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Schulleiterin nimmt an Elite-Bildungslehrgang teil

Grevesmühlen Schulleiterin nimmt an Elite-Bildungslehrgang teil

Ute Debold leitet das Grevesmühlener Tannenberg-Gymnasium / Sie ist eine von 15 Stipendiatinnen, die am Fulbright-Programm in den USA teilnehmen

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Als im Dezember die E-Mail kam, konnte ich es erst gar nicht fassen.“Ute Debold, Schulleit.

Grevesmühlen. Connecticut statt Nordwestmecklenburg: Ute Debold, Schulleiterin des Grevesmühlener Tannenberg-Gymnasiums, verbringt die Osterferien in den USA. In der Stadt Storrs in Connecticut bleibt sie insgesamt vierzehn Tage. Dort nimmt sie an einem Sonderlehrgang eines der prestigeträchtigsten Stipendienprogramme der Welt — dem Fulbright-Programm — teil.

„Eine große Ehre“, über die Ute Debold sich freut und „ein großes Vergnügen. Das Lernen hört nie auf, auch für mich nicht“, sagte sie kurz vor dem Abflug. In dem Lehrgang wird es um den Umgang mit Vielfalt in der Bildung gehen. „Kaum ein Thema könnte derzeit aktueller sein“, sagt Ute Debold. „In einer Zeit, in der viele Menschen aus Syrien und anderen arabischen Ländern nach Deutschland kommen. In der es vielfältigste Herausforderungen, nicht nur darauf bezogen, zu meistern gilt.“

Besuch der Harvard-Universität steht auf dem Programm

Wie alle anderen Lehrgangsteilnehmer wird Ute Debold verschiedene Schulen in Connecticut besuchen, Unterrichtsstunden und Präsentationen in Englisch abhalten, über ihre Schule und den Schulalltag am Grevesmühlener Gymnasium sprechen. „Ich will natürlich auch ein wenig Werbung für unsere Region machen.“ Außerdem wird sie die renommierte Havard-Universität in Cambridge, Massachusetts, besuchen.

Im Gepäck hat Ute Debold nicht nur ein Gastgeschenk für amerikanische Schüler und Lehrer, sondern auch Fragen ihrer Schüler. Denn die interessieren sich sehr für ihre Alterskollegen in Amerika. Die Fragen beziehen sich auf die Hobbys der Schüler (Lieblingsfilme, Musik, Schauspieler etc.) ebenso wie auf politische Themen (Wie denkst du über die Waffengesetze in den USA? Was hältst du von Deutschland?) bis zum Schulalltag (Wie lange macht ihr Hausaufgaben? Gibt es Schuluniformen?). Die Antworten wird Ute Debold nach den Ferien überbringen.

Insgesamt 800 Bewerber aus ganz Deutschland hatten sich um die 15 Lehrgangsplätze des Fulbright-Sonderprogramms beworben. Ute Debold ist die einzige Lehrerin in Mecklenburg-Vorpommern, die einen Lehrgangsplatz erhielt. 6000 Euro Stipendium zahlt das Fulbright-Programm für einen Lehrgangsteilnehmer. „Als im Dezember die E-Mail mit der Nachricht kam, dass ich es tatsächlich geschafft habe, konnte ich es erst gar nicht fassen.“

Ein Gastgeschenk mit Rezepten im Gepäck

Das Fulbright-Programm hat schon einmal eine große und entscheidende Rolle in Ute Debolds Leben gespielt. Vor 21 Jahren erhielt sie zum ersten Mal ein Stipendium der Stiftung. „Damals war ich die jüngste Lehrgangsteilnehmerin. Die Teilnahme an dem Programm hat mein Leben definitiv verändert“, erzählt sie, „heute bin ich eine der ältesten Stipendiaten, doch die Impulse, die ich auf diesem Lehrgang erhalten werde, sind ganz sicher wieder tiefgreifend.“ Ihre Lehrgangs-Kolleginnen aus den anderen Bundesländern, unter anderem aus Bremen, Hamburg, Hannover und Baden-Württemberg, hat sie bereits im Januar im Berliner Fulbright-Haus kennengelernt. „Alles Frauen in diesem Jahr“, sagt Ute Debold lachend. Gemeinsam haben sich die deutschen Lehrerinnen ein Gastgeschenk ausgedacht, dass den Amerikanern gefallen könnte. Jede Lehrgangsteilnehmerin hat vier Rezepte aus ihrer Region aufgeschrieben und sich und ihren Landstrich ein wenig vorgestellt. Das Ganze wurde dann mit Fotos zusammengestellt und ausgedruckt und gebunden. Jede Lehrgangsteilnehmerin nimmt drei der Büchlein mit. Ute Debolds Rezepte: „Himmel und Erde“ ausgewählt, dazu noch den „Armen Ritter“, Kartoffelsuppe und Käsekuchen.

Bildungsministerium und Schulamt befürworten die Reise

Auf die Frage, warum sie sich erst jetzt, 21 Jahre nach ihren ersten Erfahrungen mit dem Stipendienprogramm, wieder beworben hat, erklärt Ute Debold: „Man kann sich alle fünf Jahre um ein Stipendium beim Fulbright-Programm bewerben. Bisher hat es meist terminlich einfach nicht gepasst.“ In diesem Frühjahr jedoch fiel der Lehrgang, an dem die Schulleiterin teilnehmen wollte, genau in die Osterferien-Zeit. Zwei Schultage im Anschluss wird sie im Gymnasium fehlen. Doch das tragen das Gymnasium und der für Gymnasien im Schulamt Schwerin zuständige Schulrat Torsten Kröll mit. Auch das Bildungsministerium in Schwerin hat die Bewerbung der Schulleiterin ausdrücklich unterstützt.

Am 3. April wird sie wieder in Deutschland landen und mit oder ohne Jetlag (von „Jet“ — Düsenflugzeug — und „lag“ — Zeitdifferenz — meint die Müdigkeit aufgrund der verschiedenen Zeitzonen, die durchflogen werden) am 4. April wieder im Gymnasium sein. Mit einem Koffer voller neuer Erfahrungen. Das Gymnasium aus Grevesmühlen pflegt seit Jahren Kontakte in alle Welt. Ute Debold war es beispielsweise, die vor geraumer Zeit Beziehungen zu einer Schule in Sankt Petersburg herstellte. Doch die Umsetzung gestaltet sich schwierig. Seit 2015 gibt es nun Beziehungen nach North Carolina.

Das Fulbright-Programm

Das 1946 in den USA gegründete internationale Austauschprogramm zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und mittlerweile insgesamt mehr als 180 Staaten weltweit wurde nach dem US-amerikanischen Senator J. William Fulbright (1905—1995) benannt.

Die 14-tägigen Sonderprogramme „Diversity in German/U.S. Education“ (Kulturelle und ethnische Vielfalt in der deutschen und der US-amerikanischen Bildung) widmen sich dem schulischen Alltag in beiden Ländern. Jeweils 15 deutsche und 15 amerikanische Lehrer aus einem multi-ethnischen Umfeld, aus allen Schulformen und Fachrichtungen können diese Weiterbildung in Zusammenarbeit mit der Universität Tübingen und der Universität Connecticut absolvieren.

Der Lehrgang hat die Verbesserung der ethnischen und kulturellen Integration an Schulen zum Ziel. Die Teilnehmer lernen Modelle kennen, die sie in der Schulpraxis nutzen können.

• Infos zum Fulbright-Programm und Bewerbungsfristen unter: http://www.fulbright.de

Von Annett Meinke

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