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Wildschwein-Versteck mitten im Dorf

Malzow Wildschwein-Versteck mitten im Dorf

Auf einem verlotterten Gehöft sind Wildtiere heimisch geworden / Eine Radlerin wurde bedrängt / Jäger beraten

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Pflanzen wuchern auf einem Bauernhof in Malzow. Auf dem Gelände befinden sich Autowracks und Wildschweine haben sich versteckt.

Quelle: Jürgen Lenz

Malzow. Unliebsame Besuche von Wildschweinen: Das hatten die 50 Einwohner von Malzow bereits des Öfteren. Doch nun kommen die Tiere nicht nur von außen, sondern haben sich mitten im Dorf niedergelassen und es ist zu einem Zwischenfall gekommen. „Meine Tochter wurde von einem Wildschwein fast vom Fahrrad geholt“, berichtet Bernd Schlünz. Das Tier tauchte plötzlich aus dem Gestrüpp auf, das seit vielen Jahren auf einem verwahrlosten Bauernhof wuchert. Das Wildschwein preschte gegen das Rad, beschädigte es. Die Fahrerin war schockiert, blieb aber zum Glück unverletzt. Der Schreck saß ihr noch in den Gliedern, als sie zu Hause ankam.

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Auf einem verlotterten Gehöft sind Wildtiere heimisch geworden / Eine Radlerin wurde bedrängt / Jäger beraten

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Seit dem Vorfall ist das Leben der Malzower Familie Schlünz nicht mehr so wie es war. Sie wagt es nicht mehr, am verlotterten Bauerngehöft vorbei auf der Dorfstraße zu gehen. Sie fährt jetzt lieber mit dem Auto, lässt den Sohn, wenn er zur Schule muss, von einem Taxi abholen. „Das sind keine Zustände“, sagt Bernd Schlünz. Der sehnliche Wunsch der Familie: „Wir möchten normal leben wie vorher auch.“

Bernd Schlünz hat sich an Ämter und Jäger gewandt, sprach auch mit Burkhard Nüsch, dem Vorsitzenden der Jagdgenossenschaft Malzow/Kleinfeld. Für Nüsch ist die Sache klar: „Wir müssen etwas unternehmen. Die Schweine müssen da weg.“ Er werde das in der Jagdgenossenschaft ansprechen. Vielleicht könnten die Tiere vom leer stehenden Gehöft vertrieben werden. Er habe dort ein weibliches Wildschwein mit Frischlingen gesehen. „Das Problem ist, dass man im Dorf nicht schießen kann“, sagt Nüsch, der auch Ortsteilvertreter von Malzow ist. Das abgelegene Dorf unweit des Naturschutzgebietes „Stepenitz- und Maurineniederung“ gehört zu Schönberg.

Dort wohnt Maik Haugk. Er ist in Malzow aufgewachsen, fährt immer wieder dorthin und auch er hat Wildschweine auf dem früheren Bauerngehöft gesehen. „Sie sind auf dem Grundstück im Unterholz“, sagt er. Die Tiere würden am helllichten Tag aus dem Dickicht kommen. Es sei gefährlich, am verlotterten Bauernhof vorbeizugehen. Damit hätten Bewohner des Dorfes ein großes Problem.

Das Ordnungsamt in Schönberg ist eine Behörde, an die Bernd Schlünz sich gewandt hat. Eine Bitte dort: Die Hecke schneiden, wo sie über öffentliches Gelände wuchert. Ordnungsamtsleiterin Antje Kopp sagt: „Was wir an dem Weg im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht machen können, das machen wir, aber wir können nicht auf ein Privatgrundstück.“

Der Kreisverwaltung hat Bernd Schlünz mitgeteilt, dass auf dem Bauernhof etliche Schrottautos stehen, von denen eine Gefahr für die Umwelt ausgehen könnte. „Wir kümmern uns“, beteuerte die Verwaltung gestern auf Anfrage. Das Umweltamt hat den Grundstückseigentümer angeschrieben, ihn aufgefordert, Stellung zu nehmen. Für die OZ war der Besitzer, der in Schleswig-Holstein wohnen soll, nicht zu erreichen.

Selten, aber bedrohlich: Angriffe von Wildschweinen

Für Menschen gefährlich werden Wildschweine nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Als besonders brisant sehen Jäger die Begegnung mit einer Bache, einem weiblichen Tier an, das seinen Nachwuchs verteidigen will. Es ist mit seinem starken Gebiss sogar in der Lage einen Unterarm durchzubeißen. Die männlichen Tiere, „Keiler“ genannt, können mit ihren Reißzähnen Schenkel aufschlitzen.

Angriffe dieser Art sind jedoch sehr selten. Wildschweine sind eher scheue Tiere. Sie meiden Menschen. jl

Jürgen Lenz

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