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Obdachlosenhaus kostet über eine halbe Million

Schönberg Obdachlosenhaus kostet über eine halbe Million

Einen 555 000 Euro teuren Bau eines Übergangswohnheims hat der Amtsausschuss des Amtes Schönberger Land am Donnerstagabend gebilligt.

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Container stehen bereit für den Abriss einer Baracke in Schönberg. Sie weicht dem Bau einer Obdachlosenunterkunft.

Quelle: Fotos: Jürgen Lenz

Schönberg. Einen 555 000 Euro teuren Bau eines Übergangswohnheims hat der Amtsausschuss des Amtes Schönberger Land am Donnerstagabend gebilligt. Im vorigen Jahr gingen die Politiker noch davon aus, dass das Gebäude für Menschen, die von Obdachlosigkeit betroffen sind, 350 000 Euro kosten wird.

OZ-Bild

Einen 555 000 Euro teuren Bau eines Übergangswohnheims hat der Amtsausschuss des Amtes Schönberger Land am Donnerstagabend gebilligt.

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Ronny Freitag (Liberale Wählergemeinschaft Schönberg) kritisierte vor der Entscheidung: „Es entsteht der Eindruck, dass hier Kosten keine Rolle spielen.“ Eine Erhöhung um 60 Prozent könne nicht einfach so beschlossen werden. Es gehe um über 200000 Euro zusätzliche Kosten. Ronny Freitag stimmte mit Nein.

Mit dem Mehrheitsbeschluss steht fest: Nach dem Abbruch einer früheren Verwaltungsbaracke in der Dassower Straße in Schönberg bauen Arbeiter an deren Stelle eine Obdachlosenunterkunft mit acht Einraumwohnungen inklusive Bädern und Küchen. Außerdem werden in einem Raum des Neubaus Akten der Amtsverwaltung untergebracht. Der Rückbau der Baracke hat bereits begonnen.

Amtsvorsteher Frank Lenschow (parteilos) bedauerte am Donnerstagabend: „Der Bau ist auf maximale Einsparung ausgelegt, trotzdem kommt diese Summe raus.“ Die Baupreise seien derzeit hoch.

Das sagte auch die Fachbereichsleiterin Antje Kopp. Sie erklärte, die ursprüngliche Kostenschätzung eines Architekten sei bei den derzeitigen Anforderungen und Preisen nicht zu halten. Zudem habe es zwischenzeitlich einen Architektenwechsel gegeben. Dazu sagte Lenschow: „Die Zusammenarbeit mit dem Büro hat nicht so funktioniert, wie wir uns vorgestellt hatten.“ Der neue Architekt sei zu einer anderen, höheren Kostenschätzung gelangt, die dann durch die Ergebnisse von Ausschreibungen bestätigt worden sei. Antje Kopp sagte, das Amt habe nach Einsparmöglichkeiten gesucht. Errichtet werde „ein sehr spartanischer Zweckbau, kein Luxus“. Zu den Bürgermeistern, Stadt- und Gemeindevertretern im Amtsausschuss sagte die Fachbereichsleiterin: „Man kann schöner bauen, aber Sie haben uns aufgefordert, jeden Euro dreimal umzudrehen.“ Finanziert wird der 320 Quadratmeter große Bau über einen Kredit.

Seit Jahren diskutieren Politiker im Schönberger Land darüber, wie Menschen untergebracht werden sollen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind. Christian Albeck (SPD) betonte am Donnerstagabend: „Seit 2006 unterhalten wir uns über die Sache. Sie muss auch mal erledigt werden.“ Lenschow sagte: „Als Amt in unserer Größe brauchen wir eine Möglichkeit, Bürger unterzubringen.“ Bisher geschieht das durch Anmieten von Wohnungen oder indem Menschen, denen eine Wohnung gekündigt wurde, von Amts wegen wieder in diese Wohnung eingewiesen werden — sehr zum Ärger von Vermietern und bisweilen auch zum Verdruss von Mitbewohnern, denen der von Obdachlosigkeit bedrohte Mensch immer wieder durch unsoziales Verhalten zusetzt.

Das Übergangswohnheim wird nun nicht nur teurer als ursprünglich veranschlagt, sondern auch deutlich später gebaut als geplant. Bereits vor elf Monaten mussten der städtische Jugendklub und die Bibliothek aus der Baracke ausziehen, die dem Obdachlosenheim weichen muss — weil der Bau mutmaßlich bevorstand. Sie kamen vorerst in einer wesentlich kleineren Baracke unter. Vorgesehen war damals, die Amtsstraße 8 zu sanieren und dort die Bücherei und den Jugendklub einziehen zu lassen. Inzwischen stellen Stadtvertreter dieses Vorhaben infrage und überlegen, die von der Kommune gekaufte Immobilie abzureißen und an ihrer Stelle einen Neubau für Jugendklub und Bibliothek zu errichten.

Von Jürgen Lenz

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