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Richtfest für die neue Notunterkunft

Schönberg Richtfest für die neue Notunterkunft

Acht Zimmer für Obdachlose – das Amt Schönberger Land rechnet Anfang 2017 mit der Fertigstellung des Baus

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Stoßen auf den Neubau an: (v. l.) Inke Pristaff, Lutz Götze, Udo Gutschke, Frank Lehmann, Antje Kopp und Frank Lenschow.

Quelle: Fotos: Annett Meike

Schönberg. Über die neue Notunterkunft für Obdachlose in der Dassower Straße in Schönberg war lange hin und her diskutiert worden (die OZ berichtete). „Insgesamt 15 Jahre, könnte man sagen, haben wir uns im Amt mit dem Thema beschäftigt“, so Amtsvorsteher Frank Lenschow (parteilos). Gestern nun konnte dem Neubau, der gleich neben dem Amtsgebäude anstelle der alten LPG-Baracke entsteht, die Richtkrone aufgesetzt werden. Ein Grund zur Freude nicht nur für die Zimmerleute der Bedachungs GmbH aus Grevesmühlen, die mit den Verantwortlichen des Projektes gemeinsam ihr Glas erhoben. Zünftig, wie sich das nach alter Zimmermannstradition gehört, sprach Torsten Koplin hoch auf dem Dach vor der Richtfestkrone die alten Worte und wünschte den Mauern, „dass sie in Ewigkeit stehen“. Ob das Gebäude „in Ewigkeit“ eine Notunterkunft für Obdachlose bleiben wird, wird sich zeigen.

OZ-Bild

Acht Zimmer für Obdachlose – das Amt Schönberger Land rechnet Anfang 2017 mit der Fertigstellung des Baus

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Hilfe zur Selbsthilfe

Wer von einer Zwangsräumung oder Wohnungsverlust bedroht wird, erhält Hilfe beim Ordnungsamt.

Ordnungsamt Amt Schönberger Land, Dassower Straße 4, 23923 Schönberg, ☎ 03 88 28/ 33 00

„Im Moment“, sagt Jens Hillbrecht vom Ordnungsamt, „betreuen wir im Amtsbereich sechs Menschen ohne Obdach. Vor kurzem waren es noch zwei mehr.“ Was immer wieder leicht falsch verstanden wird, erläutert Antje Kopp, Fachbereichsleiterin des Bau- und Ordnungsamtes. „Diese acht Zimmer hier sind keine dauerhafte Unterkunft für Obdachlose. Sie sind eine Übergangslösung. Menschen, die zum Beispiel zwangsgeräumt werden, können hier für einen gewissen, begrenzten Zeitraum unterkommen und sich mit Unterstützung des Amtes um eine neue Wohnung kümmern.“

Bisher hatte das Amt die Wohnungslosen vorübergehend in Wohnungen untergebracht, die das Amt für diesen Zweck angemietet hatte.

Insgesamt 555 000 Euro soll der Neubau nun kosten. „Alle acht Zimmer haben genug Platz für ein Bett und einen Schrank, sogar an den Anschluss für einen Fernseher wurde gedacht“, erklärt Architekt Axel Danne aus Herrnburg den Verantwortlichen vom Amt auf einem Rundgang, Zu jedem Zimmer gehört auch eine sogenannte „Nasszelle“ – Dusche und Toilette in einem. „Nicht luxuriös“, meinte Finanzausschussvorsitzender Udo Gutschke, „aber doch sehr menschenwürdig. Darum geht es doch.“

Die Nähe der Notunterkunft zum Amt hat dabei mehrere Vorteile, wie Amtsvorsteher Lenschow ausführt:: „Die meisten der wohnungslos gewordenen Menschen brauchen Begleitung durch das Ordnungsamt auf der Suche nach einer neuen Wohnung. Jetzt ist das Ordnungsamt gleich nebenan.“ Auch die Polizei sitzt gleich vor Ort – was nicht bedeuten soll, wie die Verantwortlichen betonen, dass man davon ausgeht, dass es mit obdachlosen Menschen ständig Ärger geben muss. Doch es kann – manch ein Wohnungsloser hat mit Suchtproblematiken zu kämpfen. Vor allen Dingen die nächsten Anwohner oder Gewerbetreibenden in der Nähe der Notunterkunft dürften über die schnelle Erreichbarkeit von Amt und Polizei vor Ort beruhigt sein.

„Das Klima in der Gesellschaft insgesamt wird rauer“, weiß Jens Hillbrecht. „Es wird auch immer schwieriger für obdachlos Gewordene, neuen Wohnraum zu besorgen. Kaum ein Vermieter möchte noch Wohnungen an Obdachlose vermieten.“ Dabei geht es weniger um das Finanzielle – denn immerhin zahlt meist das Sozialamt die Miete direkt an den Vermieter – als vielmehr um die Sorge um den Zustand der vermieteten Wohnungen.

Neben den Unterkünften für Wohnungslose wird sich auch das Archiv des Amtes in dem Neubau befinden.

Annett Meinke

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