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Grevesmühlen Schwäne futtern sich auf Feldern satt
Mecklenburg Grevesmühlen Schwäne futtern sich auf Feldern satt
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00:01 01.02.2018
Auf einem Acker zwischen Timmendorf und Wangern auf der Insel Poel fühlen sich Höckerschwäne zurzeit besonders wohl. Zu Hunderten halten sie sich derzeit immer wieder auf der Suche nach Nahrung dort auf. Noch sei laut Landwirten aber alles im Rahmen. Quelle: Fotos: Michaela Krohn/jürgen Lenz
Insel Poel

/Wohlenberg. Zu Hunderten bevölkern sie die Felder in der Region – und können großen Schaden anrichten. Auch in Wohlenberg, aber vor allem auf der Insel Poel schmeckt es den Schwänen zurzeit besonders gut. Dort fressen sie bevorzugt die jungen Pflanzen vom Winterraps. Die Tiere tauchen dort immer mal wieder auf, wurden auch schon zum Problem für die Landwirte. In diesem Winter – so sagen sie – sei es nicht so schlimm. Dennoch kommen die Schwäne gern zu den Flächen zurück, die sie schon kennen.

Die Tiere halten sich in den Wintermonaten gern auf den Äckern des Landkreises auf / Wird ihr Hunger größer, können sie großen Schaden anrichten

Das Problem: In der Nähe gibt es ein Vogelschutzgebiet, wo die Schwäne rasten und brüten. „Im Winter halten sie sich dann gern auf den Äckern auf, weil es dort viel Nahrung für die Tiere gibt“, erklärt Petra Böttcher, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes Nordwestmecklenburg. Der Schaden könne riesig werden. „Sie fressen die Blätter und vor allem auch das Herz der Rapspflanze“, erklärt sie. Die Folgen seien große Ertragseinbußen. Außerdem treten die Schwäne mit ihrem hohen Gewicht – sie können bis zu 13 Kilogramm schwer werden – die Pflanzen kaputt. Hinzu kommt der Kot der Tiere, der ebenfalls die Pflanzen und den Boden angreift.

„Wenn sie eine gute Futtergrundlage haben, vermehren sich die Schwäne auch arg“, betont Petra Böttcher. Daher seien im Winter so viele Schwäne auf den Äckern zu sehen. Im Sommer halten sie sich eher am Strand und an Gewässern auf. Dennoch sagen die Landwirte in Nordwestmecklenburg: „Zurzeit hält sich noch alles im Rahmen.“ Es sei aber auch schon mal viel schlimmer gewesen. Ist die Zerstörung durch den Hunger der Schwäne zu groß, könnten sogar drastischere Maßnahmen ergriffen werden. Denn: Höckerschwäne, wie sie sich derzeit auf der Insel Poel aufhalten, dürfen von Jägern geschossen werden. Allerdings ist das ein heikles Thema in Mecklenburg-Vorpommern.

Vor knapp zwei Jahren sorgte ein Fall auf Rügen für großes Aufsehen. Damals hatte ein Jäger auf einem Feld bei Groß Schoritz auf der Halbinsel Zudar auf Rügen 35 Höckerschwäne geschossen. Im Dezember 2015 gab es einen ähnlichen Fall in Klausdorf bei Stralsund, wo ein Jäger 50 Schwäne in kurzer Zeit schoss. Es folgte ein Aufschrei von besorgten Tierschützern. Die Tierschutzorganisation Peta stellte in beiden Fällen sogar Strafanzeige, weil die Tiere noch in der Schonzeit gewesen sein sollen.

Bis zum 20. Februar dürfen Höckerschwäne in Mecklenburg-Vorpommern noch geschossen werden. Erst dann beginnt die Schonzeit bis 31. Oktober. Denn die Vögel unterliegen dem Jagdrecht.

In Nordwestmecklenburg mussten die Jäger bislang in diesem Umfang noch nicht eingreifen. „Generell ist der Höckerschwan aber ein jagdbares Tier“, sagt Ulf-Peter Schwarz vom Kreisjagdverband Nordwestmecklenburg. „Es kann schon mal passieren, dass ein Landwirt auf uns zukommt, weil der Schaden auf seinem Feld so groß ist. Dann geht es aber meistens um Vergrämung“, betont der Jäger – also nur darum, in die Luft zu schießen und die Vögel so zu verjagen. „Bei uns in Nordwestmecklenburg haben wir eigentlich kein sehr großes Problem mit Schwänen“, fügt Schwarz hinzu. Im Osten des Landes sehe es da anders aus.

Im Nordwestkreis würden sich die Jäger zurzeit – wie auch im übrigen Land – eher um die Wildschweinjagd kümmern, wie er sagt. Denn die Wildtiere sorgen aktuell für wesentlich größere Probleme.

Michaela Krohn

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