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Multifunktionsarena: Politik sieht Klärungsbedarf

Wismar Multifunktionsarena: Politik sieht Klärungsbedarf

Ein Antrag der CDU mit dem Ziel einer Willensbekundung wurde gestern von der Tagesordnung der Bürgerschaft genommen — Der Investor muss liefern

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Für 10 000 Sitzplätze wird die Multifunktionsarena mit Cabrio- Membrandach an der Bürgermeister-Haupt-Straße geplant.

Wismar. „Die Bürgerschaft der Hansestadt Wismar begrüßt grundsätzlich die Projektidee zum Bau eines Sport-, Rehabilitations- und Entertainmentcenters.“ Dieser an sich windelweiche Antrag wurde gestern Abend von der CDU-Fraktion von der Tagesordnung der Bürgerschaftssitzung genommen. Tom Brüggert (CDU): „Wir stehen zu dem Antrag. Uns wurde aber signalisiert, dass es keine Mehrheit gibt. Ehe ein negatives Signal an den Investor ausgesendet wird, haben wir den Antrag runtergenommen.“

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Das Pro- jekt, wir reden von einem Pilotprojekt, ist einmalig. Von Wismar erwar- ten wir ein Signal, wir wollen das Projekt haben.“ Waldemar L. Vogt, Geschäftsführer Investorengruppe Fox & Friends Ltd & Co. KG

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Brüggert wie auch René Domke, Fraktionschef von FDP/Grüne, sprachen in einer Sitzungspause von Klärungsbedarf. Viele Fragen seien noch offen. Tenor: Der Investor muss liefern.

In erster Linie einen stichhaltigen Finanzplan. Der soll nach Möglichkeit im März vorliegen. Überzeugt der Businessplan, werden sich auch Politik und Verwaltung bewegen.

Im April könnte ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan von der Bürgerschaft gefasst werden. Bürgermeister Thomas Beyer (SPD) sprach gestern von einem vorhabenbezogenen B-Plan. Dazu würde es zwischen Stadt und Investor einen städtebaulichen Vertrag geben. Für die Stadt hätte das den Vorteil, dass die Planungskosten der Investor trägt. Beyer: „Spätestens dann ist erkennbar, wie viel Kraft dahinter steht.“

Denn noch kann die Finanzkraft offenbar nicht so recht überzeugen. Wie die OZ gestern berichtete, wird die Arena inzwischen nicht mehr mit 45 Millionen Euro kalkuliert (Stand Dezember 2015), sondern mit 63 Millionen Euro.

Im Schweriner Wirtschaftsministerium wurde am Mittwoch die Möglichkeit von Fördermitteln ausgelotet. 16,5 Millionen Euro werden erhofft.

Waldemar L. Vogt, Geschäftsführer der Investorengesellschaft Fox & Friends Ltd & Co. KG, hatte am Mittwoch erklärt, dass 46,5 Millionen Euro über private Investoren aufgebracht würden.

Absichtserklärungen würden von zwei Investoren aus den USA und einer deutschen Versicherung vorliegen.

Die Fraktionen der Bürgerschaft wurden im Mittwoch in einer zweistündigen Sitzung über das Vorhaben aus erster Hand informiert. Die Inhalte, so die CDU, sollten nun einer neuen Bewertung unterzogen werden. Brüggert: „Somit sollte spätestens im April, unter Vorlage des Businessplans, ein Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst werden.“ Der Vize-Fraktionschef sieht bei sinnvoller Kooperation mit Wismarer Sportvereinen große Synergieeffekte. Das Projekt könne „der langen und erfolgreichen Historie des Wismarer Sports neues Leben einhauchen“, so Tom Brüggert, dem letztlich auch bewusst ist: „Wir stehen am Anfang eines langwierigen Prozesses. Hierbei sind noch viele Detailfragen zu klären. Grundsätzlich sind wir weiterhin davon überzeugt, dass die Realisierung des Projekts viele Vorteile für unsere Heimatstadt bringen kann.“

Bei einer Einigung würde die Stadt, die sich nicht direkt finanziell an dem Projekt beteiligt, die Fläche für die Arena per Erbbaurechtsvertrag zur Verfügung stellen. Noch zu regeln sind Fragen zu Parkplätzen und Straßenausbau. Die Sanierung des Kurt-Bürger-Stadions läuft über die Stadt. Die geschätzten Kosten von fünf Millionen Euro sind nicht Bestandteil der 63-Millionen-Euro-Investition.

Offenbar wollen sich Stadt und Investor diese Kosten teilen.

Der FC Anker, so hieß es am Mittwoch, würde seine Liga-Spiele zunächst weiter im Stadion austragen. Anders verhalte es sich bei attraktiven Testspielgegnern und höheren Ligen. Die TSG-Handballerinnen sieht Udo L. Vogt in der 2. Bundesliga. Die Spiele könnten im Sportcenter mit einer Kapazität für 1500 Zuschauer ausgetragen werden. Der Investor kann sich vorstellen, die Spiele als Teil des Sponsorings zu veranstalten. Fixiert ist freilich noch nichts.

Zahlen und Fakten zur WISMarena

4 Abschnitte umfasst der geplante Komplex für Sport, Rehabilitation und Entertainment.

Die Multifunktionsarena bietet 10000 Sitzplätze und eine Kapazität für 20000 Konzertbesucher unter einem Cabrio-Membrandach (13500 m2 Dachfläche).

Das kleinere Sportcenter (unmittelbar angrenzend) besteht aus mehreren Sportplätzen, bietet eine Zuschauerkapazität von 1500 Plätzen, Sportsbar und Kinderbetreuung.

Zum Außenbereich zählen ein Rasenplatz und zwei Kunstrasenplätze — alle mit Rasenheizung — am Kurt-Bürger- Stadion.

Das Reha-Zentrum vereint Training und Gesundheit mit besonders hohen Ansprüchen.

Umsatzanteile: Arena 41 Prozent, Reha-Zentrum 31 Prozent, Sportcenter 20 Prozent, Außensportanlage 8 Prozent.

Besucher im Jahr: Arena 209 000, Reha-Zentrum 56 750, Sportcenter 74400, Außensportanlage 13 200.

Kosten: 63 Mio. Euro, davon 16,5 Mio. Fördergelder, 46,5 Mio. Privatkapital.



Heiko Hoffmann

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