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Fast 14 000 Kilometer in der Saison auf der Straße

Schönberg Fast 14 000 Kilometer in der Saison auf der Straße

FC Schönberg ist der Reisemeister in der Regionalliga Nordost

Schönberg. AmSonntag startet der FC Schönberg ab 13 Uhr im Palmberg-Stadion mit einem Heimspiel gegen der letztjährigen Vizemeister Berliner AK in seine zweite Regionalliga-Saison. Aber eins steht schon fest, bevor die Saison überhaupt begonnen hat - die Maurinekicker werden wieder Reisemeister in der Regionalliga Nordost. Für ihre 17 Auswärtsspiele müssen die Nordwestmecklenburger mehr als 13250 Kilometer auf Autobahnen, Bundes- und Landstraßen absolvieren. Ihre kürzeste Anfahrt hat die Mannschaft von Trainer Axel Rietentiet, wenn sie im Mecklenburg-Vorpommern-Derby auf die TSG Neustrelitz trifft. Dann sind es hin und zurück nur rund 460 Kilometer. Rund 100 Kilometer mehr sind es jeweils zu den Partien beim Berliner AK (560), SV Babelsberg 03 (560), Hertha BSC Berlin II (560), dem BFC Dynamo (570) und Viktoria Berlin (580). Zu diesen Auswärtsspielen und den Partien in Brandenburg bei Union Fürstenwalde (670) und dem FSV Luckenwalde (670) reist der FC Schönberg 95 wohl erst am Spieltag an. Anders sieht es dagegen gegen Gegner wie Wacker Nordhausen (750), Energie Cottbus (850), RB Leipzig II (880), Lok Leipzig (880), ZFC Meuselwitz (950), Carl-Zeiss Jena (1000), Budissa Bautzen (1040) und dem FC Oberlausitz-Neugerstorf (1100) aus. Zu diesen Auswärtspartien machen sich die Nordwestmecklenburger einen Tag vorher auf den langen Weg, um einigermaßen dort ausgeruht antreten zu können. Ihre weiteste Reise haben die Nordwestmecklenburger übrigens im Aufeinandertreffen gegen den VfB Auerbach vor sich. 1200 Kilometer sind es von der mecklenburgischen Ostseeküste bei Lübeck bis ins Vogtland an der tschechischen Grenze.

Schönbergs Vorsitzender, Wilfried Rohloff (61), geht von Fahrt- (25 000 Euro) und Übernachtungskosten (15 000 Euro) in der Saison aus. Ein Problem für den FC Schönberg 95 ist dabei, dass die genauen Spieltage und Anstoßzeiten nicht langfristig terminiert sind. Bislang hat der Nordostdeutsche Fußballverband (NOFV) lediglich die ersten vier Spieltage festgelegt. „Deshalb können wir zum Beispiel noch keine Hotels im voraus ordern“, so Rohloff, der es nicht gerade als glücklich bezeichnet, dass „die Spiele erst kurzfristig bekannt gegeben werden."

Aufgrund der Reisestrapazen und den hohen Kosten hat der Vorstand des Vereins aus der 4500 Einwohner zählenden Kleinstadt zumindest schon mal darüber nachgedacht, die Regionalliga zu wechseln - von der Regionalliga Nordost in die Regionalliga Nord. Dort würden die Gegner unter anderem VfB Lübeck, HSV II und St. Pauli II heißen. Die Wege wären deutlich kürzer. Bis nach Hamburg dauert es nur rund eine Stunde (90 Kilometer). „Auf der einen Seite würden wir dadurch natürlich erhebliche Kosten sparen“, sagt Wilfried Rohloff. „Auf der anderen Seite hast du im Nordosten aber deutlich namhaftere Gegner, wie zum Beispiel Carl-Zeiss Jena, den BFC Dynamo, Babelsberg oder in dieser Saison Energie Cottbus“. Deshalb ist ein Wechsel für den FC Schönberg aktuell ohnehin kein Thema.

Anders dagegen der Landesfußballverband Mecklenburg-Vorpommern (LFV). Deren Präsident Joachim Masuch hatte einen Wechsel zum Norddeutschen Fußballverband (NFV) in Betracht gezogen. Masuch wollte zurück zu den Wurzeln. Schließlich gehört der LFV zu den Gründungsmitgliedern des NFV. Inzwischen hat der Verband einen Wechsel aber wieder verworfen, erklärt Robert French, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit beim LFV. „Der Vorstand wird das Vorhaben nach eingehender Prüfung des Sachverhalts unter Abwägung von Vor- und Nachteilen eines solchen Wechsels vorerst nicht weiter verfolgen.“

Ein weiterer Nachteil für die Nordwestmecklenburger in der Regionalliga Nordost: die Schiedsrichterkosten. Bis auf das Derby gegen Neustrelitz dürfen keine Unparteiischen aus Mecklenburg-Vorpommern Spiele des FC Schönberg pfeifen. Zu den 16 anderen Heimspielen kommen die Referees aus Berlin, Brandenburg, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Der Schiedsrichter bekommt in dieser Saison pro Spiel 240 statt bisher 200 Euro, seine beiden Assistenten jeweils 120 Euro (bisher 100), macht zusammen also 480 Euro. Hinzu kommt noch das Fahrgeld, pro Kilometer 30 Cent. Wenn die Referees mehr als 250 Kilometer fahren, was eigentlich bei jedem Heimspiel des FC Schönberg 95 der Fall ist, steht dem Schiedsrichtergespann eine Übernachtung zu. Das heißt, der Verein muss für jeden der Drei ein Einzelzimmer zur Verfügung stellen. „So kommen wir im Schnitt auf mindestens 850 Euro pro Spiel für die Schiedsrichter", rechnet Wilfried Rohloff vor. Mit etwas mehr als 900 Euro war das Spiel gegen den BFC in der letzten Saison übrigens die teuerste Partie der Liga.

Steffen Oldörp

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