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Wer will im Schönberger Land schlichten?

Schönberg Wer will im Schönberger Land schlichten?

Schiedsstelle ist nicht mehr besetzt / Bewerber müssen besonnen sein / Meist geht es um Nachbarschaftsstreit

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Konflikte zwischen Nachbarn sind der häufigste Grund, der Menschen dazu bewegt, sich an eine Schiedsperson zu wenden.

Quelle: Fotos: Jürgen Lenz/keystone

Schönberg. Herr Meyer hat eine Hütte für seinen Hund Bello direkt an der Grundstücksgrenze aufgestellt. Das ärgert seine Nachbarin Frau Müller ebenso wie das häufige Gekläffe des Foxterriers. Frau Müller überlegt, einen Anwalt einzuschalten und vor Gericht zu ziehen. In diesem und vielen ähnlichen Fällen kann jedoch eine Schiedsperson eine Einigung herbeiführen, die am Ende für alle Beteiligten angenehmer ist als ein Streit vor Gericht – und auch viel günstiger. Im Schönberger Land werden jetzt Kandidaten für die beiden Schiedspersonenstellen im Amt gesucht, nachdem sowohl der langjährige Schiedsmann Hans-Peter Wilms als auch seine beiden Stellvertreter ihre Ehrenämter niedergelegt haben. „Wir haben derzeit keine Schiedsperson“, bestätigte Anja Surkamp, stellvertretende Fachbereichsleiterin , auf Anfrage.

2002 begann Hans-Peter Wilms als Schiedsmann im Schönberger Land. Der frühere Mitarbeiter der Bundeszollverwaltung hatte sowohl in seinem Beruf als auch außerhalb mit Rechtsangelegenheiten zu tun.

Er engagierte sich als ehrenamtlicher Richter. Juristische Vorkenntnisse sind aber keine Bedingung dafür, Schiedsfrau oder Schiedsmann zu werden. Hans-Peter Wilms betont: „Wir bekommen eine ordentliche Ausbildung, sodass niemand Angst haben muss.“

Allerdings darf nicht jeder Schiedsmann oder Schiedsfrau werden. Das Amt Schönberger Land erklärt: „Voraussetzung für eine Wahl ist, dass die Schiedspersonen im Amtsgebiet mit Hauptwohnsitz wohnhaft sind und bei Beginn der Amtsperiode das 25. Lebensjahr vollendet haben.“ Auch müsse es sich um Menschen handeln, „die fähig sind, die Amtsgeschäfte ordnungsgemäß wahrzunehmen und den streitbefangenen Parteien vorurteilsfrei, sachlich und besonnen zu begegnen.“ Gewählt werden die Schiedspersonen durch den Amtsausschuss. Ihm gehören die Bürgermeister der Kommunen im Schönberger Land sowie einige Stadt- und Gemeindevertreter an. Die Wahl für fünf Jahre ist durch den Direktor des Amtsgerichts Wismar zu bestätigen.

Hans-Peter Wilms musste sein Ehrenamt in der gemeinsamen Schiedsstelle der Gemeinden des Amtes abgeben, weil er nicht mehr im Schönberger Land wohnt. Er hofft, dass sich bald Nachfolger für ihn als Schiedsperson finden, denn: „Es ist ein wichtiges Amt.“

Streitsachen im Wege des Vergleichs beilegen: Zu diesem Ziel sollen die Schlichtungsverfahren der Schiedsstelle führen. Eingeleitet werden sie, nachdem ein Beteiligter es beantragt hat. Dafür zuständig ist die Schiedsstelle, in deren Bereich der Antragsgegner wohnt. „Häufigstes Thema sind Nachbarschaftsstreitigkeiten“, sagt Hans-Peter Wilms. Er nennt Beispiele: Abstand von Hecken, Überwuchs von Bäumen über Grundstücksgrenzen hinweg, Lautstärke von Kindern. Aus 14-jähriger Erfahrung als Schiedsmann weiß der frühere Wahrsower: „Eine wichtig Aufgabe ist, Nachbarn wieder ins Gespräch zu bringen. Dann löst sich vieles.“ Und weil das so ist, werden viele Fälle – manchmal einer im Monat, manchmal zwei oder auch keiner – nie zu offiziellen. In wie viel Prozent der Fälle einigen sich die Beteiligten? Hans-Peter Wilms antwortet: „In 70 Prozent.“

Jürgen Lenz

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