem langen Bremsweg, am Gleisbett entstehen zudem starke Sogwirkungen. Seit die neuen Hinweisschilder aufgehängt wurden und die Bundespolizei gezielt kontrolliert, „hat sich die Zahl der Meldungen reduziert“.

Aufklärungsarbeit

12 Klassen der Grundschule Herrnburg werden heute von der Bundespolizei in Sachen Verkehrssicherheit an Bahngleisen aufgeklärt. Grund dafür ist vor allem der kleine Pfad zwischen Eichholz und Herrnburg, der seit Jahrzehnten als Wanderweg genutzt wird — obwohl er eigentlich zum Bahngelände gehört und das Betreten damit verboten ist.

Der Verkehrssicherheitstag „Sicher drüber“ findet von 9 bis 13 Uhr am Bahnhof Herrnburg statt, vor Ort sind vier Bundespolizisten aus Lübeck und Rostock. Die Beamten haben unter anderem ein Autowrack von einem Bahnunfall dabei. Erwachsene sind nicht direkt eingeladen, sie dürfen sich laut Bundespolizei aber dennoch gern dazugesellen.

Von Peer Hellerling

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Schönberg
Verlagshaus Grevesmühlen

August-Bebel-Straße 11
23936 Grevesmühlen

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag:
9:00 -12.30 Uhr und 13.30 - 17:00 Uhr
Freitag:
 9:00 - 12.30 Uhr und 13.30 - 16:00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Michael Prochnow
Telefon: 0 38 81 / 78 78 10
E-Mail: grevesmuehlen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

^
Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.