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Adigo: Für die Regionalliga sind wir noch nicht bereit

Wismar Adigo: Für die Regionalliga sind wir noch nicht bereit

Der Coach des FC Anker Wismar bleibt auf dem Teppich / Das Testspiel gegen den Bundesligisten Hertha BSC ist Höhepunkt im 20. Jubiläumsjahr des Vereins

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Engagiert an der Seitenlinie: Anker-Trainer Christiano Dinalo Adigo.

Quelle: Foto: Daniel Koch

Wismar. Der FC Anker Wismar hat im 20. Jubiläumsjahr die bisher beste Saison in der Fußball-Oberliga gespielt. Die Schützlinge von Trainer Christiano Dinalo Adigo landeten auf den fünften Tabellenplatz. Die OSTSEE-ZEITUNG sprach mit Adigo zum Abschluss der Punktspiele über Vergangenes und über die Zukunft.

Die 8. Oberligasaison haben Sie mit Ihrem Team auf dem fünften Tabellenplatz und der Rekordpunktzahl von 50 Zählern abgeschlossen! Zufrieden?

Christiano Dinalo Adigo: Ich bin begeistert von dem, was die Jungs geleistet haben, trotz der Abgänge nach der vorigen und während dieser Saison. Ich bin dankbar dafür, ein Teil von diesem Team zu sein.

Am Ende fehlte nur ein Zähler zum vierten Tabellenplatz, sind Sie darüber enttäuscht?

Enttäuscht, auf gar kein Fall! Ein Platz höher oder tiefer ist nicht entscheidend. Wichtig ist und bleibt die Entwicklung der Mannschaft und die stimmt absolut. Wir haben außerdem sogar sportlich 53 Punkte geholt, wenn man den eigentlichen 2:0-Sieg in Altlüdersdorf mit einer der besten Saisonleistungen dazurechnet.

Sie haben zum Saisonbeginn acht neue Spieler in Ihr Team integrieren müssen. Waren Sie mit dem Einsatz dieser Spieler zufrieden?

Ab- und Zugänge gehören dazu. Wir haben an die Jungs, die wir hatten und neu verpflichten konnten, geglaubt, und bekanntlich kann der Glaube Berge versetzen.

Mit Fabian Bröcker, Benjamin Heskamp und Clemens Lange haben drei tragende Säulen den FC Anker verlassen. Auch im Saisonverlauf verließen Spieler den Verein. Ist die Oberliga nicht attraktiv oder gibt es andere Gründe?

Der Weggang dieser drei Spieler hat natürlich sehr wehgetan, aber wir konnten adäquat nachrüsten. Mit Erdogan Pini hatten wir einen Top-Torjäger gefunden, der uns sehr geholfen hat. Das Niveau in der Oberliga ist nach wie vor sehr ausgeglichen und hoch, wie im Saisonverlauf zu sehen war. An einem guten Tag kann Jeder Jeden schlagen, und das macht das Ganze sehr spannend.

Obwohl der FC Anker in der Oberliga spielt, waren die Zuschauerzahlen doch eher gering. Ist die Oberliga nicht attraktiv genug?

Dass die Zuschauer nicht ins Stadion kommen hat mit den vielen Angeboten und Veranstaltungen am Wochenende und mit dem Fernsehen zu tun. Wenn es nach sportlichen Erfolgen und Attraktivität gehen würde, müsste unser Stadion eigentlich sehr gut besucht sein. Wir spielen inzwischen seit vier Spielzeiten attraktiv, offensiv und sehr erfolgreich. Und das unabhängig von der Qualität der Spieler.

Träumen Sie von der Regionalliga?

Was die Regionalliga betrifft, bin ich kein Träumer, sondern Realist. Falls wir es eines Tages schaffen sollten, was aber verdammt schwer ist, wird sich keiner dagegen wehren. Aber die Grundlagen und Voraussetzungen dafür sind bei uns noch nicht vorhanden.

Dazu muss die Hansestadt Wismar ein Turnaround schaffen und in die Infrastruktur investieren. Der Verein muss dann mit noch mehr Unterstützung der Sponsoren eine gesunde Basis im Nachwuchsbereich schaffen. Dazu gehört die Identität mit dem Verein, damit die Regionalliga kein Abenteuer wird und so endet, wie bei vielen anderen Vereinen.

Viele Vereine bestreiten ihre Heimspiele ausnahmslos Freitagabend unter Flutlicht. Wünschen Sie sich das auch für das Kurt-Bürger-Stadion?

Mit Flutlicht hätten wir auch die Möglichkeit, eine Atmosphäre zu schaffen, um die Zuschauerzahl nach oben zu korrigieren. Tennis Borussia Berlin, Seelow, Strausberg, Malchow gehen da mit gutem Beispiel voran.

Wann bitten Sie Ihr neues Team zum Saisonauftakt?

Die Vorbereitung auf die neue Saison beginnt für uns am 28. Juni. Das erste Testspiel bestreiten wir bereits am 1. Juli.

Das Testspiel gegen den Bundesligisten Hertha BSC am 21. Juli im Kurt-Bürger-Stadion in Wismar ist der absolute Höhepunkt in der Vorbereitung auf die neue Saison. Können sich die Fans auf weitere attraktive Gegner freuen?

Vor der Partie gegen den Bundesligisten haben wir noch weitere attraktive Gegner verpflichten können. Bereits am ersten Juli um 14 Uhr haben wir im ersten Testspiel mit dem VfB Lübeck einen traditionsreichen Regionalligisten zum Gegner. Das Spiel findet im Sport-und Bildungszentrum des Landessportbundes Schleswig-Holstein in Malente statt. Dann haben mit dem Spiel gegen den Rostocker FC, nach den Neuverpflichtungen im Sommer inzwischen kein normaler Verbandsligist mehr, einen weiteren sehr starken Gegner verpflichten können. Weiterhin stehen wir noch mit dem Regionalligaaufsteiger Eutin 08 in Kontakt und haben somit ein Riesen-Programm zu bewältigen.

Mit Henry Haufe vom FC Schönberg für den Angriff, dem 24-jährigen Guilherme Lima vom FC Hansa Rostock II und mit dem 18-jährigen Lucas Vierling gibt es bisher drei Neuzugänge. Sind weitere geplant?

Wir werden nicht in Aktionismus verfallen, beobachten aber den Markt genau. Natürlich suchen wir weitere Spieler, die charakterlich und wirtschaftlich in unsere Gefüge passen und uns weiterbringen würden. Bekanntlich haben uns ja mit Dennis Martens, Erdogan Pini, Hannes-Michel Köhn und Kenan Hasicic vier Spieler verlassen.

Was wünschen Sie sich für die neunte Oberliga-Saison?

Sehr wichtig wäre die Gewinnung eines Physiotherapeuten oder einer Physiotherapeutin. In der kompletten Rückrunde hatten wir leider diese Position nicht besetzt.

Das ist für die Spieler sehr ungünstig, denn beim Training und bei Spielen ist die Muskulatur sehr gestresst und angespannt. Ohne Massagen treten deutlich schneller Muskelprobleme auf. Ich würde mich freuen, wenn sich in dieser Beziehung schnell etwas ändern könnte.

Interview: Andreas Kirsch

OZ

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