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Boxteam Hanse dreht gegen BR Hanau Spieß um

Dorf Mecklenburg Boxteam Hanse dreht gegen BR Hanau Spieß um

Mit einem 13:11-Sieg gegen den Tabellenführer sorgen die Wismarer Faustkämpfer in der 2. Bundesliga für eine Überraschung

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Der für das Boxteam Hanse Wismar kämpfende Stewart Nasrat (l.) konnte sich in einem spannenden Kampf gegen den Hanauer Oliver Gomann mit 3:0 den Sieg sichern und trug somit entscheidend zum Gesamtsieg der Gastgeber bei.

Dorf Mecklenburg. Das Boxteam Hanse Wismar konnte sich für die Auswärtsniederlage im November 2015 gegen BR Hanau am Sonnabend in der Mehrzweckhalle in Dorf Mecklenburg revanchieren. Damals verlor das Team mit 9:12, diesmal drehten die Wismarer den Spieß um und besiegten den Tabellenführer mit 13:11 in der 2. Bundesliga und feierten ihren ersten Saisonsieg. „Heute geht es um viel, sehr viel sogar - nämlich um alles“, mit diesen Worten hatte Trainer Jürgen Spieß noch kurz vor dem Kampf die Boxer des Boxteam Hanse Wismar in der Kabine eingeschworen. Und das nicht ohne guten Grund. Die zurückliegende Saison in der 2. Bundesliga war für das Hansestädter Team bisher alles andere als vorteilhaft verlaufen. Den - oftmals zwar nur knappen - drei Niederlagen, stand lediglich ein Unentschieden gegenüber und platzierte die Wismarer somit auf dem vierten Platz der Liga.

Auch wenn es nicht leicht würde, so meinte Spieß noch vor dem Kampf: „Ein Sieg ist heute möglich und wäre ein wichtiger Grundstein für den Klassenerhalt.“ Eingestimmt durch ein Konzert des Orchesters der Musikschule Wismar, sollten im ersten Kampf des Abends, gleich zwei amtierende Meister im Fliegengewicht (52 kg) aufeinander treffen. Dabei waren die Chancen aber eher auf der Seite von Maciej Jozwig (BT Hanse), der als polnischer Meister nicht nur doppelt so viele Kämpfe, sondern auch die doppelte Anzahl Siege vorweisen konnte, als sein Gegner, der spanische Meister Kelvin Dela Nieva, der für die Gäste in den Ring stieg. In den drei Runden beherrschte Jozwig seinen Gegner, konnte sich eine klare Führung erarbeiten und stieg als erster Sieger des Abends aus dem Ring.

Weniger Glück hatte hingegen Bantamgewichtler Frederic Jensen (BT Hanse), der sich mit einer 0:3-Niederlage dem Hanauer Younes Zaara geschlagen geben musste.

Aber das war Ansporn genug für Stewart Nasrat (BT Hanse), der im Leichtgewicht (60 kg) auf den Hanauer Oliver Gomann traf. Immer den Sieg vor Augen, hielt sich Nasrat, der schon von Kindesbeinen an das Boxen in Wismar erlernt hatte, seinen Gegner vom Leibe und sorgte mit punktebringenden Treffern für einen klaren Sieg.

Kontinuierlich angreifend traf dann Edison Zani (BT Hanse), der in einem Spitzenkampf im Halbweltergewicht (64 kg) dem Hanauer Wladislaw Baryshnik gegenüber stand, immer wieder steckte er auch Konter weg und blieb davon unbeeindruckt, während Baryshik immer mehr nach Ansätzen zur Dominanz suchte, ohne diese zu finden. Wie Edison dies machte beeindruckte auch den anwesenden DBV-Cheftrainer Dr.

Harry Kappell. Damit beschenkte Zani nicht nur sich selbst zu seinem 19. Geburtstag, den er diesmal im Ring beging, sondern sicherte mit seinem 3:0-Sieg zugleich auch wertvolle Punkte.

