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Grevesmühlen Rotstift regiert in Dassow — doch ein dickes Minus bleibt
Mecklenburg Grevesmühlen Rotstift regiert in Dassow — doch ein dickes Minus bleibt
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04:57 05.03.2013
Beim Blick in den ersten Entwurf des Haushaltes 2013 hat Dassows Bürgermeister Jörg Ploen (SPD) nichts zu lachen. Quelle: Steffen Oldörp

Im ersten Entwurf steht ein deutliches Minus von 600 000 Euro. Allerdings enthält der Plan noch viele Wünsche, die die Stadt hat. „Und die können wir sicher nicht alle berücksichtigen.“

Es heißt also: Sparen, sparen, sparen, um nicht deutlich tiefer in die roten Zahlen zu rutschen. Das, so Ploen, sei aber nicht einfach. Denn die Amts- und die Kreisumlage steigen. Wieder einmal. Die Amtsumlage um 100 000 Euro auf 471 000 Euro. Die Kreisumlage von 1,05 Millionen auf 1,3 Millionen Euro. Das Problem: vom Schweriner Innenministerium erhält die klamme Kommune gleichzeitig weniger Geld für Schlüsselzuweisungen — rund 200 000 Euro.

Grundlage für alle Berechnungen ist das Jahr 2011. Da hat Dassow im Vergleich zu 2010 mehr Gewerbesteuern eingenommen. Deshalb muss die Stadt nun mehr Amts- und Kreisumlage zahlen und bekommt weniger Geld aus Schwerin. „Ein Teufelskreis“, sagt Ploen. Und trotzdem plane die Stadt, rund 300 000 Euro aus laufenden Krediten zu tilgen. Allerdings kommt sie wohl nicht drumherum, sich neues Geld zu leihen — für das neue Löschfahrzeug der Dassower Feuerwehr. Seit Jahren warten die Brandschützer darauf. In diesem Jahr ist es endlich soweit — trotz knapp gefüllter Kassen. Der Grund:

Günstiger hätte die Stadt das neue Löschfahrzeug dank Zuschüssen von Kreis und Land nicht bekommen können.

Doch die Stadt hat drei Ortswehren. Neben der Dassower noch eine in Pötenitz und in Harkensee. Und auch die Brandschützer in Harkensee brauchen ein neues Fahrzeug — ein Tragkraftspritzenfahrzeug.

Kosten: 80 000 Euro. Förderung: Fehlanzeige. Die Stadt muss also alles allein bezahlen. Für die Unterhaltung der Feuerwehren kommen noch einmal 141 000 Euro im Haushalt hinzu. Doch trotz des angespannten Haushaltes kommt eine Auflösung der kleineren Wehren für Dassows Bürgermeister nicht in Frage. „Das Gebiet mit seinen 18 Ortsteilen ist sehr groß und wir wollen, dass alle Ortsteile relativ schnell erreicht werden können bei einem Notfall“, sagt Ploen. Außerdem habe sich gezeigt, dass Leute nicht den Nachbarwehren beitreten, wenn die eigene Wehr aufgelöst werde. „Letztendlich brauchen wir in der Woche tagsüber jeden einzelnen, den wir haben“, so Ploen.

Für Vereine, Veranstaltungen und die Städtepartnerschaft mit Grobina hat die Stadt 57 000 Euro in diesem Jahr eingeplant. Kürzen wolle und könne die Stadt bei den freiwilligen Leistungen nicht mehr, sagt Ploen. „Sonst ist das Leben in der Stadt tot und Vandalismus vorprogrammiert.“ Wenn die Jugendlichen nicht mehr wüssten, was sie in ihrer Freizeit machen sollen, entstünden „Schäden, die behoben werden müssen.“

Licht am Ende des Tunnels — also einen Ausweg aus den roten Zahlen — sieht Dassows Bürgermeister für seine Stadt nicht. „Ich gehe nicht davon aus, dass sich das Problem schnell löst, weil wir immer wieder Haushalte mit Minus beschließen müssen.“ Einsparpotential gebe es kaum. „Wir haben in den vergangenen Jahren schon drastisch gekürzt.“ Langfristig hoffe die Stadt, durch Investitionen Geld zu sparen. In diesem Jahr will sie rund 70 000 Euro in neue Straßenbeleuchtung investieren. 40 000 Euro in der Ernst-Thälmann-Straße, 30 000 Euro in der Rudolf-Breitscheid-Straße. Ploen erläutert: „Wir hoffen, dass es sich lohnt und wir dadurch erhebliche Stromkosten sparen.“

Steffen Oldörp

Redaktion: 038 81/7 878 860 Leserservice:

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