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Grevesmühlen Tagesmütter händeringend gesucht
Mecklenburg Grevesmühlen Tagesmütter händeringend gesucht
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03:58 27.08.2013
Ana Bisser (36, l.) und Katja Wehler (42) arbeiten in Herrnburg als Tagesmütter. Erst 2015 haben sie wieder Plätze frei. Quelle: Jürgen Lenz
Lüdersdorf

Wenn Frauen in der Gemeinde Lüdersdorf merken, dass sie froher Hoffnung sind, dann sollten sie sich umgehend um den gewünschten Betreuungsplatz kümmern. Sonst könnte es bald zu spät sein. So hat es Ana Bisser aus dem Ortsteil Wahrsow erfahren. „Man muss sich wirklich schon in der Schwangerschaft darum kümmern“, sagt die 36-Jährige. Seit April 2010 arbeitet sie zusammen mit Katja Wehler (42) als Tagesmutter in Herrnburg. Ihre „Wühlmäuse“ genannte Gruppe mit bis zu drei Jahre alten Kindern ist seit Jahren voll, die Warteliste lang. „Für nächstes Jahr sind wir schon ausgebucht“, sagt Katja Wehler. „Für 2015 hätten wir zwei oder drei Plätze“, sagt ihre Kollegin. Es herrscht ein Mangel in der Gemeinde Lüdersdorf, in der es deutlich mehr kleine Kinder als Betreuungsplätze gibt. Um das zu ändern, geht die Kommune jetzt einen ungewöhnlichen Weg. Sie startet nach Auskunft des Bürgermeisters Erhard Huzel (CDU) einen öffentlichen Aufruf: Es sollen sich Einheimische melden, die Interesse daran haben, als Tagesmutter oder Tagesvater zu arbeiten.

Interesse allein genügt allerdings nicht. Nach Auskunft von Petra Kurth, Fachbereich Jugend, Soziales, Bildung und Gesundheit des Landkreises Nordwestmecklenburg, braucht es auch „eine fachliche Qualifikation und geeignete räumliche Voraussetzungen“. Die Kreisvolkshochschule bietet eine Qualifizierung zur Tagespflegeperson an. Gebühr: 800 Euro. Da könnte die Gemeinde helfen, meint Bernhard Strutz von der Wählergemeinschaft „Bürger für Lüdersdorf“. Er sagt: „Die Gemeinde Lüdersdorf sollte 4000 Euro für Mütter zur Verfügung stellen, die einen Lehrgang zur Tagesmutter absolvieren.“ Eine Mehrheit der Gemeindevertreter hat das aber mit Hinweis auf die prekäre Finanzlage abgelehnt. Einstimmig war dagegen ein Beschluss, nach dem die Kommune den Bau einer neuen Kindertagesstätte unterstützt (OZ berichtete). Seit 1. August können in der Gemeinde Lüdersdorf Eltern von 107 Mädchen und Jungen einen Rechtsanspruch auf Betreuung von Kindern im Krippenalter geltend machen. Dem gegenüber stehen 24 Krippenplätze und 58 Plätze in der Tagespflege. Diese deckt in Nordwestmecklenburg nach Angaben der Fachdienstleiterin Beate Dellin „einen erheblichen Teil des Rechtsanspruchs ab.“ 1993 gab es im Kreis nur eine Tagesmutter. 2003 arbeiteten in Nordwestmecklenburg 148 Tagespflegepersonen, jetzt sind es 184.

„Es gibt in der Gemeinde Lüdersdorf viele Tagesmütter, die gut arbeiten“, sagt Petra Kurth. Ana Bisser und Katja Wehler macht die Arbeit auch Spaß. „Man kann den Kindern viel beibringen und sie geben viel Liebe zurück“, sagt Ana Bisser. Sie hat es nicht bereut, Tagesmutter geworden zu sein.

Jürgen Lenz

Die Gelder fließen in Vorhaben in der Altstadt und am Kagenmarkt. Die Mecklenburger Straße soll ab dem nächsten Jahr in drei Bauabschnitten saniert werden.

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