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Konzert vereint emotionale Tiefe mit geistiger Herausforderung

Schönberg Konzert vereint emotionale Tiefe mit geistiger Herausforderung

Vor einem großen Publikum im Schönberger Musiksommer beeindruckt die Hamburger Kammerphilharmonie mit hohem Anspruch und intensivem Ausdruck

Schönberg. Zum Jubiläum, dem 30. Schönberger Musiksommer, durfte die Hamburger Kammerphilharmonie nicht fehlen. An mehr als der Hälfte aller Musiksommer hat dieses Orchester bisher mitgewirkt, ein saisonales Projekt-Orchester, bestehend vorwiegend aus Instrumentallehrern, die die Herausforderung des Orchesterspiels nicht missen wollen: 16 Streicher nebst einer Cembalistin. Unter Leitung ihres Dirigenten Alexander Merzyn (33) musizierten sie am Dienstagabend in der sehr gut besuchten Schönberger Kirche ein Programm, das – verzichtend auf sommerliche genussvolle Unverbindlichkeit – hohen künstlerischen Anspruch und Ausdrucksintensität markierte.

Ausgehend von der glücklichen klassischen Mitte des beliebten Mozart-Divertimento D-Dur KV 136 von 1772, gespielt als frisches graziöses Schmuckstück, wandten sie sich der dunklen Seite des Seins zu, schritten zurück und vor. Zurück in die hochbarocke Kultur, in der der Tod noch als Bestandteil des Lebens gedacht und gelebt wurde, mit Pergolesis „Stabat mater“ aus dem Jahr 1736; vor in die Kultur der Romantik, in der der Tod als das gänzlich Andere des Lebens, als die furchtbare Endgültigkeit empfunden wird, mit einer Streichorchesterfassung von Schuberts Streichquartett d-Moll „Der Tod und das Mädchen“ von 1824. Sorgfältig einstudiert, musiziert mit geistig-stilistischem Bewusstsein und deutlichem inneren Engagement, ergab dies in dem Konzert – auch wenn es nicht immer makellos war – eine tiefgehende Erlebnisqualität von geistiger Herausforderung.

Einerseits das „Stabat mater“, die Klage der Mutter Maria über ihren getöteten Sohn, deren geschmeidige Arienmelodik von der Sopranistin Nadja Merzyn und der Mezzosopranistin Feline Knabe mit schlank geführten Stimmen in sinnlicher Wärme und arioser Biegsamkeit gestaltet wurde, Schmerz und Leid gleichsam durch Schönheit überglänzend und aufhebend. Andererseits das Schubert-Quartett, in seiner Leiderfahrung geradezu aufwühlend und unerbittlich gestaltet. Der erste Satz entwickelt aus dem schmerzvollen Aufschrei, das Variationsandante als Gang durch das Schattenreich der Todestraurigkeit, das Scherzo als empörter Ingrimm und das abschließende Presto in entschlossener Kraft, in der dennoch eine nahezu verzweifelte Lustigkeit durchschien.

Heinz-Jürgen Staszak

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