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Projekt 2020: GFC will wieder in die Erfolgsspur zurück

Projekt 2020: GFC will wieder in die Erfolgsspur zurück

Fußball in Grevesmühlen hat eine lange Tradition / An die Erfolge will der neue Vorstand anknüpfen / Der neue sportliche Leiter Jörg Bergner hat ehrgeizige Ziele

Grevesmühlen Zum neuen Vorstand des Grevesmühlener FC gehört Jörg Bergner. Der 38-Jährige kommt aus Wismar, sein Sohn (D-Jugend) spielt seit vielen Jahren in Grevesmühlen Fußball. Bergner selbst hat bei Schifffahrt Hafen Wismar, später FC Anker, gespielt. Nun ist er als sportlicher Leiter des GFC unter anderem für das Projekt 2020 verantwortlich, mit dem der Verein vom Tannenberg wieder an die sportlichen Erfolge der vergangenen Jahre anknüpfen will.

Warum das Engagement für den GFC?

Bergner: Ich habe durch meinen Sohn, der hier Fußball spielt, natürlich mitbekommen, was hier passiert. Dann kenne ich viele der Akteure aus dem Vorstand und habe mich dann entschlossen, etwas für den Erfolg zu tun. Ich mache neben meiner Arbeit (Egger in Wismar, Anm. d. Red.) ein Fernstdudium in Sportmanagement. Das alles passt, so finde ich, gut zusammen.

Die vergangenen Jahre am Tannenberg waren mit den vielen Turbulenzen um den GFC nicht unbedingt die beste Werbung für den Verein. Wie hat man Sie überzeugt, sich trotzdem zu engagieren?

Bergner: Einmal die Perspektive, die mir die Leute aufgezeigt haben. Dann habe ich Freunde in der ehemaligen Landesliga-Mannschaft und fand es bedauerlich, was hier passiert ist. So geht es nicht weiter, und gemeinsam wollen wir den GFC wieder dort hinführen, wo er einmal war, und wo er in der Region auch hingehört.

Was konkret sind die Aufgaben des sportlichen Leiters?

Bergner: Ich trage die Verantwortung für die sportlichen Erfolge und somit lenke ich die sportlichen Geschicke des gesamten Vereins. Ich kümmere mich u.a. um den Spielbetrieb, die Mannschaften, angefangen von den Bambinis bis zu den Alten Herren, die wir wieder aufbauen wollen.

Wie viele Mannschaften hat der GFC aktuell?

Bergner: Inklusive der Männer sind wir zehn Teams. Im Jugendbereich sind wir bis auf die A-Jugend in allen Klassen vertreten, bei der F- und E-Jugend haben wir jeweils zwei Mannschaften gemeldet.

Was ist das sportliche Ziel?

Bergner: Die Alten Herren wollen wir wieder anmelden, eine zweite Männermannschaft ist das langfristige Ziel, eine A-Jugend wollen wir natürlich auch wieder in den Spielbetrieb bringen. So dass wir wieder ein kompletter Verein sind.

Was heißt das?

Bergner: Wir wollen so viele Fußballer wie möglich dazu bewegen, in unserem Verein Fußball zu spielen. Sie sollen hier ihr Hobby ausleben können. Vor allem im Jugendbereich sollen sich die Kinder und Jugendliche sportlich weiterentwickeln können. Sie sollen hier ein Verein vorfinden, in dem sie sich wohlfühlen, Freunde finden, mit denen sie im Team durch Siege und Niederlagen gehen.

Wir wollen in der Region wieder als der Verein angesehen werden, der zwischen Wismar und Schönberg der Anlaufpunkt ist.

Der GFC hat zum ersten Mal beim Mitternachtsturnier von Fortuna Grevesmühlen teilgenommen, warum?

Bergner: Weil wir dazugehören. Nächstes Jahr sind wir wieder dabei.

Gibt es schon Kooperationen mit den Vereinen in der Umgebung?

Bergner: Noch nicht, das muss alles erst wachsen. Wir haben natürlich unsere Vorstellungen, dazu gehört, dass wir wieder wahrgenommen werden als Verein, der den Fußball fördert. Natürlich müssen und wollen wir Kooperationen mit anderen Vereinen eingehen, gerade im Jugendbereich ist das wichtig. Wenn wir oder andere Vereine eine Altersklasse nicht besetzen können, oder es zu viele Spieler in einem Jahrgang gibt, dann muss man als Verein nach Lösungen suchen, um den Spielern auch die Möglichkeit zu geben, in einer Mannschaft aktiv zu werden.

Wichtigstes Ziel dabei ist natürlich das Projekt 2020.

Was genau kann man sich darunter vorstellen?

Bergner: Das Ziel ist, dass wir den Jugendbereich so weit stärken, dass wir im C-, B- und A-Jugenbereich soweit sind, dass wir in der Landesliga spielen. Das muss auch das langfristige Ziel im Männerbereich sein. Der Aufstieg in die Kreisoberliga ist gut, aber nur ein Meilenstein auf diesem Weg. Es geht jetzt auch nicht gleich darum, mit den Männern den nächsten Aufstieg zu planen. Das wäre im Moment unrealistisch, aber langfristig ist das Ziel die Landesliga.

Das ist für den ganzen Verein betrachten ein nicht ganz unerheblicher Aufwand.

Bergner: Richtig, aber ohne dieses Ziel gibt es keine Entwicklung. Natürlich ist es schön für die Nachwuchsmannschaften, wenn sie in ihrer Liga dominieren. Und natürlich ist ein Aufstieg auch immer mit dem Risiko verbunden, dass die nächsten Saison weitaus weniger erfolgreich verläuft. Aber auch Niederlagen sind ein wichtiger Teil der Entwicklung. Wer nicht verlieren kann, der verdient auch nicht zu gewinnen.

Das bedeutet auch, dass Strukturen geändert werden müssen. Wie passiert das?

Bergner: In der Vergangenheit war es oft so, dass die Trainer im Jugendbereich sich ihre Mannschaften ausgesucht haben. Inzwischen entscheidet der Vorstand, welcher Trainer zu welcher Mannschaft passt, wo das meiste Potenzial für die Entwicklung von Trainer und Mannschaft besteht.

Das geht nicht ganz geräuschlos ab, oder?

Bergner: Das ist in der Tat nicht so ganz einfach, jeder hat so seine Komfortzone, in der er sich eingerichtet hat. Aber nur um ein Beispiel zu nennen, wenn eine Jugendmannschaft in der Liga dominiert und am Wochenende kommt das Tabellenschlusslicht und die Spieler gehen schon mit der Einstellung aufs Feld, dass sie schon gewonnen haben, dann stimmt etwas nicht.

In einer höheren Liga sind die Anforderungen höher, aber das ist die Grundlage für die Entwicklung. Wichtig ist, dass alle im Verein das Ziel annehmen.

Natürlich brauchen wir dabei die Unterstützung von Sponsoren, die dem Verein und der Entwicklung der Kinder fördern. Wir haben in der zurück liegenden Saison den Aufstieg der B und C Jugend in die Landesliga geschafft.

Für die kommende Saison würden wir uns freuen, wenn Spieler aus der Region sich zutrauen sich dem GFC anzuschließen, um diese Herausforderung gemeinsam zu meistern.

Spielen sie selbst noch Fußball?

Bergner: Nein, mir fehlt leider die Zeit. Ich bin derzeit beruflich viel im Ausland unterwegs. Ab September habe ich mehr Zeit.

Interview von Michael Prochnow

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