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Stadt will Baufreiheit für Konfitürenwerk

Schönberg Stadt will Baufreiheit für Konfitürenwerk

Politiker in Schönberg für Verlegung einer Hochspannungsleitung — Sie wäre den Schwartauer Werken im Wege

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Eine Stromleitungstrasse quert das Gelände zwischen der früheren Schweinemastanlage und dem Gewerbegebiet „Sabower Höhe“.

Schönberg. Die Stadt Schönberg will den Weg frei machen für einen Neubau der Schwartauer Werke. Nach einer Anfrage des schleswig-holsteinischen Unternehmens und einem Gespräch im Schweriner Wirtschaftsministerium haben sich alle Mitglieder des Schönberger Ausschusses für Stadtentwicklung, Bau, Verkehr, Umwelt und Ordnung und der Hauptausschuss dafür ausgesprochen, eine Hochspannungsleitung am Rand des Gewerbegebietes „Sabower Höhe“ umverlegen zu lassen, um die Baufreiheit zu schaffen.

OZ-Bild

Politiker in Schönberg für Verlegung einer Hochspannungsleitung — Sie wäre den Schwartauer Werken im Wege

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Der Stromversorger Edis hat bereits seine grundsätzliche Bereitschaft erklärt. Es sei möglich, die bestehende 110-kV-Leitung, die dem neuen Konfitürenwerk zu nahe kommen würde, bis Mitte 2017 umzuverlegen. Voraussetzung sei, dass bis Ende Oktober dieses Jahres naturschutzrechtliche Belange abgestimmt wurden und alle privatrechtlichen und öffentlichen Genehmigungen vorliegen — inklusive dem Einverständnis der Deutschen Bahn zum Queren der Strecke Lübeck-Bad Kleinen, die unweit des Gewerbegebietes „Sabower Höhe“ verläuft. Vor diesem Hintergrund entscheidet die Schönberger Stadtvertretung am Donnerstag dieser Woche über einen Beschlussvorschlag, in dem es heißt: „Die Stadt Schönberg stimmt der Beauftragung der Machbarkeitsstudie für die Umverlegung der 110-kV-Freileitung Schönberg-Wismar im Bereich des Gewerbegebietes Schönberg zu.“ Der Anteil der Kosten, die Schönberg zu tragen hätte, könnten durch das landeseigene Unternehmen „Landesgrunderwerb Mecklenburg-Vorpommern“ (LGE) vorfinanziert werden. Es vermarktet das Gewerbegebiet, das 1996 am Rand von Schönberg erschlossen wurde. Mittlerweile existieren dort 250 Jobs.

In einer 2009 fertiggestellten Logistikhalle lagern auch Produkte der Schwartauer Werke. 2010 gab der deutsche Marktführer bei Marmeladen an, er liebäugele damit, sich mit einer neuen Produktionsstätte im Schönberger Gewerbegebiet anzusiedeln. Doch nach mehreren Verhandlungsrunden mit dem Land Schleswig-Holstein und der Zusage aus Kiel, das Vorhaben mit drei Millionen Euro zu unterstützen, gaben das Unternehmen und schleswig-holsteinische Politiker bekannt, dass das neue Konfitürenwerk auf Lübecker Gebiet gebaut wird — gleich an der Grenze zu Bad Schwartau. Der Kieler Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) rechtfertigte die hohe Fördersumme: „Wir sind sehr, sehr sicher, dass das gut angelegtes Geld ist.“ Das Unternehmen sicherte 2011 sieben Jahre lang 80

Arbeitsplätze im neuen Marmeladenwerk zu.

Beim aktuellen Wunsch der Stadt Schönberg, die Hochspannungsleitung am Rand des Gewerbegebietes zu verlegen, geht es nach Angaben des Bürgermeisters Lutz Götze (SPD-Fraktion) nicht nur um „die Anfrage einer namhaften Firma aus Schleswig-Holstein“, sondern auch darum, dass sich andere Betriebe in Schönberg ansiedeln könnten, denen die Leitung ebenfalls im Wege wäre. Tatsache sei aber, dass „die namhafte Firma aus Schleswig-Holstein“ eine Anfrage zum Kauf von bis zu 15 Hektar gestellt habe. Der Betrieb beabsichtige, seine Lebensmittelproduktion vom bisherigen Standort umzulagern.

„Ich habe mich in der Öffentlichkeit dazu bisher nicht geäußert, da mit der Firma Verschwiegenheit vereinbart worden ist“, sagte Götze unlängst gegenüber Schönberger Stadtvertretern. Er kündigte an:

„Dieser Vereinbarung werde ich nachkommen, bis eine Entscheidung der Firma Mitte Mai 2016 gefallen ist beziehungsweise bis die Firma selbst in die Öffentlichkeit geht.“

Der Bad Schwartauer Bürgermeister Gerd Schubert (CDU) hingegen verlas unlängst im Bauausschuss seiner Stadt eine Presseerklärung der Schwartauer Werke, in der es heißt: „Es gibt derzeit keine Pläne, den Unternehmenssitz der Schwartauer Werke aus Bad Schwartau zu verlegen.“ Zurzeit befinde sich die Firma noch in einer frühen Phase der Standortsuche für ein Werk in Bad Schwartau oder der umliegenden Region. Bad Schwartau sei für das Unternehmen immer der erste Ansprechpartner und bleibe das jetzt auch bei der Suche nach einem Bauplatz.

Wie berichtet, haben die Stadtvertreter in Schönberg, um das Gewerbegebiet für ansiedlungswillige Betriebe erweitern zu können, den Kauf einer ehemaligen Schweinemastanlage beschlossen. Dazu sagte Götze: „Die Anfrage eines großen Unternehmens aus Schleswig-Holstein hat die Sache nur beschleunigt.“ Ein Abriss der leerstehenden Anlage wird nach Angaben des Bürgermeisters in Betracht gezogen, „wenn für die Fläche ein Bedarf vorhanden ist.“

Von Jürgen Lenz

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