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Schafe sollen Ökopunkte erwirtschaften

Selmsdorf Schafe sollen Ökopunkte erwirtschaften

Selmsdorfer Gemeindevertreter stimmen auch Weg durch Naturschutzgebiet zu

Selmsdorf. Das klingt nach einem guten Investment: Die Gemeinde Selmsdorf will auf Naturschutzflächen Schafe grasen lassen, drei Weiden einzäunen, auf jede der drei Grünflächen eine Infotafel aufstellen und bekommt im Gegenzug dafür sogenannte Ökopunkte. Laut Bürgermeister Marcus Kreft (SPD) insgesamt 120 000. Diese Ökopunkte kann die Gemeinde verkaufen. Pro Punkt rechnet Kreft mit drei Euro. Durch diese Maßnahme sind für Selmsdorf also bis zu 360 000 Euro drin. Vorausgesetzt, die Gemeinde findet einen Käufer für die Ökopunkte.

 

OZ-Bild

Marcus Kreft (SPD)

Quelle:

Auf den Weg gebracht hat dieses scheinbar lohnende Investment noch die alte Gemeindevertretung. Sie hatte die mehr als sechs Hektar im Ortsteil Lauen bereits vor Jahren einzäunen lassen. Die Ökofläche befindet sich an der ehemals deutsch-deutschen Grenze und gehört nicht nur zum Grünen Band – einem deutschlandweiten Naturschutzprojekt – sondern auch zur besonderen Schutzzone des Landschaftsschutzgebietes „Palinger Heide und Halbinsel Teschow“.

In den vergangenen Jahrzehnten haben sich hier seltene und gefährdete Tierarten wie zum Beispiel der Silbermönch angesiedelt – ein Falter, der auf den Magerrasenflächen bei Lauen seine westliche Verbreitungsgrenze hat. Auch die Heide-Nelke gedeiht hier prächtig. Da es Ökoflächen sind, gibt es auf dem Areal naturschutzrechtliche Auflagen. Wegen der besonderen Flora und Fauna durfte die Gemeinde die Weide nur einmal im Jahr mähen. Ab kommendem Jahr fällt auch das weg. Dann sollen dort laut Marcus Kreft Schafe eines Schäfers aus Palingen das schützenswerte Gras der Weiden hegen und pflegen.

Während der jüngsten Sitzung haben die Gemeindevertreter beschlossen, weiteres Geld in die Hand zu nehmen. So soll die noch sechs Hektar große Weide in drei Teile parzelliert und eingezäunt werden, bevor die Schafe dort weiden. Um die neu zu setzenden Zaunpfähle hat sich die Gemeinde selbst gekümmert, das Holz laut Kreft selbst gespalten. Den Zaun stellen Gemeindemitarbeiter auf. Die Kosten für die drei Infotafeln belaufen sich auf rund 500 Euro. Von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Nordwestmecklenburg ist der Gemeinde dafür ein Zuschuss in Höhe von 50 Prozent in Aussicht gestellt worden. Insgesamt also ein lohnendes Investment, wenn man die geringen Investitionskosten für Zaun und Holz mit dem möglichen Erlös der Ökopunkte von 360 000 Euro gegenüberstellt.

Genau genommen wären für die Gemeinde Selmsdorf sogar noch mehr Ökopunkte möglich. Allerdings haben die Gemeindevertreter einem Weg durch das Naturschutzgebiet zugestimmt. Bislang gab es auf den Flächen in Lauen keinen offiziellen Weg, sondern lediglich einen Trampelpfad, den Besitzer von Hunden gerne genutzt haben. Künftig soll es offiziell erlaubt sein, mit Hunden dort spazieren zu gehen.

Gemeinde und Untere Naturschutzbehörde des Kreises Nordwestmecklenburg haben sich darauf geeinigt.

Um auf die sensible Natur hinzuweisen, werden Hundebesitzer auf den Infotafeln aufgefordert, ihre Vierbeiner anzuleinen. Auch, um die dort bald grasenden Schafe nicht zu verstören. Auf den Schildern soll den Spaziergängern auch erklärt werden, was sogenannte Magerrasenflächen sind und welche Ziele die Gemeinde mit den Ökoflächen bezweckt. Außerdem gibt es auf den Tafeln Fotos von Heide-Nelken, einem Silbermönch und den Hinweis, die Weideparzellen im Landschaftsschutzgebiet zu respektieren, die Wege einzuhalten und Hunde anzuleinen.

Von Travemünde bis Hof

1400 Kilometer ist das Grüne Band Deutschland lang. Der Geländestreifen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze reicht von Travemünde bis zum ehemaligen Dreiländereck bei Hof (Bayern). Es ist ein Vorhaben mehrerer Länder zum Naturschutz.

600 Arten , die in Deutschland bedroht sind, kommen in den dazugehörigen 150 Naturschutzgebieten vor. Der 50 bis 200 Meter breite Geländestreifen ist der größte Biotopverbund in der Bundesrepublik und Teil des mitteleuropäischen Abschnitts des Grünen Bands Europa.

Steffen Oldörp

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