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SEK-Einsatz und viel Arbeit: 25 Jahre Tanke in Schönberg

Schönberg SEK-Einsatz und viel Arbeit: 25 Jahre Tanke in Schönberg

Das Tankstellengeschäft hat sich geändert: Shop ist wichtiger als Treibstoff

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Andreas Plescher (50) betreibt die Tankstelle in Schönberg, die sein Vater Edwin (73) vor 25 Jahren eröffnet hat. Es ist ein hartes Geschäft.

Quelle: Foto: Jürgen Lenz

Schönberg. Der Anfang war hart. „Hier waren jede Woche zwei Einbrüche – bis ich keinen Versicherungsschutz mehr hatte. Da habe ich hier nachts geschlafen“, erzählt der 73-jährige Edwin Plescher in einem Hinterraum der Tankstelle in Schönberg. Edwin Plescher ließ sie vor 25 Jahren an der B 104 bauen. Der Schönberger, sein Sohn Andreas und ihre Mitarbeiter haben seitdem viel erlebt, vom Spritklau bis zum SEK-Einsatz.

OZ-Bild

Das Tankstellengeschäft hat sich geändert: Shop ist wichtiger als Treibstoff

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Es war im Oktober 2001, als Polizisten in Zivil aus Autos sprangen und vier Männer überraschten. Wenige Augenblicke später klickten die Handschellen für zwei Drogenkuriere aus Hamburg und zwei Drogenhändler aus Rostock. Das Landeskriminalamt stellte Rauschgift im Wert von 125000 Euro sicher – Ergebnis von dreimonatigen Ermittlungen, die schließlich zu den Festnahmen an der HEM-Tankstelle in Schönberg führten.

Edwin Plescher eröffnete die Tanke im April 1992. Vorher hatte er eine Minol-Tankstelle in Dassow gepachtet. Für den Schönberger war klar: „Wenn ich schon baue, dann baue ich in Schönberg.“ Der Bedarf war da.

Später zeigte sich: Nachfrage besteht auch für eine Autowerkstatt. Edwin Pleschers Sohn Andreas erzählt: „Viele haben uns gefragt: Wo ist die nächste Werkstatt?“ Die ist seit 2002 direkt neben der Tanke. Edwin Plescher ließ sie bauen.

Seit 2008 gehören Tankstelle und Werkstatt dem Sohn. Mittlerweile beschäftigt Andreas Plescher neun Mitarbeiter. Er erklärt: „Geld müssen wir im Shop verdienen.“ Längst vorbei sind die Zeiten, als die Kunden nicht einmal Kaffee an einer Tanke kaufen konnten. Heute lacht Edwin Plescher, als er sagt: „Kraftstoff ist ein Nebenprodukt der Tankstelle.“ Dort gibt’s auch außerhalb der Öffnungszeiten von Supermärkten verschiedenste Getränke, frische Brötchen, heiße Würstchen, Süßigkeiten, Zeitungen, Zeitschriften, Anhänger, Gasflaschen. Wer vergessen hat, ein Pfund Filterkaffee zu kaufen oder keine Filter mehr zu Hause hat, wird in der Tankstelle in Schönberg ebenfalls fündig.

Den Preis für Benzin und Diesel legt die Mineralölgesellschaft fest. Sie ändert ihn von Hamburg aus dreimal am Tag. Fest steht nach Andreas Pleschers Angaben: „Wir sind immer die Günstigsten im Umkreis. Wir haben eine Tiefpreisgarantie.“

Ein hartes Geschäft ist der Betrieb der Tankstelle in Schönberg 25 Jahre geblieben – auch für die Verkäuferinnen. Sie arbeiten an Sonntagen ebenso wie an Feiertagen, kassieren, füllen Ware auf, halten den Laden sauber. „Es ist auch immer schwierig, Personal zu finden“, bedauert Andreas Plescher. Die Zeit der Einbrüche ist allerdings vorbei, seitdem er direkt neben die Tankstelle sein Wohnhaus bauen ließ. Pleschers prominentester Kunde war übrigens Gentleman-Boxer Henry Maske.

Immer weniger Tankstellen

Seit 1991 öffnen in Deutschland immer weniger Tankstellen. Im Jahr nach der Wiedervereinigung waren es 19000, jetzt sind es noch 14000. Allerdings schlossen seit 2010 deutlich weniger Tankstellen als in den Jahren zuvor.

Am häufigsten vertreten ist heute die Marke Aral, gefolgt von Shell, Esso, Total, Avia, Jet, Raiffeisen, Orlen, Agip und Tamoil/HEM. Die Deutsche Tamoil GmbH, vormals Hermann Eggert Mineralöle (HEM), mit Sitz in Hamburg ist eine deutsche Tochter der libyschen Tamoil-Gruppe.

Jürgen Lenz

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