Die Gastgeber konnten so mit einem 11:9-Vorsprung in die Pause gehen. Gerne hätte sich Robin Leinweber (BT Hanse) mit einem Sieg zu seinem ebenfalls 19. Geburtstag selbst ein Geschenk gemacht, aber leider unterlag er - trotz eines kraftvollen und sportlich sehr sauber geführten Kampfes - im Weltergewicht (69 kg) dennoch dem überlegen boxenden Hanauer Stephan Nikitin. „Ich habe meinem Gegner einfach zu wenig entgegen gesetzt und ihm zu viele Möglichkeiten gegeben“, haderte er nach dem Kampf mit sich selbst, meinte aber: „Boxen ist mein Leben. Da gehört eben auch dazu, verlieren zu können.“

Druckvoll angreifend, gestaltete dann Samwel Daschjan (BT Hanse) seinen Kampf im Mittelgewicht (75 kg) von Beginn an Erfolg versprechend. Weder die Angriffe, noch das Halten oder das Nachschlagen des Hanauer Meriton Rexhepi, beeindruckten Samwel, so dass am Ende für ihn ein klarer Sieg stand. Im Halbschwergewicht (81 kg) traf Lukasz Stanioch (BT Hanse) mit dem Hanauer Ammar Abduljabbar auf einen routiniert boxenden Gegner. Aber Stanioch bewegte sich immer schnell auf den Beinen und das war auch notwendig, denn der Hanauer griff immer wieder ungestüm an, konnte Lukasz aber nicht entscheidend stellen. Die Geraden Hände, die klar den gegnerischen Kopf trafen, machte dann den Unterschied der zum Sieg für Stanioch führte. Allerdings sorgte diese Entscheidung bei Hanaus Verantwortlichen für lautstarke Proteste.

Im Schwergewicht (91 kg) konnte der für Hanau boxende Albon Pervicaj seine Schnelligkeit gegen Erik Brechlin (BT Hanse) ausnutzen. Immer wieder entschwand er dem Druck, um dann wieder zu treffen und bescherte den Wismarern eine Niederlage im letzten Kampf.

Die Wünsche von Trainer Jürgen Spieß hatten sich erfüllt: Das Boxteam Hanse Wismar hatte den, bis dahin als übermächtig geltenden, Gegner Hanau mit 13:11 Punkten geschlagen und den „Thron“ des Tabellenführers ins Wanken gebracht, von dem der Boxring Hanau noch am selben Abend durch einen Sieg vom BC Chemnitz gegen Hertha BSC gestoßen wurde.

„Die ganze Mannschaft hat eine großartige Leistung vollbracht“, wollte der Abteilungsleiter Boxen des PSV Wismar, Tilo Gundlack, keinen Kämpfer besonders hervorheben. Der Meinung schlossen sich auch die etwa 350 Zuschauer am Ring an und spendeten dem jungen Boxteam gebührenden Beifall. Lobend über die Leistung, aber auch über die Veranstaltung selbst, äußerte sich im Anschluss auch der ebenfalls anwesende Vizepräsident des spanischen Boxsportverbandes Ramon Diaz. Abschied nehmen hieß es an diesem Abend dann aber für Manfred „Manne“ Spieß, der als langjähriger Trainer aus dem aktiven Boxsport ausschied.

Statistik

52 kg - Fliegen: Maciej Jozwig (BTHW) - Kelvin Dela Nieva (Hanau) - 3:0

56 kg - Bantam: Frederic Jensen (BTHW) - Younes Zaara (Hanau) - 0:3

60 kg - Leicht: Stewart Nasrat (BTHW) - Oliver Gomann (Hanau) - 3:0

64 kg - Halbwelter: Edison Zani (BTHW) - Wladislaw Baryshnik (Hanau) - 3:0

69 kg - Welter: Robin Leinweber (BTHW) - Stephan Nikitin (Hanau) - 0:3

75 kg - Mittel: Samwel Daschjan (BTHW) - Meriton Rexhepi (Hanau) - 3:0

81 kg - Halbschwer: Lukasz Stanioch (BTHW) - Ammar Abduljabbar (Hanau) - 2:1

91 kg - Schwer: Eric Brechlin (BTHW) - Albon Pervicaj (Hanau) - 1:2

BC Chemnitz—Hertha BSC Berlin 13:9

1. BC Chemnitz 61:56  7:3

2. BR Hanau 59:57  6:4

3. Hertha BSC 58:57  6:4

4. BT Hanse Wismar 52:62  3:7

Letzter Wettkampftag: 19.3., 18.30: Hertha BSC Berlin   BR Hanau, 19.30: BT Hanse Wismar—BC Chemnitz



Daniel Koch

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