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„Jedes Spiel ist für uns ein Endspiel“

„Jedes Spiel ist für uns ein Endspiel“

OZ-Interview mit Axel Rietentiet, Trainer des FC Schönberg – Klassenerhalt wäre Riesenerfolg

Schönberg. Am Sonntag beginnt für den FC Schönberg 95 um 13 Uhr gegen den Berliner AK die zweite Regionalligasaison. Im Interview spricht Trainer Axel Rietentiet über die Vorbereitung, die Neuzugänge, weitere neue Spieler und über das Saisonziel der Grün-Weißen aus Nordwestmecklenburg.

Ihre Mannschaft hat in der Vorbereitung drei Spiele verloren, eins Unentschieden gespielt und zuletzt zwei Mal gewonnen. Wie verlief die Vorbereitung aus Ihrer Sicht?

Axel Rietentiet: Im Großen und Ganzen bin ich sehr zufrieden. Das Schlutupspiel klammere ich da mal aus. (Anm. d. Red.: die Partie gegen den Kreisligisten hat der FC 95 2:3 verloren).

Schwerpunkt der Vorbereitung war bisher die Integration der neuen Spieler, dass sie sich schnell ans neue Umfeld, an die neuen Mitspieler und den neuen Trainer gewöhnen. Das braucht seine Zeit.

Unsere Testspiele gegen die Regionalligisten Norderstedt, Drochtersen/Assel und HSV U21 haben gezeigt, das wir auf einem guten Weg sind. Das lässt mich optimistisch nach vorne blicken.

Es heißt ja oft, dass die zweite Saison in der Regel schwieriger wird. Wie sehen Sie das?

Rietentiet: Ich glaube, dass die erste Saison schon sehr schwierig war. Ich bin der Meinung, dass sich die Qualität der Regionalliga Nordost noch einmal stark verbessert hat. Ganz klar mit Energie Cottbus, aber auch mit Aufsteiger Lok Leipzig, dem ich mit seinem Umfeld, den Fans, viel zutraue. Auch Fürstenwalde sollte keiner unterschätzen. Aus meiner Sicht ist die Liga noch einmal attraktiver und stärker geworden.

Was trauen Sie Ihrer Mannschaft in dieser Saison zu?

Rietentiet: Eine ganze Menge. Wir wollen die Klasse halten. Das ist unser Ziel und das ist auch realistisch. Jedes Spiel ist für uns ein Endspiel. Wir wollen insbesondere in den Heimspielen unsere Zuschauer, mit unserer Art Fußball zu spielen, begeistern und mitreißen. Wenn wir das schaffen, hätten wir wieder eine sehr gute Saison gespielt. Allerdings, und das finde ich nicht schön, ist wieder unklar, wie viele Mannschaften aus der Regionalliga-Nordost absteigen (Anm. d. Red.: abhängig von der 3. Liga gibt es in der Regionalliga zwischen einem und fünf Absteigern)

Der FC 95 hat bislang neun Neuzugänge. Welcher der neuen Spieler hat bislang den besten Eindruck hinterlassen?

Rietentiet: Das ist schwer zu sagen. Klar ist: Alle Jungs, die dazu gekommen sind, hängen sich voll rein, passen sehr gut zum Verein und zum Umfeld. Das ist schon mal sehr positiv. Sehr überrascht hat mich bisher Leon Dippert.

Zurzeit hat Ihr Kader nur 17 Feldspieler. Reicht das aus für die Saison?

Rietentiet: Nein, definitiv nicht. Wir haben noch ein, zwei Schränke frei in der Kabine. Und die Plätze möchten wir auch noch gerne besetzen. In der Breite müssen wir uns noch besser aufstellen, auch um den Konkurrenzkampf zu schüren.

Auf welcher Position wollen Sie die Mannschaft noch verstärken?

Rietentiet: Wir würden gerne noch einen defensiven Mittelfeldspieler haben, der auch Innenverteidiger spielen kann, und einen für die offensive Außenbahn. Aber die fallen ja leider nicht vom Himmel.

Sie hatten eine Reihe von Probespielern. Woran sind die Verpflichtungen letztendlich gescheitert?

Rietentiet: Ja, wir hatten eine Reihe von Probespielern bei uns, die aber aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zu uns gepasst haben. Ich brauche keinen Spieler, der das Trikot des FC Schönberg 95 spazieren trägt. Leute, die zu uns kommen, müssen sich mit dem Verein und den Rahmenbedingungen hier zu hundert Prozent identifizieren.

Wie schwer ist es, Spieler nach Schönberg zu locken?

Rietentiet: Wir haben in den vergangenen Wochen mitbekommen, dass wir ganz klar einen Standortnachteil haben. Viele Spieler wollen nicht zu uns, weil ihnen der Aufwand zu groß ist. Wir trainieren vier bis fünf die Woche. Hinzu kommt, dass wir zu Auswärtsfahrten jedes zweite Wochenende sehr viel Zeit ans Bein binden, teilweise mit Hotelübernachtungen. Das ist dann schon nicht immer einfach, Familie, Job und Fußball unter einen Hut zu bringen. Ein weiterer Punkt ist, dass junge Spieler lieber bei ambitionierten Regionalligavereinen spielen wollen..

Zum Saisonauftakt kommt der Berliner AK. Es folgen ein Auswärtsspiel bei Hertha BSC II und die Partie in Luckenwalde. Am fünften Spieltag kommt Wacker Nordhausen ins Palmberg-Stadion. Danach Energie Cottbus. Was sagen Sie zu dem schweren Auftaktprogramm?

Rietentiet: Unter den ersten fünf Gegnern sind gleich drei Topfavoriten auf die Meisterschaft. Das ist natürlich unglücklich für uns. Aber wir können es uns nicht aussuchen. Deshalb nehmen wir es so wie es kommt und versuchen, das Maximale rauszuholen.

Was muss sich am Spiel Ihrer Mannschaft im Vergleich zur Vorsaison ändern?

Rietentiet: Also ehrlich gesagt nicht all zu viel. Die Saison ist sehr lang und da kann eine Menge passieren, positiv wie negativ. Wir haben letzte Saison drei Spieltage vor Saisonende die Klasse gehalten. Das hat uns niemand zugetraut. Dieses Jahr traut uns das erst recht keiner zu. Das ist die Motivation, die wir tagtäglich daraus ziehen. Deshalb wäre der Klassenerhalt ein Riesenerfolg für uns.

Wer sind Ihre Meisterschaftsfavoriten?

Rietentiet: Der Berliner AK, Wacker Nordhausen, Energie Cottbus und Viktoria Berlin.

Und welche Teams spielen Ihrer Meinung nach gegen den Abstieg?

Rietentiet: Diese Frage würde ich gerne sehr diplomatisch beantworten, ohne Namen zu nennen. Es wird meiner Meinung nach fünf, sechs Mannschaften geben, die um den Klassenerhalt kämpfen.

Interview: Steffen Oldörp

OZ

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