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Polizei informiert Eltern über Drogen

Wahrsow Polizei informiert Eltern über Drogen

Andrea Schott, Präventionsberaterin der Polizeiinspektion Schwerin, klärte in der Schule in Wahrsow auf.

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Andrea Schott, Präventionsberaterin der Polizeiinspektion Schwerin, zeigt das Bild eines Cannabisblatts.

Quelle: Dana Dolata

Wahrsow. Wenn Kinder und Jugendliche für sie illegale Substanzen konsumieren, so sind dies vor allem Zigaretten, Alkohol und Cannabis. Immer häufiger würden ihnen auch K.o.-Tropfen verabreicht, sagt Andrea Schott, Präventionsberaterin der Polizeiinspektion Schwerin. An der Regionalen Schule in Wahrsow informierte sie am Donnerstagabend über die Risiken.

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Ich finde es gut, dass es diese Beratung gibt. Alles wurde aus der Praxis erzählt.“Jan Schorch aus Selmsdorf

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Schulsozialarbeiterin Diana Pagel hatte die Eltern der Klassen fünf bis zehn eingeladen. Und sie kamen zum Teil nicht alleine sondern mit ihren Kindern zu dieser Beratung.

Gleich zu Beginn ihrer Ausführung machte Andrea Schott klar, dass Probleme mit Drogen an allen Schulen existieren. Und: „Es ist nicht weit weg“, mahnte sie. Immer, wenn sie Umfragen mache, wer von den Jugendlichen jemanden kenne, der schon einmal Drogen genommen hat, würden sich 99 Prozent melden. Andrea Schott war zuvor in den achten Klassen der Regionalen Schule in Wahrsow und hatte dort über die Risiken von Drogen für Kinder und Jugendliche aufgeklärt. „Ich finde es gut, dass es eine solche Beratung gibt“, machte Vater Jan Schorch aus Selmsdorf klar. Auch lobte er die Praxisnähe des Vortrages, der immer wieder von Fragen der Zuhörer unterbrochen wurde — wie ausdrücklich von Andrea Schott gewünscht.

K.o.-Tropfen werden, so erklärte es die Präventionsberaterin, genutzt, um im Rahmen von Sexual- und Eigentumsdelikten die Opfer zu betäuben und wehrlos zu machen. „Wenn Mädchen K.o.-Tropfen eingeflößt werden, so führt das häufig zu einer sexuellen Ausbeutung“, sagte Andrea Schott. Werden sie Jungs gegeben, so seien die Hintergründe meist andere. Smartphones beispielsweise sollen so erbeutet werden.

Die Präventionsberaterin erklärte die Wirkungsweise von K.o.-Tropfen. „Menschen, die sie verabreicht bekommen, werden besinnungslos und ausgeknockt“, sagte sie. Eine Nebenerscheinung sei die völlige Amnesie, also Gedächtnisstörung für zeitliche und oder inhaltliche Erinnerungen. Wenn der Verdacht auf die Einnahme von K.o.-Tropfen vorliegt, sollten Kinder sofort in die Notaufnahme und nicht am nächsten Tag zum Hausarzt gebracht werden. Um vorzubeugen, sollten Getränke niemals unbeaufsichtigt stehengelassen werden. „Lasst euch niemals etwas von der Bar mitbringen“, sagte Andrea Schott in Wahrsow. Wenn ein Drink ausgegeben wird, so sollten die Jugendlichen immer ein Auge auf ihn haben.

Cannabis wird, kommt es in Form von Marihuana vor, meist im Joint geraucht, erläuterte Andrea Schott. Handelsübliche Namen sind „Gras“, „Deutsche Hecke“ und „Grünes“. Liegt Cannabis in Form von Haschisch vor, so ist es braun und fest. Marihuana hingegen ist grün. Die Pflanzenteile befinden sich meist in Tütchen, können aber auch schon mal im Überraschungsei oder der Fotodose vorgefunden werden. „Wenn ein Kind zwei Stunden lang grinst, sehr langsam spricht, rote Augen und große Pupillen hat, so sollten bei Ihnen die Alarmglocken angehen“, erklärte Andrea Schott in Wahrsow. „Eltern können manchmal beobachten, dass das Kind am Tisch entrückt wirkt“, sagte sie. Auch können schlechtere Zensuren auf Drogenkonsum hinweisen, müssen es aber nicht. Die Hintergründe könnten vielfältig sein.

Wer in der Pubertät Cannabis raucht, kann im Wachstum gestört werden. Auch drogeninduzierte Psychosen kommen oft vor und das Kurzzeitgedächtnis bleibt bei regelmäßigem Cannabiskonsum auf der Strecke.

Dies gesagt, wurde Andrea Schott von einem Elternteil unterbrochen. Es fragte: „Wo bekommen die Kinder die Drogen denn überhaupt her?“ Andrea Schott antwortete: „Freunde sind es, die Haschisch und Cannabis für wirklich wenig Geld verkaufen — und K.o.-Tropfen sind ebenfalls einfach zu beschaffen, da sie in Reinigungs- und Lösungsmitteln enthalten sind.“

Andrea Schott informierte zudem darüber, dass Eltern, sollten sie den Verdacht haben, dass ihre Kinder Drogen konsumieren, sich an professionelle Beratungsstellen wenden können. „Diese gibt es in allen Landkreisen“, sagt Andrea Schott. Die Diakonien und die Arbeiterwohlfahrt bieten beispielsweise Beratungen an.

 

 

Dana Dolata

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