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Liebe zu Natur und Garten macht Schule

Schönberg Liebe zu Natur und Garten macht Schule

Schönbergs Schulgarten ist der größte und traditionsreichste in der Region / Am 19. Juli öffnet er für jedermann

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Kinder und die Lehrerin Ines Jung jäten Unkraut im Schönberger Schulgarten.

Quelle: Jürgen Lenz

Schönberg. Er ist der größte seiner Art in Nordwestmecklenburg, er ist seit einem halben Jahrhundert ein Vorzeigeobjekt und doch gerät er häufig aus dem Blick der breiten Öffentlichkeit: der Schulgarten in Schönberg. In der kommenden Woche freuen sich die kleinen und großen Schulgärtner über Besuch. Sie laden alle Bürger am Dienstag, 19. Juli, ein: „Bestaunt von 15 bis 17 Uhr unseren großen Garten, erfahrt die Natur und habt Spaß beim Basteln und bei der Schulgarten-Rallye.“ Außerdem kündigen die Schulgärtner an: „Für wenig Geld gibt es Getränke und Kuchen.“

Es ist gut, dass die Kinder in der Natur sind und gärtnern.“Ines Jung (50), Leiterin des Schulgartens in Schönberg

Ines Jung leitet den Schönberger Schulgarten. Sie sagt: „Es ist gut, dass die Kinder in der Natur sind und gärtnern.“ Was machen sie im Schulgarten? Die Lehrerin antwortet: „Alles vom Anbau über die Pflege bis zur Ernte.“ Eine Ausnahme: „Das Umgraben übernimmt ein Bauer mit einem Pflug. Das wäre für die Kinder zu schwer.“ Rasenmähen und einige andere Tätigkeiten erledigt ein Mitarbeiter des Diakoniewerks.

„Die Kinder freuen sich, wenn sie sehen, was aus dem wird, was sie angebaut haben“, sagt Ines Jung. Nach Wachstumsschüben im Garten würden die Mädchen und Jungen besonders staunen. Und wie gefällt’s ihnen? „Mir macht es Spaß“, antwortet die neunjährige Lena Jasmin. Was macht sie am liebsten? „Ich finde es gut, wenn wir Radieschen oder Zwiebeln säen.“

In Schönberg belegen 60 Kinder aus dem Grundschulteil in der Amtsstraße den Schulgartenunterricht als Religionsersatzfach. Hinzu kommen rund 15 Schüler der Regionalen Schule, die sich für den Wahlpflichtunterricht „Schulgarten“ entschieden haben.

Freiwillig gärtnern einige Kinder auch in den Sommerferien in der Anlage neben dem Denkmalhof „Bechelsdorfer Schulzenhaus“. „Es sind dann auch Kollegen da“, ergänzt Ines Jung. In den drei Wochen werde auch die Küche im Schulgartengebäude genutzt. Das Haus mit zwei Klassenräumen, einer Hausmeisterwohnung, einem Geräte- und Umkleideraum, Lagerräumen und WCs war das erste seiner Art in der DDR.

Arbeiter und Bürger der Stadt Schönberg bauten es 1966 bis 1967 im Rahmen des Nationalen Aufbauwerks (NAW).

Eine Schönbergerin war bei der Entwicklung des Schulgartens in der Stadt und des Schulgartenunterrichts in der DDR führend: Johanna Hehl. Unter ihrer Leitung erarbeiteten Pädagogen 1963 einen Lehrplan für den Schulgartenunterricht als selbstständiges Fach. Der Schönberger Schulgarten wurde zum Konsultationsschulgarten erklärt. Das Kinderradio der DDR und die DEFA berichteten über die Anlage. Nachdem Johanna Hehl 1979 Invalidenrentnerin geworden war, übernahm Brigitte Pernak die Leitung. Auf sie folgte später Helma Bentin.

Jürgen Lenz

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