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Senioren wollen wieder Glückwünsche zum Geburtstag

Schönhof/Testorf-Steinfort Senioren wollen wieder Glückwünsche zum Geburtstag

Jahrzehnte standen die Geburtstage der Senioren in der Zeitung / Das neue Bundesmeldegesetz schränkt die Weitergabe der Daten ein

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Klemens Stockdreher aus Schönhof (l.) ist sich mit Bürgermeister Hans-Jürgen Vitense einig: Das neue Bundesmeldegesetz reglementiert zu viel.

Quelle: Annett Meinke

Schönhof/Testorf-Steinfort. Klemens Stockdreher aus Schönhof (82) schüttelt den Kopf: „Wieso gibt es überhaupt ein neues Bundesmeldegesetz, das die Weitergabe der Geburtstage ab 70 durch die Meldeämter nur noch beschränkt erlaubt?“ Seit geraumer Zeit dürfen die Meldeämter die Geburtstage nicht mehr ohne Weiteres herausgeben. Das Resultat: Die Geburtstagslisten in den Tageszeitungen sind unvollständig.

Dass es im Bundesmeldegesetz (BMG) um eine Neuregulierung des Meldewesens geht, ist dem ehemaligen Landwirt schon klar. Nur findet er: „Der Paragraf, der das mit den Geburtstagen und Jubiläen der Senioren regelt, ist komplett überflüssig.“ Man könne, so Klemens Stockdreher, doch nicht alles über einen Kamm scheren. „Für uns ältere Menschen hier in den ländlichen Regionen sind Geburtstage keine Daten, das sind soziale Ereignisse.“ Zumal, wie der Rentner bemerkt, „doch vorher bereits alles bestens geregelt war“.

Wer von den ab 70-Jährigen nicht wollte, dass sein Geburtstag oder Ehejubiläum im Amtsblatt und in der Zeitung stand, der konnte das kundtun. Und die es wollten, so Klemens Stockdreher, konnten sicher sein, dass das Telefon an ihrem Ehrentag auch klingelte. „Immer nach dem Frühstück haben wir in der OZ nachgeschaut“, erzählt er, „ob bei den Geburtstagen oder Ehejubiläen jemand dabei war, den man kannte.“

Seitdem das neue Bundesmeldegesetz in Kraft trat und einige Meldeämter im Landkreis sofort begannen es umzusetzen, wurde Hans-Jürgen Vitense, Bürgermeister der Gemeinde Testorf-Steinfort von den Bürgern seiner Gemeinde immer wieder darauf angesprochen. „Viele ältere Menschen sind nicht mehr so viel unterwegs. Sie sind auf die Zeitung und das Amtsblatt als wichtigen Informanten angewiesen.“

Pirko Scheiderer, Hauptamtsleiterin des Amtes Grevesmühlen: „Es gibt leider keine Handhabe für uns, das Gesetz zu umgehen. Wir müssen uns daran halten.“ Die Bundestagsabgeordnete Karin Strenz (CDU), die für den Wahlkreis Nordwestmecklenburg im Bundestag sitzt, antwortete auf Anfrage der OZ: „Ich habe dem Gesetz zugestimmt, denn eine Neuregelung war dringend erforderlich.“ Dennoch versteht sie den Unmut der Senioren in Bezug auf die Meldung der Alters- und Ehejubiläen. „Die Kritik ist nachvollziehbar“, so Strenz. „Auch Kollegen von mir haben ähnliche Erfahrungen gemacht, der Wunsch nach einer Lockerung in diesem Punkt besteht.“ Bei Gesprächen um Änderungen des BMG wird dieser Punkt auch thematisiert, dies habe ich von der „Arbeitsgruppe Innen“ unserer Fraktion erfahren.“

Frank Junge, Bundestagsabgeordneter der SPD aus Wismar sieht ebenfalls Änderungsbedarf. „Ich weiß, dass viele Seniorinnen und Senioren traurig und verärgert darüber sind. Ich möchte aber darauf hinweisen, dass Seniorenbeiräte oder lokale Rentnervereine nach Zustimmung ihrer Mitglieder die Daten zu Geburtstagen oder Jubiläen trotzdem eigenständig an die Presse geben können. Dennoch – ich finde es sehr sinnvoll, dass wir uns diesen Passus im Gesetz noch einmal genau ansehen.“

Rechtsanwalt Jens Rattensperger aus Grevesmühlen zeigt den Senioren im Landkreis noch eine andere Möglichkeit auf: „Es liegt ebenfalls kein Verstoß gegen das Gesetz vor, wenn die Senioren selbst bei der Zeitung anrufen und kundtun, dass sie eine Veröffentlichung ihres Geburtstages oder eines Jubiläums wünschen.“

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Grevesmühlen
Eine Geburtstagstorte gehört zum Ehrentag dazu, ein Eintrag in der Tageszeitung inzwischen nicht mehr.

Aufgrund einer Änderung im Bundesmeldegesetz dürfen die Geburtstage nur noch eingeschränkt veröffentlicht werden. Vor allem die älteren Bürger sind davon alles andere als begeistert.

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