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Grevesmühlen Seuchenrisiko: Waidmänner blasen zur Wildschweinjagd
Mecklenburg Grevesmühlen Seuchenrisiko: Waidmänner blasen zur Wildschweinjagd
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00:01 02.12.2017
Die Drückjagd im Everstorfer Wald bei Grevesmühlen zählte rund 40 Jäger sowie zahlreiche Helfer. Erlegt wurden dabei 23 Wildschweine.
Everstorf

Waidmannsheil! Die Jagdsaison ist im ganzen Land in vollem Gange – auch in Nordwestmecklenburg. Mehr als ein Dutzend Jagden hat allein das Forstamt Grevesmühlen geplant, wie dessen Leiter Peter Rabe mitteilt. In der zurückliegenden Woche war es im Everstorfer Wald so weit. Hier sind 40 Teilnehmer sowie zahlreiche Helfer zu einer Drückjagd zusammengekommen.

Forstamt Grevesmühlen hat im Everstorfer Wald 23 Tiere zur Strecke gebracht

Die Bilanz: Auf der Strecke lagen 23 Wildschweine, elf Rehe und zwei Füchse. „Wir sind zufrieden mit dem Ergebnis“, so Rabe.

Das erlegte Wild soll zu einem großen Teil möglichst in der Region vermarktet werden, so das erklärte Ziel des Forstamtes. Interessenten können sich dazu beim Forstamt in Gostorf (☎ 0

3881/75990) melden. Abgegeben werden jedoch nur ganze Rehe oder Wildschweine. „In der Region weiß man vielfach noch gut, mit Wild in der Küche umzugehen. Wir freuen uns seit Jahren über eine steigende Nachfrage nach dem heimischen Wildbraten zur Festzeit,“ sagt Peter Rabe.

Die Jäger sind auch durch das Landwirtschaftsministerium landesweit aufgerufen, insbesondere den Bestand an Schwarzkitteln so weit wie möglich zu reduzieren. Dies soll nicht nur Schäden auf den Wiesen und Feldern entgegenwirken, sondern auch das Seuchenrisiko senken. Hintergrund ist die aus Osteuropa näherrückende Afrikanische Schweinepest (ASP), die für den Menschen ungefährlich, aber für Wild- und Hausschweine tödlich ist. Sie macht es notwendig, die Schwarzwild-Bestände in Mecklenburg-Vorpommern zu verringern. Laut Agrarminister Till Backhaus (SPD) seien dafür mit dem Landesjagdverband, dem Bauernverband und der Landesforstanstalt Maßnahmen festgelegt worden. Dazu gehören mehr Wildschweinjagden nach der Ernte – besonders im Fünf-Kilometer-Radius von Schweinehaltungen – sowie die verstärkte Jagd auf Frischlinge und Wildschweine im zweiten Lebensjahr.

Dazu bedarf es einer guten Abstimmung der Jäger über die eigenen Reviergrenzen hinweg und einer professionellen Jagd. „Wir haben die Termine zur Abstimmung mit den Nachbarn auch der unteren Jagdbehörde gemeldet. Ziel ist es, revierübergreifend zu agieren, damit die Jagd effektiv ist und auf jeweils einen Tag konzentriert wird“, erklärt Rabe. Auch bei Schönberg waren die Waidmänner in den zurückliegenden Tagen bereits unterwegs. Heute geht es im Wald rund um Questin und Börzow weiter. Weidmannsheil!

Schwarzwild-Bestände

Die Zahl der Wildschweine steigt laut Landesministerium bundesweit an. Ein üppiges Nahrungsangebot, geringe Winterverluste beim Nachwuchs und gute Verstecke durch eine veränderte Waldwirtschaft seien Gründe dafür. Während der Frühjahrsbestand an einjährigen und älteren Schweinen in MV im Frühjahr 2016 noch bei 20000 bis 25 000 Tieren lag, schätzten Forstleute den Zuwachs an Frischlingen zum Frühjahr 2017 auf 50000 bis 75000 Tiere.

Für jedes erlegte Wildschwein erhalten Jäger in MV ab sofort 25 Euro Aufwandsentschädigung – die sogenannte Pürzelprämie. Die Regelung gilt vom 1. Dezember bis zum 31. März. Zum Beweis müssen die

Jäger die Schwänze (Pürzel) der

erlegten Wildschweine beim zuständigen Amt abgeben.

Daniel Heidmann

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