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„Nie wieder DSDS“

Gägelow „Nie wieder DSDS“

Die Wismarerin Laura Rieck hat die erste Runde geschafft und ist dann in Köln ausgestiegen

Gägelow. „Ich wusste um den schlechten Ruf, aber dass es so krass ist, hätte ich nicht gedacht. Trotzdem war es interessant.“ Doch für Laura Rieck steht fest: „Nie wieder DSDS! Ich würde das keinem empfehlen.“

 

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Laura Rieck, hier noch gut gelaunt beim Warten auf ihren Auftritt beim Jurycasting Workshop von DSDS in Köln. Später hatte die Wismarerin die Nase voll und riss die Kandidatennummer vom Shirt.

Quelle: privat

Ich habe

mir die Nummer vom Bauch gezogen und weggeschmissen und gesagt, nach so einer Warterei kann ich nicht mehr gefühlvoll singen, höchstens Rammstein

,Mein Teil’.“Laura Rieck aus Wismar

Die 21-jährige Wismarerin hat den Stecker gezogen. Dabei hatte es für die Ergotherapeutin, die bei den Wismarer Werkstätten arbeitet, beim ersten Casting in Hamburg so gut begonnen. „Liebe Laura, herzlich Willkommen im Jurycasting Workshop ,Deutschland sucht den Superstar 2017’! Du bist den ersten Schritt erfolgreich gegangen und bist deinem Traum ein großes Stück näher gekommen“, wurde ihr mitgeteilt.

Laura, einige Jahre Poeler Rapskönigin, sportlich, an den Dingen des Alltags von Politik bis Tierschutz interessiert, singt auf Hochzeiten und modelt gerne. Beim DSDS-Casting in Hamburg Anfang September „habe ich aus Jux und Dallerei mitgemacht. Und mir hatte das auch Spaß gemacht. Ich wurde respektvoll behandelt, es wurden Tipps gegeben“. Nach fünf Songs stand fest: Laura ist in der nächsten Runde.

„Ja, ich habe mich auf Köln gefreut.“ Frida Golds „Wovon sollen wir träumen“, „Price Tag“ von Jessie J und Caro Emeralds „Stuck“ waren einstudiert. Die Hotelkosten wurden übernommen, Laura hatte nach Hamburg das Gefühl, der Workshop sei für sie nur eine Durchgangsstation zum Jurycasting – der dritten Station.

Doch stundenlanges Warten und die Umstände raubten ihr den Spaß, wie sie erzählt. Nur eine Toilette, die nicht einmal sauber gewesen sei, es habe nur Wasser aus einem Automaten gegeben, „Bei Fragen nach einem Kaffee wurden wir ausgelacht“, kalte Lagerhalle, die Kandidatenbetreuerin habe ständig am Handy gehangen, „Die Jury ist gefühlt 1000 Mal rausgegangen, auch während des Vorsingens“, nach einem Snack zum Anfang habe man sich nicht mal Pizza bestellen können. Laura Rieck: „Als ich nach drei Stunden gefragt habe, wie lange es noch dauert, musste ich mir anhören: ,Beim Arbeitsamt bekommt man auch einen Termin, wo man dann viel länger warten muss.’“

Gegen 20 Uhr ist der Wismarerin der Kragen geplatzt. „Ich habe mir die Nummer vom Bauch gezogen und weggeschmissen und gesagt, nach so einer Warterei kann ich nicht mehr gefühlvoll singen, höchstens Rammstein ,Mein Teil’.“ Laura, die mit ihrem Freund Florian in Köln war, hat sich nicht mehr umstimmen lassen. Sie sind gegangen und haben immerhin noch das Kölner Nachtleben genossen.

„Wie mit uns umgegangen wurde, ist nicht seriös. Viele, die super singen können, sind nicht weiter. Aber einer, der als Pokemon verkleidet kam und ,Hey, wir wollen Pikachu sehen’ gesungen hat, kam in die nächste Runde. Gesanglich null, aber Unterhaltung eben. Auch deshalb bin ich einfach gegangen.“

Überraschen kann das nicht. Bei RTL steht auf der Homepage: „In der 14. Staffel der erfolgreichen Musik-Castingshow sind keine musikalischen Grenzen gesetzt: Hip-Hop, Rap, Reggae, Schlager, Pop oder Rock – frei nach dem Motto ,No Limits’ ist wieder alles erlaubt. Die DSDS-Jury sucht auch dieses Jahr wieder gute Charaktere, verrückte Typen, Internetpersönlichkeiten und Stimmen, die beim Zuhörer Gänsehaut verursachen.“

Laura Rieck bereut es dennoch nicht, mitgemacht zu haben, und bucht es unter Lebenserfahrung ab. Als Achtjährige hat sie im MEZ Gägelow die erste Kassette für ihre Mutti mit „Es wollen zwei auf Reisen gehen“ besungen, inzwischen hat sie auf Hochzeiten im Standesamt Grevesmühlen, auf Schloss Bothmer und Plüschow gesungen. Am 16. Oktober singt Laura die deutsche Nationalhymne bei einem Nachwuchswettbewerb im Volleyball-Bundespokal in Schwerin. The Show must go on. Der Beruf, so Laura, hat ohnehin Vorrang.

Heiko Hoffmann

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