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Grevesmühlen Kosten auf 50 Millionen Euro geschätzt
Mecklenburg Grevesmühlen Kosten auf 50 Millionen Euro geschätzt
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15:15 28.09.2018
Auf der sogenannten Bürgermeisterwiese an der Grundschule „Am Ploggensee“ und der Regionalen Schule „Am Wasserturm“ in Grevesmühlen könnte ein Schulcampus entstehen. Quelle: MICHAEL PROCHNOW
Grevesmühlen

Ein paar geschockte Gesichter waren am Donnerstagabend unter den Mitgliedern des Haupt-, des Bau- sowie des Kultur- und Sozialausschusses der Stadt Grevesmühlen (Nordwestmecklenburg) schon zu beobachten, als mit der extern erarbeiteten Machbarkeitsstudie zur Entstehung eines Schulcampus’ Zahlen auf den Tisch kamen. Neubaukosten von 36 Millionen Euro standen auf dem Papier. Hinzu kämen Sanierungskosten für vorhandene Schul- und Hortgebäude in Höhe von 15 Millionen Euro. Das müssen die Kommunalpolitiker nun erst einmal sacken lassen, bevor darüber am Montag in der Stadtvertretersitzung entschieden wird. Denn geschätzt hatten sie die Neubaukosten bisher auf 20 Millionen Euro.

Seit 2016 beschäftigen sich die Stadt, Schul-, Kita- und Elternvertreter mit dem Fakt, dass Schulen sowie Kindertagesstätten an ihre Grenzen stoßen: Die Diakonie musste mit Krippenkindern in Container ausweichen, die Essenausgabe in der Regionalen Schule „Am Wasserturm“ ist alles andere als zufriedenstellend, auch der Raumbedarf an den beiden Grundschulen hat sich geändert, vor allem fehlt ein Hortgebäude für Reuterschüler. Mit einem Schulcampus sollte eine Lösung her. Einbinden soll dieser auf der sogenannten Bürgermeisterwiese alle drei in der Nähe befindlichen Schulen: die Grundschule „Am Ploggensee“, die Regionale Schule und die Förderschule. Die Überraschung war groß, als Joachim Schwarte und Michael Morgenstern von der iwb Ingenieurgesellschaft mbH, die mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie beauftragt war, prophezeiten, dass die Förderschule aufgrund der Gegebenheiten nicht eingebunden werden kann. Nur vier Klassenräume würden die erforderliche Mindestraumgröße von 50 Quadratmeter haben, zudem würde es erhebliche Brandschutzmängel im denkmalgeschützten Gebäude geben, die Treppen im Gebäude seien viel zu schmal, sodass eine Barrierefreiheit nur über Außenaufzüge zu realisieren ist, was wiederum mit der Denkmalbehörde abzuklären wäre. Eine energetische Sanierung sei nur im Innenbereich möglich, damit würden die Räume noch kleiner werden. Die Toilettenanlage befindet sich derzeit separat im Außenbereich. Kurzum: „Die Förderschule ist nicht nutzungsfähig“, verdeutlichte Joachim Schwarte.

Schnell wurde klar: Die Zeit der Sonntagsreden ist vorbei, wie es Grevesmühlens Bürgermeister Lars Prahler ausdrückte. Nicht zu handeln und Entscheidungen auf die lange Bank zu schieben, sei in seinen Augen keine Option. „Wir müssen etwas tun!“ Aber: Angesichts der schon vorhandenen Schulden der Stadt von sechs Millionen Euro lässt sich das Projekt ohne Fördermittel nicht umsetzen. „Es ist völlig illusorisch, einen Kredit von mehr als 50 Millionen Euro aufzunehmen“, machte er klar. „Wir müssen Unterstützung beim Land einfordern.“ 75 Prozent der förderfähigen Kosten könnten es mit Glück sein.

Das ehemalige Jugendzentrum (rechts) an der Grundschule „Fritz Reuter“, soll einem Hort-Neubau weichen. Quelle: JANA FRANKE

Mit einer Zusage des Landes ist der Schulcampus aber längst nicht fertig. Für das B-Plan-Verfahren müsste mindestens ein Dreivierteljahr eingeplant werden. Per Ausschreibung muss europaweit ein Planer gesucht werden. Auch dafür geht noch einmal ein halbes Jahr ins Land. Weitere eineinhalb Jahre, bis erste Ergebnisse präsentiert werden können, und fünf Jahre für die Bauphase. Das Ziel des Bürgermeisters: Bis 2030 soll der Campus stehen. Die Hortsituation muss aber dringend vorher geändert werden, merkte SPD-Fraktionschef Stefan Baetke an und nimmt Bezug auf den Abriss des ehemaligen Jugendzentrums an der Grundschule „Fritz Reuter“. An gleicher Stelle, so die Pläne, soll ein Hort-Neubau für einen Teil der Schüler entstehen. Der Schritt müsse so schnell wie möglich gegangen werden.

Jana Franke

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