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Solarpark neben der Autobahn geplant

Groß Siemz Solarpark neben der Autobahn geplant

Auf bis zu 25 Hektar sollen Fotovoltaikanlagen errichtet werden / Die Gemeinde Groß Siemz befürwortet das Projekt

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Groß Siemz. Täglich werden ihn Tausende Autofahrer sehen, wenn die Pläne Wirklichkeit werden: An der A 20 bei Groß Siemz soll ein Solarpark entstehen. Bis zu 25

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Auf bis zu 25 Hektar sollen Fotovoltaikanlagen errichtet werden / Die Gemeinde Groß Siemz befürwortet das Projekt

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Hektar Gesamtfläche plant die Groß Siemz Solar GmbH, die sich eigens für diesen Zweck gegründet hat. Nach Auskunft des Geschäftsführers Jan Jacob Olderog könnten die Fotovoltaikanlagen bis zu zehn Megawatt Ökostrom produzieren. Zum Vergleich: Der gemeindeeigene Solarpark in Selmsdorf schafft bis zu 1,2 Megawatt.

Auch Groß Siemz soll etwas von den Fotovoltaikanlagen auf großer Fläche haben. Jan Jacob Olderog kündigt an: „Der Sitz der Betreibergesellschaft soll in Groß Siemz liegen, sodass Gewerbesteuern hier gezahlt werden.“ Interessant findet der Gemeindevertreter Carsten Sommerfeld, dass der Eingriff in die Natur an der A 20 ausgeglichen werden soll. Ein Ingenieurbüro für Umweltplanung schlägt vor, Hecken zu pflanzen, Gehölze umzugestalten und 52500 Quadratmeter Land in extensiv genutztes Dauergrünland zu verwandeln. Das würde bedeuten: keine Bodenbearbeitung, keine Verwendung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, höchstens dreimal jährlich Mahd. Ein Vertrag soll all das langfristig sichern.

Jan Jacob Olderog betont: „Kosten hat die Gemeinde nicht.“ Das gilt auch für die Planung. Vor diesem Hintergrund befürworten alle Gemeindevertreter, den Bebauungsplan „Solarpark an der A 20 Groß

Siemz“ aufzustellen. Olderog erklärt: „Es ist erst mal nur ein Entwurf, der ausgelegt wird und zu dem die Träger öffentlicher Belange Stellung nehmen können.“ Zu diesen Trägern gehören Nachbarkommunen, Umweltbehörden und Planungsbehörden. Aber auch jeder Bürger wird zu dem öffentlich auszulegenden Plan seine Anregungen und Bedenken geltend machen können.

Wie kamen der Hamburger Jan Jacob Olderog und sein Vater Hermann als Gesellschafter der Groß Siemz Solar GbR auf die Mecklenburger Gemeinde als Standort für einen bis zu 1,7 Kilometer langen Solarpark? Für die beiden ist es naheliegend, denn der Familie gehören dort seit langem Ländereien rund um einen „Wohlbäk“ genannten Bauernhof, den Arbeiter im Jahr 1826 knapp 500 Meter vom Ortsrand von Groß Siemz errichteten. Zur DDR-Zeit wurde er abgerissen. Das Land fiel an die LPG. 1990 waren nur noch Reste des Fundamentes und eines Kellers vorhanden. Sie wurden später für den Bau der A 20 beseitigt. Olderogs erhielten ihre Ländereien 1990 zurück. Die Autobahn durchschneidet diese – ein Nachteil, der nun zum Vorteil werden könnte, denn seit 2010 wird für Fotovoltaikanlagen auf Ackerflächen keine Einspeisevergütung mehr gezahlt, es sei denn, die Fläche befindet sich in einem Bereich von bis zu 110 Metern neben einer Autobahn oder einer Eisenbahnstrecke. Das könnte den Solarpark auch für zwei Eigentümer von benachbarten Grundstücken interessant machen. Mit ihnen sind Olderogs im Gespräch.

Sensation und Sage

Das Gebiet bei Groß Siemz, in dem ein Solarpark entstehen soll, ist von besonderer Bedeutung für Wissenschaft und Geschichtsschreibung. Es war eine archäologische Sensation, als Forscher Ende der 90er Jahre bei Grabungen auf der künftigen Autobahntrasse nicht nur auf ein ausgedehntes Gräberfeld und die Reste zweier Siedlungen stießen, sondern auch auf ungewöhnlich gut erhaltene Relikte von Brennöfen. Als die Untersuchungen der Fundplätze begannen, hatte niemand damit gerechnet, dass gerade hier neue Erkenntnisse über die Eisengewinnung in der vorrömischen Zeit gewonnen werden konnten. Die Forscher fanden fünf Feueröfen aus der Eisenzeit. Bei den am besten erhaltenen war noch deutlich zu erkennen, dass der umgebende Lehm sich durch die Hitze des Verhüttungsprozesses so stark verziegelt hatte, dass die Form des Ofens mehr als 2000 Jahre erhalten blieb. Klar wurde auch, dass die Feueröfen nicht gleichzeitig betrieben wurden, sondern nacheinander, so dass die Eisenverhüttung bei Groß Siemz über einen langen Zeitraum betrieben sein dürfte. Einheimischen war seit langem bekannt, dass sich auf dem Gelände Überreste aus früherer Zeit befinden. Ihr Wissen regte die Fantasie an. Das zeigt sich in einem überlieferten Satz: „Hier hebbt de Ünnerirdischen haust, un hier soll ok dei goll’n Weeg in wäst hemm. („Hier haben die Unterirdischen gehaust, und hier soll auch eine goldene Waage drin sein.)“ Jürgen Lenz

Günstig gewinnt

Eine Voraussetzung für den Bau von Fotovoltaikanlagen bei Groß Siemz: Die Investoren haben Erfolg beim Ausschreibungsverfahren für große Solaranlagen. Nur dann können sie eine Zahlung nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz in Anspruch nehmen. Die abzugebenden Gebote beziehen sich auf einen Wert in Cent pro Kilowattstunde und auf eine in

Kilowatt anzugebende Anlagenleistung. Bei jährlich drei Terminen der Bundesnetzagentur erhalten die günstigsten Gebote den Zuschlag.

Jürgen Lenz

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