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Neue Unterkunft für Obdachlose umstritten

Schönberg/Dassow Neue Unterkunft für Obdachlose umstritten

Vier Männer wohnen im Neubau des Amtes Schönberger Land / Dassowerin will lieber in ihrer Heimatstadt bleiben

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Die Dassowerin Kerstin Jürß kommt nun nicht mehr in ihre Bleibe, die ihr das Amt zugewiesen hatte. Sie will aber nicht in die neu eröffnete Obdachlosenunterkunft in Schönberg ziehen, in der nur Männer wohnen. Kerstin Jürß’ Möbel und Medikamente wurden gestern nach Schönberg geschafft.

Quelle: Fotos: Jürgen Lenz

Schönberg/Dassow. Der 49-Jährige ist mit der neuen Obdachlosenunterkunft in Schönberg recht zufrieden. „Es ist ganz gut. Ich habe eine Unterkunft, ein Dach über dem Kopf“, sagt der Mann. Nachdem ihm eine Wohnung in Dassow gekündigt wurde, war er von Obdachlosigkeit bedroht. Mit einer von acht neuen Wohnungen neben dem Verwaltungsgebäude in Schönberg hat ihm das zuständige Amt Schönberger Land eine neue Bleibe gegeben – so wie drei weiteren Männern.

OZ-Bild

Vier Männer wohnen im Neubau des Amtes Schönberger Land / Dassowerin will lieber in ihrer Heimatstadt bleiben

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Kerstin Jürß hingegen ist ihre bisherige Bleibe von Amts wegen los. Bislang lebte sie in Dassow in einer Wohnung der stadteigenen Grundstücksgesellschaft. Das Amt Schönberger Land mietete die von der Dassowerin genutzten Räume in der Lübecker Straße als Notunterkunft für Menschen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind – so wie Kerstin Jürß. Für diese Wohnung bekam die Dassowerin im April eine Umsetzungsverfügung. Sie sollte nach Eröffnung der neuen Obdachlosenunterkunft in Schönberg dort einziehen. Kerstin Jürß hielt aber auch nach wiederholten und verlängerten Aufforderungen des Amtes an ihrer gewohnten Umgebung fest. Gestern erklärte sie: „Ich möchte nicht in die Obdachlosenunterkunft in Schönberg. Da sind nur Männer.“ Sie wolle mit ihnen keinen Umgang.

Nun steht die gebürtige Dassowerin in ihrer Heimatstadt vor verschlossener Tür und sagt: „Ich komme in meine Wohnung nicht mehr rein. Das Schloss ist gesperrt worden, als ich nicht da war.“ Gestern wurden Kerstin Jürß’ Möbel und Medikamente zur vorübergehenden Verwahrung nach Schönberg gebracht. Die Dassowerin ist aufgebracht. Sie sagt, sie übernachte erst einmal bei Bekannten. Sie sei aber auch auf Wohnungssuche. Kerstin Jürß ist sich sicher: „Solange es keine Entscheidung eines Gerichts gibt, darf die Wohnung nicht abgeschlossen werden.“

Das Amt Schönberger Land vertritt die gegenteilige Ansicht. Verwaltungsmitarbeiterin Anja Surkamp argumentiert zudem: „Frau Jürß hat keinen Anspruch auf eine bestimmte Wohnung.“ Auch wurde der Dassowerin nach Angaben des Amtes bereits vor ihrer Einweisung in die bisherige Notunterkunft mitgeteilt, dass sie sich um dauerhaften Wohnraum kümmern müsse. Ihn zu finden, sei noch heute die bessere Alternative zu einer Obdachlosenunterkunft, so das Amt.

Für Familien ist der Neubau in Schönberg mit seinen Einraumwohnungen in keinem Fall geeignet. „Für sie müssen andere Möglichkeiten gefunden werden“, erläutert Amtsmitarbeiter Jens Hillbrecht.

Die Kosten für den Bau inklusive Ausstattung und Außenanlagen werden nach Angaben des Amtes die im Haushalt eingeplanten 550000 Euro nicht überschreiten. Das grau verputzte Gebäude wird nicht nur dazu genutzt, Menschen unterzubringen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind. Ein Großteil der 250 Quadratmeter wird von einem Archiv des Amtes eingenommen.

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Kosten hat das Amt Schönberger Land für jede der acht Wohnungen kalkuliert, in denen vorübergehend Obdachlose aus dem Amtsbereich untergebracht werden sollen, denen es nicht möglich oder nicht zumutbar ist, ihre Wohnungslosigkeit anderweitig zu beseitigen. Aus den Kosten ergibt sich nach einem Beschluss des Amtsausschusses eine Gebühr.

Gebührenpflichtig sind die Bewohner. Sie finanzieren das Benutzungsentgelt aus Sozialleistungen.

Jürgen Lenz

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