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16 Minuten fehlen an einer Überraschung

Cottbus 16 Minuten fehlen an einer Überraschung

FC Schönberg verliert 0:1 bei Energie Cottbus - Masami Okada feiert Comeback nach sechsmonatiger Verletzungspause – Krottke gibt Debüt – Sonntag geht es gegen Luckenwalde

Cottbus. „Es hat Spaß gemacht, bei Superbedingungen in einem solchen Stadion vor solch einer Kulisse zu spielen, auch wenn wir gern etwas mitgenommen hätten“, so Axel Rietentiet, der Trainer des FC Schönberg, nach der 0:1-Niederlage beim Tabellenzweiten Energie Cottbus. „Ich verliere nur äußerst ungern, dennoch hat meine Mannschaft einen guten Auftritt hingelegt und sich vernünftig präsentiert. Cottbus ist auf keinen Fall unsere Kragenweite, sie haben ganz andere Ansprüche. Das sieht mit Luckenwalde ganz anders aus“, blickt der 47-Jährige schon mal auf das nächste Heimspiel am kommenden Sonntag (13.00) im Palmberg-Stadion. Letztlich fehlten den Maurinekicker 16 Minuten an einer Überraschung im legendären Stadion der Freundschaft in Cottbus.

Im Gegensatz zum letzten Heimspiel gegen Hertha BSC II (1:1) hatte Rietentiet sein Startelf vor knapp einem Dutzend mitgereister Fans auf zwei Positionen umgestellt. Für Max Marquardt rückte der gelbgesperrte Daniel Halke in die Innenverteidigung, für den verletzten Leon Dippert Anton Müller ins Team. „Unser Ziel war es, das Spiel solange wie möglich offen zu gestalten, defensiv gut zu stehen und nach vorn Nadelsticke zu setzen“, so Rietentiet. Und genau diese Marschroute setzten seine Jungs in der ersten Halbzeit sehr gut um. Energie war erwartungsgemäß optisch klar überlegen, konnte daraus aber kein Kapital schlagen. In der 5. Minute dann die erste gute Aktion der Gäste. Marcel Rausch lief auf der rechten Seite frei bis zur Grundlinie durch. Seine Eingabe konnte aber Energie-Schlussmann Spahic vor dem einschußbereiten Henry Haufe entschärfen.

Nach gut einer halben Stunde mussten dann die Gäste einige Schreckminuten überstehen. Ein Cottbusser hatte Daniel Halke mit dem Stollen am Hinterkopf getroffen und für eine blutende Wunde gesorgt.

Diese wurde vom Energie-Mannschaftarzt behandelt und schließlich getackert. Wenig später kehrte Halke, der in Cottbus geboren ist und bis zur B-Jugend bei Energier spielte, aufs Spielfeld zurück.

Nach 38 Minuten lief Lukas Scharff auf der linken Seite dann seinem Gegenspieler davon. Seinen Schuss aus 18 Metern konnte Spahic mit den Fingerspitzen noch um den langen Pfosten lenken. Auf der Gegenseite prüfte der Ex-Rostocker und Energie-Kapitän Marc Stein kurz vor dem Halbzeitpfiff bei der ersten richtig gefährlichen Aktion Schönbergs Schlussmann Jörg Hahnel mit einem gefährlichen Distanzschuss, den der Torhüter zur Ecke parierte. Zu diesem Zeitpunkt lag der FC Schönberg sogar im Eckenverhältnis mit 5:3 vorn.

„Wir spielen mit dem Feuer, habe ich meiner Mannschaft in der Halbzeit gesagt. Wir haben viel zu fahrig gespielt, die Organisation und die Kreativität haben nicht gestimmt. Zudem kann es doch nicht sein, dass der Gast zur Halbzeit mehr Ecken hat als wir“, begründete Energie-Trainer Pele Wollitz seinen ersten Wechsel zur Pause, was er eigentlich ungern tut. Er brachte für Tim Kruse Streli Mamba.

Diese Maßnahme zahlte sich aus. In der zweiten Hälfte lief das Spiel praktisch nur noch in eine Richtung. In der 55. Minute rettete Dominik Jordan im letzten Moment gegen den freistehenden Nattermann. Nach 56 Minuten feierte Winterneuzugang Kevin Krottke sein Debüt im Trikot des FC Schönberg. Er war für den zweiten Neuen Kevin Weggen gekommen, der zu dieser Zeit gelb-rot gefährdet war.

Die Schönberger gerieten allerdings immer mehr unter Druck, Entlastung gab es derweil kaum noch. „Es war eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis das Tor fällt“, gestand Rietentiet. Und in der 74. Minute war es dann soweit. Nach einem Eckball von Lasse Schlüter nutzte der kurz zuvor eingewechselte Winterneuzugang Marcelo de Freitas Costa einen Moment der Unachtsamkeit der Schönberger, drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie und sorgte für die Erlösung aus Sicht des Topfavoriten. „Das freut mich für Marcelo, aber vor allem freut es mich, dass wir überhaupt ein Tor gemacht haben“, so Wollitz. In der 75. Minute verhinderte Hahnel gegen Mamba die mögliche endgültige Entscheidung.

Die schien in der 81. Minute gefallen, als der vor der Partie als Energie-Spieler des Jahres 2016 geehrte Fabio Viteritti einen abprallenden Ball von Hahnel versenkte. Doch Schiedsrichter Michael Wilske, der nicht gerade zu den Schönberger Glücksbringern gehört (er leitete das vierte Spiel des FC 95 in der Regionalliga, alle vier wurden verloren), gab den korrekten Treffer nicht. Warum, wird sein Geheimnis blieben.

Kurz danach hatte Schönbergs Masami Okada Grund zur Freude. Erstmals nach seiner sechsmonatigen Verletzungspause stand er wieder in einem Pflichtspiel für den FC Schönberg auf dem Platz. „Das ist schon ein sehr schönes Gefühl“, so Schönbergs Publikumsliebling. Er ersetzte in der Schlussphase Henry Haufe ebenso wie Maurice Eusterfeldhaus Kapitän Anton Müller. Nach dem Torhüter Hahnel in der 88. Minute noch einmal gegen Weidlich stark klären konnte, setzten die Gäste in den letzten Minuten noch einmal alles auf eine Karte, allerdings vergeblich. „Wenn wir unsere Chancen besser genutzt hätten, hätten wir nicht mehr so zittern müssen“, meinte Wollitz. „Dass der Sieg von Energie hoch verdient war, da gibt es keine zwei Meinungen. Ich hätte mir etwas mehr Fortune gewünscht, dann wäre sogar ein Punkt möglich gewesen", so Axel Rietentiet, der sich nun mit seiner Mannschaft intensiv auf das Heimspiel gegen Luckenwalde vorbereitet, dessen Trainer Ingo Nachtigall Augenzeuge unter den mehr als 4000 Zuschauern im Stadion der Freundschaft in Cottbus war. „Ich würde mich sehr freuen, und die Jungs hätten sich das verdient, wenn möglichst viele Fans uns gegen Luckenwalde unterstützen würde“, blickt Rietentiet auf den nächsten Sonntag. „Kopf hoch, Haken hinter und Sonntag Luckenwalde schlagen“, gab Claus Berner den Schönbergern per Facebook schon mal mit auf den Weg.

Thomas Groth

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