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Stadt greift Vereinen unter die Arme

Schönberg Stadt greift Vereinen unter die Arme

Politiker in Schönberg verteilen nach anderthalbstündiger Debatte 7200 Euro / Antragsteller wollten über 13000 Euro

Schönberg. Wie auf einem „türkischen Basar“ fühlte sich am Donnerstagabend die eine und andere Besucherin eines Treffens in der Palmberghalle in Schönberg. Allerdings wurde dort nicht um die Preise von Tabak oder Teppichen gefeilscht, auch wenn Wortwechsel wie „100 Euro“, „150 Euro“, „Nein 200 Euro“ dazu passten. Vielmehr verteilte der Ausschuss für Schule, Kultur, Sport, Jugend, Senioren und Soziales 7200 Euro aus Schönbergs Stadtkasse an ortsansässige Vereine und Institutionen — keine leichte Aufgabe, denn 17 Vereine hatten bei der Stadt 36 Anträge mit einer Gesamtsumme von 13412 Euro eingereicht. Laut einem Beschluss der Stadtvertreter standen aber nur 7200 Euro zur Verfügung. Bei wem also streichen?

Es wurde gekürzt. Die Stadt Schönberg muss sparen.“Annette Behr (CDU), Vorsitzende des Ausschusses für Schule, Kultur, Sport, Jugend, Senioren und Soziales der Stadt Schönberg

Nach anderthalb Stunden Diskussion war das Geld verteilt und der Verein „Haus des Kindes“ derjenige, dem am meisten zugesprochen wurden: insgesamt 1900 Euro.

16 Mitarbeiterinnen des Vereins waren zur Sitzung erschienen. Sie erklärten sich vor der Vergabe der Zuschüsse dazu bereit, dem Ausschuss Auskünfte zu erteilen — „wenn es von Interesse ist“, wie Geschäftsführerin Kati Eggert in der Einwohnerfragestunde erläuterte. Interesse zeigte vor allem Stephan Korn (SPD-Fraktion). Er richtete zahlreiche Fragen an Mitarbeiterinnen des Vereins, der am Ende nicht nur besonders viel Geld bekam, sondern auch für besonders viele Aktivitäten Anträge gestellt hatte. Die Gesamtkosten, die er in seinen Anträgen angegeben hat, belaufen sich teilweise auf ein Mehrfaches der Zuschüsse, die die Stadt nun zahlt.

Am ausführlichsten diskutierten die Ausschussmitglieder über das Angebot „Bewegungsförderung“, für das der Verein 500 Euro bei der Stadt beantragt hatte. Kerstin Rehbach, Leiterin der Kita „Haus des Kindes“ erläuterte: „Mittlerweile gibt es fünf Gruppen für alle Altersstufen.“ Das Angebot richte sich an Kinder aus Schönberg und Umgebung. Bettina Schultz, Chefin der Kindertagesstätte „Regenbogen“, ergänzte: „Wir bieten demnächst auch Yoga für Kinder an.“ Der Ausschuss entschied sich nach längerer Debatte dafür, 300 Euro zu zahlen.

Für musikalische Früherziehung bekommt der Verein „Haus des Kindes“ in diesem Jahr 150 Euro, für einen ebenso öffentlichen Laternenumzug 300 Euro, für Angebote im Bereich „Singen, tanzen, musizieren“ 150 Euro, für ein Familiensportfest 150 Euro. Ebenfalls mit 150 Euro hat der Ausschuss einen „Spieltreff für die Jüngsten“ bedacht, der nach Auskunft einer Organisatorin „für alle“ da ist — und nicht nur für derzeitige und künftige Schützlinge des Vereins „Haus des Kindes“. Die Ausschussvorsitzende Annette Behr (CDU) lobte: „Wir sind froh, dass Sie so eine Gruppe anbieten.“ Den höchsten Zuschuss bekommt der Verein „Haus des Kindes“ nun für eine Feriengestaltung für Hortkinder: 500 Euro. Die Gesamtkosten gibt der Verein mit 1120 Euro an. 200 Euro erhält er für die Abschlussfahrt einer Vorschulgruppe, die auch von Kindern sozial schwacher Eltern besucht wird.

Mit 850 Euro bekommt der Förderverein der Freiwilligen Feuerwehr Schönberg die zweithöchste Gesamtsumme, die der Ausschuss für Schule, Kultur, Sport, Jugend, Senioren und Soziales am Donnerstagabend vergeben hat. Das Geld kommt der Jugendfeuerwehr zugute. Sie vermittelt nicht nur das Abc des Brandschutzes, sondern betreibt auch allgemeine Kinder- und Jugendarbeit. 50 Euro schießt die Stadt für eine Weihnachtsfeier der Jugendwehr zu, 100 Euro für einen Kinobesuch, 200 Euro für die Teilnahme am Landeszeltlager Mecklenburg-Vorpommern, 200 Euro für ein weiteres Zeltlager, 200 Euro für den Besuch einer Go-Kart-Bahn und 100 Euro für einen Ausflug zum Wonnemar in Wismar.

200 Euro gehen an den DRK-Ortsverband Schönberg, 100 Euro an den Ortsverband des Sozialverbands Deutschland, 50 Euro an den Verein für Geflügelzucht, 200 Euro an den BRH-Ortsverband, 100 Euro an den Verein „Tanzland“. Die Schützenzunft bekommt 50 Euro fürs Schützenfest, 50 Euro für ein Nachtschießen und 100 Euro für eine Veranstaltung mit Grundschülern. Der Schönberger Carneval Club erhält 250 Euro für den Kinderfasching und 300 Euro für den Rentnerfasching. Die Späldäl wird mit 200 Euro bedacht, der Heimatbund für das Fürstentum Ratzeburg mit 300 Euro. Der Grundschulförderverein bekommt nach drei Anträgen für unterschiedliche Aktionen insgesamt 750 Euro. Die Kirchengemeinde wird für den Schönberger Kinowinter und eine Tanzfreizeit mit insgesamt 650 Euro bezuschusst. Der Förderverein der Evangelischen Inklusiven Schule „An der Maurine“ erhält 300 Euro, der „Verein für Kommunikation, Umwelt und Kultur“ (Kuk) 400 Euro und die Parforcehornbläsergruppe Maurinetal 250 Euro.

Bereits zu Beginn der Sitzung machte Annette Behr klar: „Wir haben nicht so viel Geld zur Verfügung, wie beantragt wurde. Es wurde gekürzt. Die Stadt Schönberg muss sparen.“ Am Ende beschloss der Ausschuss die Zuschüsse einstimmig.

Von Jürgen Lenz

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