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Grevesmühlen Herrnburgs Wehrführer tritt zurück
Mecklenburg Grevesmühlen Herrnburgs Wehrführer tritt zurück
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01:21 23.08.2014
Bild aus harmonischeren Zeiten: der bisherige Herrnburger Ortswehrführer Silvio Kempf (l.) und Bürgermeister Erhard Huzel (CDU). Quelle: OZ

Überraschende Nachricht aus Herrnburg. Silvio Kempf ist schon bald nicht mehr Wehrführer der Stützpunktwehr. Der langjährige Feuerwehrchef hat seinen Rücktritt eingereicht — zum 31. August. Kempf war trotz mehrfacher Versuche telefonisch nicht erreichbar. Jens Hillbrecht vom Amt Schönberger Land bestätigt aber auf Anfrage den Rücktritt: „Das ist wohl war.“ Zu den Gründen will Hillbrecht allerdings nichts sagen. Genauso wenig wie Lüdersdorfs Bürgermeister Erhard Huzel (CDU) und Gemeindeführer Michael Schinke. „Nein, ich kann dazu nichts sagen. Es gibt keinen Grund, keine Begründung in dem Sinne.“

Besonders interessant: Silvio Kempf hat nicht nur sein Amt als Wehrführer niedergelegt, er soll sogar ganz aus der Feuerwehr ausgetreten sein — was Raum für Spekulationen lässt. Auch bei Schönbergs Feuerwehrchef Jörn Stange: „Wenn so etwas passiert, dann muss schon etwas Heftiges vorgefallen sein.“ Gemeindewehrführer Michael Schinke erklärt zum angeblichen Austritt von Kempf: „Ja kann sein, das ist aber, glaube ich, nicht so wichtig, ob er austritt oder so. Das ist ein ganz normales Prozedere, was woanders auch stattfindet.“ Nach Informationen der Redaktion soll es in der Feuerwehr Herrnburg zwei Lager geben. Eins, das Silvio Kempf nach wie vor den Rücken stärkt. Und eins, das nicht mehr 100 Prozent hinter dem bisherigen Wehrführer steht. Das bestätigen Feuerwehrleute, die ihre Namen nicht nennen wollen. Einer von ihnen sagt: „Die eine Seite hat Silvio Kempf sehr persönlich beziehungsweise privat angegriffen.“ Ein anderer Grund für Kempfs Rücktritt soll Lüdersdorfs Gemeindewehrführer Michael Schinke sein. Der soll sich nach übereinstimmenden Aussagen von Brandschützern „zu sehr in die Belange der Herrnburger Wehr eingemischt haben“. Es gibt sogar Feuerwehrleute, die behaupten, Kempf habe deshalb das Handtuch geworfen: „Ich würde ausflippen, wenn ein Gemeinde- oder Amtswehrführer sich ständig in unsere Internas einmischt“, sagt ein Brandschützer aus Schönberg. Michael Schinke will sich zu dem Vorwurf nicht äußern. „Da kann ich so nichts zu sagen, da es ja keine Begründung gab.“

Jörn Stange hält es für bedenklich, sollte dies stimmen. „Der Ortswehrführer ist zuständig für die Feuerwehr. Er ist gewählt worden und will seine Interessen durchsetzen. Der Gemeindewehrführer muss dagegen gegenüber dem Bürgermeister Rechnung tragen. Er soll eigentlich eher wie ein Amtswehrführer vermitteln zwischen den Wehrführern und alles im Lot halten.“ Stanges Bruder Michael, zurzeit Amtswehrführer im Amt Schönberger Land, weiß „noch gar nichts Offizielles“ von Kempf´s Rücktritt. „Wenn es so ist, ist es traurig.“ Stange hofft, dass „die sich wieder vertragen und Kempf dann weiter macht.“ Er habe schließlich gute Arbeit geleistet. Dass es „massive Differenzen“ zwischen Kempf und Schinke gegeben haben soll, ist auch Dassower Blauröcken zu Ohren gekommen. Angeblich hätten sich Herrnburgs Ortswehrführer und der Gemeindefeuerwehrchef sogar heftig gestritten.

Zoff hin oder her - Lüdersdorfs Bürgermeister Erhard Huzel (CDU) bedauert den Rücktritt von Silvio Kempf. „Er war über acht Jahre lang Wehrführer. Erfolgreich.“ Huzel sei „froh und dankbar“ dafür, dass Kempf das Ehrenamt „so begleitet hat“. Michael Schinke bezeichnet die Zusammenarbeit mit Kempf als „eigentlich zufriedenstellend“. Huzel betont, dass es „kein Drama“ sei, dass die „erste Position des Wehrführers“ nicht besetzt sei. Die Feuerwehr Herrnburg sei nicht führungslos. Bis Ende August ist Kempf im Amt. Dann übernimmt Stellvertreter André Siemer die Leitung der Stützpunktwehr. Innerhalb der nächsten drei Monate müssen die Brandschützer eine Mitgliederversammlung einberufen, um ihren neuen Wehrführer zu wählen. Es wird übrigens nicht die einzige Personalie sein. Mit Hartmut Pietsch hat auch der Jugendwart aus Herrnburg seinen Rücktritt erklärt.

Ich kann dazu nichts sagen. Es gibt keinen Grund, keine Begründung in dem Sinne.“Gemeindeführer Michael Schinke



Steffen und Mathias Oldörp

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