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„Es war einer der schönsten Siege in meiner Trainerkarriere“

Nordhausen „Es war einer der schönsten Siege in meiner Trainerkarriere“

FC Schönberg bringt mit dem 3:2 drei Bonuspunkte im Kampf um den Klassenerhalt vom Titelaspiranten Nordhausen mit — Nächsten Sonnabend MV-Derby gegen Neustrelitz

Nordhausen. „Kneift mich mal jemand“, konnte Axel Rietentiet, der Trainer des FC Schönberg, sein Glück am Freitagabend kurz vor 21 Uhr in Nordhausen nicht so recht fassen.

Gerade hatte seine Mannschaft den Titelaspiranten Wacker Nordhausen vor 1000 Zuschauern mit dem 3:2 (die LN berichteten gestern bereits ausführlich) die erste Heimniederlage in dieser Saison beigebracht und selbst im Kampf um den Klassenerhalt drei Bonuspunkte eingefahren. Zugleich machten die Maurinekicker ihrem Mannschaftsverantwortlichen Jürgen Rohloff ein schönes Geschenk zu seinem Vereinsjubiläum. Das Spiel in Nordhausen war für ihn das 200. Punktspiel bei den Schönbergern als Co-Trainer bzw. MV. „Meine Mannschaft hat ein sensationelles Auswärtsspiel gemacht. Ich hätte jeden für verrückt erklärt, wenn er mir gesagt hätte, dass wir hier bei dem hohen Favoriten gewinnen. Wir haben taktisch klug gespielt, waren läuferisch topfit und haben zum richtigen Zeitpunkt die Tore gemacht. Ich bin total stolz auf die Mannschaft“, bewertete Rietentiet diesen Überraschungs-Sieg als einen der schönsten in seiner bisherigen Trainerkarriere. Total angefressen war sein Gegenüber Martin Hauswald. „Ich hatte eigentlich gedacht, wir seien schon weiter“, haderte er nach dem 0:0 in Jena zuvor nun vor allem mit seiner Defensive. „Unser Defensiv-Verhalten heute hatte etwas von einer Schülermannschaft. Ich bin sehr enttäuscht und es ist für mich unbegreiflich“, so der Wacker-Trainer. Das schmälert allerdings nicht die Leistung der Schönberger, die eines ihrer besten Saisonspiele ablieferten. „Ein Superauftritt“, jubelte der mitgereiste Schönberger Vereinsvorsitzende Wilfried Rohloff, „schon ein Punkt wäre bei den Vorzeichen ein Riesending gewesen.“

Eine nervige Anreise mit Stau bei Hannover, fünf verletzte Spieler (Schulz, Steinwarth, Vogel, Klassen, Langer), ohne Bastian Henning (kein Urlaub) und Max Rausch (Gelbsperre) — die Maurine-Kicker steckten alles weg. Sogar den Umstand, dass Gordon Grotkopp direkt vom Polizeieinsatz aus Potsdam, Gabor Ruhr und Rainer Müller von der Arbeit aus Köln nach Nordhausen kamen.

Von Beginn an waren die Gäste hellwach und setzten aus einer sicheren Defensive heraus immer wieder Nadelstiche. Gleich der zweite führte zum 0:1. Rico Gladrow steckte an der Mittellinie den Ball für Nico Matern durch, der allein aufs Tor zulief (5.) und traf. Kurz danach hatten die Schönberger dann Glück: der Pfosten rettete. Nicht jedoch in Minute 15. Nordhausens Matti Langer trifft volley zum 1:1. Zehn Minuten später Schönberg erneut mit Fortune: Anton Müller sieht nach einem rustikalen Einsteigen nur Gelb. Doch der FCS bleibt am Drücker — mit Erfolg, fast eine Parallele zum Führungstor.

Diesmal setzt Nico Matern auf der linken Seite Lukas Scherff, der in der Winterpause von Hansa gekommen ist, in Szene. Der umkurvt seinen Gegenspieler und bejubelt mit dem 1:2 seinen ersten Treffer für die Schönberger. Fünf Minuten später bietet sich dem wiederum starken Marcel Kunstmann die große Chance, sogar auf 1:3 zu stellen. Sein Schuss verfehlt das Wacker-Gehäuse nur um Zentimeter. Kurz vor dem Pausenpfiff rettet Torhüter Jörg Hahnel den Vorsprung mit einer Glanzparade. Drei Minuten nach Wiederbeginn fällt dann aber doch das dritte Schönberger Tor. Nico Matern setzt sich auf der linken Seite bis zur Grundlinie durch. Der Ball kommt zu Henry Haufe, der zurück legt auf Rico Gladrow, der keine Mühe hat und zum 1:3 trifft.

Knappe 20 Minuten vor dem Ende verkürzen die gastgebenden Favoriten auf 2:3 und setzen zu einem Sturmlauf an. Fünf Minuten später bietet sich Henry Haufe aber die große Chance zur endgültigen Entscheidung. Der Torjäger läuft bei einem Konter allein aufs Tor zu, wird dabei allerdings von zwei Gegenspielern gestört und so kann der Schuss von Haufe gerade noch von einem zur Ecke abgeblockt werden. Haufe trägt übrigens zu diesem Zeitpunkt schon einen Turban, nach dem er sich bei einem Zweikampf eine blutende Wunde am Kopf zugezogen hatte. Nach dem er einige Minuten am Spielfeldrand behandelt wurde, konnte er weiter spielen. Am Ende gab es aber auch noch einen Wehrmutstropfen, denn Daniel Halke und Gordon Grotkopp sahen ihre zehnte bzw. fünfte Gelbe Karte und fallen damit für das MV-Derby am kommenden Sonnabend gegen TSG Neustrelitz aus.

Von so/tg

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