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Ihlenberg: 2035 Ende des Betriebes

Schönberg Ihlenberg: 2035 Ende des Betriebes

Beate Ibiß, Kaufmännische Leiterin, über die Deponie und deren Perspektive

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Blick auf die Deponie. Für 2035 wird mit dem Betriebsende kalkuliert.

Quelle: Foto: Ronald Gross

Schönberg. Zurzeit arbeiten 130 Mitarbeiter auf der Deponie Ihlenberg in Selmsdorf. Im Gespräch mit der Ostsee-Zeitung spricht die Kaufmännische Leiterin Beate Ibiß

 

OZ-Bild

Beate Ibiß.

Quelle: Foto: St. Oldörp

über Transparenz, dem Betriebsende und die Deponiegegner.

OSTSEE-ZEITUNG: Frau Ibiß, was tut die Deponieleitung für Vertrauen in der Bevölkerung?

Beate Ibiß: Uns ist Transparenz wichtig, um dadurch ein Stückchen Akzeptanz zu gewinnen. Das geht nur mit viel Öffentlichkeitsarbeit. Wir veröffentlichen viele Fachgutachten auf unserer Homepage.

Für Nachsorge und Rekultivierung muss die Deponie finanzielle Mittel erwirtschaften. Wann rechnen Sie mit dem Betriebsende für die Deponie?

Wir kalkulieren momentan mit einem Betriebsende im Jahr 2035. Das kann aber auch flexibel sein, je nachdem welche Mengen hier ankommen. Wir rechnen im Durchschnitt mit 500000 Tonnen Müll pro Jahr. Dann ist fünf Jahre lang eine sogenannte Stilllegungsphase geplant, danach kalkulieren wir eine Nachsorge von 50 Jahren bis ins Jahr 2090.

Wie sieht es nach 2035 mit den Arbeitsplätzen aus?

Das werden andere Arbeitsplätze sein. Wir haben vor, Photovoltaikanlagen auf die Deponie zu bringen. Wir wollen ein zehn Hektar großes Gewerbegebiet erschließen lassen. Wir gehen also davon aus, dass wir die Arbeitsplätze verlagern.

Wie schwer ist es, genügend Müll auf den Ihlenberg zu holen?

Wir befinden uns im norddeutschen Entsorgungsraum. Das heißt, die Deponie ist nicht nur für Mecklenburg Vorpommern eine wichtige Deponie. Wenn Altlastensanierungen und Abbrüche durchgeführt werden, Brände in Verbindung mit Asbestdächern, dann ist diese Deponie die einzige in der Region, die das aufnehmen kann. Auch für Müll aus Schleswig Holstein bis in den Bremer Raum, Niedersachsen und Brandenburg.

Wie bewerten Sie das Verhältnis zu den Gegnern der Deponie, den Mitgliedern der Bürgerinitiative „Stoppt die Deponie“?

Wir laden die Leute der Bürgerinitiative, die ja Einwohner aus Schönberg und Selmsdorf sind, immer herzlich ein. Wir hatten schon einige Termine und haben den Deponiebeirat, in dem wir mit der Bürgerinitiative zusammenarbeiten. Wir versuchen, dort Fragen zu klären, die die Leute bewegen. Wir sind aber nicht immer in der Lage, alle Fragen zu klären, da oftmals auch Fragen dabei sind, die wir als GmbH gar nicht allein bewerten oder beantworten können. Aber uns ist es wichtig, dass wir ein transparentes Verhältnis zu den Mitgliedern der Bürgerinitiative haben.

Wie schwer ist es für die Deponie, Fachkräfte zu finden?

Wir haben eine sehr geringe Fluktuation. Die Akzeptanz für die Arbeitsplätze ist sehr hoch. Wir bieten auch sehr viele Vorteile. Wir haben zum Beispiel eine eigene Betriebskantine und viele andere soziale Leistungen. Wir sind in der guten Lage, dass wir in der Nähe zu Lübeck, Wismar und Schwerin sind. Uns geht es aber auch wie jedem anderen Betrieb, der Fachleute sucht. So suchen wir aktuell einen IT-Informatiker und wir suchen immer Azubis in den Bereichen Chemielaboranten sowie Ver-und Entsorger.

Verstärkte Zusammenarbeit mit der Wemag

Die Ihlenberger Abfallentsorgungsgesellschaft mbH (IAG) und der Energieversorger Wemag planen den Ausbau ihrer Zusammenarbeit. Dabei geht es unter anderem um den Bau einer Photovoltaikanlage mit einer Leistung von insgesamt elf Megawatt peak (MWPeak). Als Voraussetzung dafür wird voraussichtlich ab 2019 auf den in der Stilllegungsphase befindlichen Flächen der Deponie Ihlenberg eine insgesamt etwa zwei Meter starke sogenannte endgültige Oberflächenabdichtung aufgebracht.

Interview: Steffen Oldörp

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