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Heimatbund jetzt mit Doppelspitze

Schönberg Heimatbund jetzt mit Doppelspitze

Klaus-Peter Räsenhöft und Emanuela Glöde wollen den 1901 gegründeten Verein gemeinsam leiten

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Klaus-Peter Räsenhöft führt den Heimatbund für das Fürstentum Ratzeburg jetzt gemeinsam mit Emanuela Glöde.

Quelle: Fotos: Jürgen Lenz

Schönberg. Eine Doppelspitze steht nun einem der traditionsreichsten Vereine in Nordwestmecklenburg vor: dem Heimatbund für das Fürstentum Ratzeburg. Der langjährige Vorsitzende Klaus-Peter Räsenhöft und seine bisherige Stellvertreterin Emanuela Glöde führen die 1901 gegründete Gemeinschaft nach einem einstimmigen Beschluss der Mitgliederversammlung in Schönberg nun gemeinsam.

Dem voraus ging in den vergangenen Jahren der wiederholte Wunsch des Vorsitzenden, seinen Posten an jemand Jüngeren weitergeben zu können. Doch bisher wollte niemand. Nun, 25 Jahre nach seiner ersten Wahl zum Vorsitzenden, erläuterte der 75-Jährige den Mitgliedern: „Da auch ich stetig älter werde, haben wir im Vorstand beschlossen, den Vorsitz bei der nächsten Wahl, also 2019, in jüngere Hände zu legen.“ Der Übergang soll nach dem Willen der beiden Beteiligten gleitend geschehen. „Wir wollen versuchen, so viel wie möglich gemeinsam zu machen“, kündigt Klaus-Peter Räsenhöft an und Emanuela Glöde sagt, er werde von einigen organisatorischen Aufgaben entlastet. Formal bleibt der Vorsitzende in seinem Amt und Emanuela Glöde bleibt die Stellvertreterin, denn die Satzung des Heimatbunds sieht keine Doppelspitze vor und die Satzung zu ändern, wäre mit einigem bürokratischen Aufwand verbunden.

Schriftführerin des Heimatbunds bleibt nach der Neuwahl des Vorstands Heidemarie Frimodig. Die ehemalige Leiterin des Museums in Schönberg wohnt im Rauchhaus in Roduchelstorf. In Ollndorf ist die wiedergewählte Kassenwartin Annelie Klamt zuhause. Beisitzer bleiben Martina Stiebitz, die in Lübeck wohnt, und Schönbergs Museumsleiter Olaf Both.

„Wir suchen Nachwuchs/Mitstreiter. Wenn jemand Interesse hat, ist er herzlich willkommen“, sagt Klaus-Peter Räsenhöft. Nach seiner Auskunft gehören dem Heimatbund 184 Mitglieder an. Im Jahresbeitrag von zwölf Euro sind zwei Ausgaben der „Mitteilungen des Heimatbundes für das Fürstentum Ratzeburg“ enthalten. Die Hefte erscheinen halbjährlich.

Für dieses Jahr planen der Heimatbund und das Museum mehrere Vorträge, Radtouren, Bustouren, ein Museumsfest, eine Filmvorführung und eine Beteiligung am Tag des offenen Denkmals. Während der Mitgliederversammlung hielt der Heimatgeschichtsforscher Volker Jakobs einen Vortrag über Schloss Bothmer, dessen Bauherrn und den Alltag im Klützer Winkel im 18. Jahrhundert. Volker Jakobs arbeitet für einen Landwirtschaftsbetrieb in Neuenhagen, organisiert Radtouren, bietet Führungen auf Schloss Bothmer an und leitet den Förderverein „Schloss Bothmer“. Über den Heimatbund für das Fürstentum Ratzeburg sagt er: „Sie haben hier in Schönberg einen schönen Verein, für den es sich zu engagieren lohnt.“

Unter den Gästen der Mitgliederversammlung waren auch Vorstandsmitglieder des befreundeten Heimatbunds und Geschichtsvereins Ratzeburg und der Schönberger Bürgermeister Lutz Götze (SPD-Fraktion).

Er sagte über das Koch‘sche Haus am Markt als künftigen Sitz des Volkskundemuseums: „Ich hoffe, dass dieses Haus nicht nur dazu beiträgt, das Museum besser zu vermarkten, sondern auch dazu beiträgt, das gesellschaftliche Leben in unserer Stadt weiterzuentwickeln.“ Für Schönberg gelte: „Es ist nicht so, dass Dornröschenschlaf ist. Viele Dinge sind angeschoben.“

Neue Mitteilungen des Heimatbunds erinnern an Grenzgänge und einen Geschäftspartner von Siemens

1945 beginnt ein Artikel, den der Heimatbund für das Fürstentum Ratzeburg in seinen neuen „Mitteilungen“ veröffentlicht. Der frühere Schönberger Dr. Joachim Raban berichtet von Grenzgängen zwischen dem Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Jahr 1952, in dem er zum letzten Mal unweit des damals noch existierenden Dorfes Neuhof über die Grenze ging und seine Mutter in Lübeck-Eichholz abholte, um gemeinsam zum Vater nach Bochum zu ziehen. Dr. Raban versteht den sechsseitigen Beitrag als „erlebte Zeitgeschichte.

1814 wurde Johann Georg Halske geboren. Über ihn informiert in den „Mitteilungen“ des Heimatbunds ein Beitrag von Emanuela Glöde. Halske war ein Geschäftspartner von Werner von Siemens, der einige schöne Kindheitsjahre in Menzendorf verbracht hatte. Ebenfalls in den „Mitteilungen“: ein Artikel „Warum hat Schönberg so ein tolles Museum?“ und das Gedicht „Muulworm“ von Heinz Bomke aus Lockwisch.Mitteilungen des Heimatbunds , 28 Seiten, 2 Euro. Verkauf in der Buchhandlung Hempel in Schönberg. jl

Von Jürgen Lenz

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